Kameraden helfen Kameraden
Bundeswehr und Gesellschaft- Datum:
- Ort:
- Pfullendorf
- Lesedauer:
- 1 MIN
Die Bilder von der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gingen Mitte Juli durch alle deutschen Medien. Soldatinnen und Soldaten der Spezialausbildungskompanie 209 des Pfullendorfer Ausbildungszentrums Spezielle Operationen spenden für einen direkt von der Flut betroffenen Kameraden. Feldwebel Constantin Gast war bei einer Nachtausbildung, als seine Wohnung in den Fluten versank.
Das Hochwasser hat Feldwebel Constantin Gast alles genommen, seine Kameraden helfen ihm
Bundeswehr/Frank MoserDie Bundeswehr ist seit dem Beginn der Hochwasserkatastrophe neben dem Technischen Hilfswerk, den Feuerwehren, dem Katastrophenschutz und vielen anderen Hilfsorganisationen und freiwilligen Helfern im Einsatz. Es geht darum, den betroffenen Menschen best- und schnellstmöglich zu helfen. Was aber, wenn ein Soldat aus der eigenen Einheit direkt betroffen ist? Klar, unter Kameraden hilft man sich, sofort und unmittelbar. So auch die einstimmige Meinung in der Spezialausbildungskompanie 209 des Pfullendorfer Ausbildungszentrums Spezielle Operationen.
Feldwebel Constantin Gast wohnt in Bad Neuenahr-Ahrweiler, einem der vom Hochwasser am schwersten betroffenen Orte in Rheinland-Pfalz
Bundeswehr/Frank MoserFeldwebel Constantin Gast befand sich in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli auf einem Orientierungsmarsch bei Pfullendorf. Das, was gerade in seinem Wohnort Heppingen, einem Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler passiert war, erfuhr er nachts von seinen Eltern am Telefon. Das Haus der Familie war überflutet. Die Kellerwohnung von Feldwebel Gast stand komplett unter Wasser. Selbst im Erdgeschoss war der Wasserpegel bis auf 80 Zentimeter gestiegen. Sein Auto, Totalschaden, sämtliche Erinnerungsstücke und persönlichen Gegenstände wurden durch das Wasser vernichtet.
Feldwebel, Kameraden aus der gleichen Dienstgradgruppe, übergeben Feldwebel Constantin Gast (r.) das gesammelte Geld als Zeichen der Solidarität
Bundeswehr/Frank MoserSeine Kameraden zögerten nicht. Nachdem die gesamte Kompanie bereits einen hohen dreistelligen Betrag für die Hochwasserhilfe gespendet hatte, legte der VI. Zug nach. Die Kameraden, die unmittelbar mit dem jungen Feldwebel Dienst leisten, sammelten innerhalb kurzer Zeit 3.000 Euro. Bei einem Antreten der Spezialausbildungskompanie 209 wurde dem sichtlich bewegten Soldaten die Spende überreicht. Kompaniechef, Major Sören Louis, ist stolz auf den kameradschaftlichen Zusammenhalt, der in dieser Form zum Ausdruck gebracht wurde. „Wir lassen keinen Kameraden hängen.“
von Susanne Rehwagen