Neuer Kommandeur bei der Division Schnelle Kräfte
Führung- Datum:
- Ort:
- Stadtallendorf
- Lesedauer:
- 2 MIN
Am vergangenen Freitag hat der Kommandeur Einsatz und Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Johann Langenegger, das Kommando über die Division Schnelle Kräfte (DSKDivision Schnelle Kräfte) von Generalmajor Andreas Hannemann an Brigadegeneral Dirk Faust übergeben. Der neue Kommandeur diente bereits in Stadtallendorf.
Das Kommando über die Division Schnelle Kräfte übergibt Generalleutnant Johann Langenegger (M.) von Generalmajor Andreas Hannemann (r.) an Brigadegeneral Dirk Faust
Bundeswehr/Jessica KiefenDer scheidende Kommandeur führte die Division in den letzten drei Jahren größtenteils unter Coronabedingungen. In seiner letzten Ansprache blickte Generalmajor Hannemann zurück: „Ich bin am 1. Juli 1981 in die 2. Kompanie des Fallschirmjägerbataillons 272 in Wildeshausen eingetreten. Zwei Stubenkameraden sind heute hier. Dass mein Weg mich nach Stadtallendorf und an die Spitze der DSKDivision Schnelle Kräfte führen würde, habe ich damals nicht ansatzweise erwarten können“, blickte der General zurück. Er ließ die spannendsten Punkte unter seiner Führung Revue passieren, darunter die militärische Evakuierungsoperation in Afghanistan im vergangenen Jahr: „In der Haupturlaubsphase an einem Freitagnachmittag ereilte uns der Auftrag für die Evakuierungsoperation in Kabul.“ Die folgenden Tage seien nahezu in Echtzeit in den Medien übertragen worden. „Insgesamt wurden 5.347 Personen aus 45 Nationen evakuiert. Die Masse der deutschen Kräfte vor und hinter den Kulissen waren aus unserer Division, insgesamt 731 Soldaten“, lobte der General seine Soldatinnen und Soldaten und dankte für ihr Engagement.
Zum Abschied dreht der scheidende Kommandeur, Generalmajor Andreas Hannemann, gemeinsam mit seiner Ehefrau eine letzte Runde entlang der Soldatenformation
Bundeswehr/Nico EnglerDie Kommandoübergabe nahm der Kommandeur Einsatz und Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Johann Langenegger, vor. Er würdigte die Leistungen des scheidenden Kommandeurs: „Dass diese Division in den vergangenen drei Jahren verlässlich Kurs gehalten hat, ist ganz wesentlich Ihr Verdienst. Sie haben an der Spitze Ihrer Truppe unermüdlich die Richtung vorgegeben.“ Mit Blick auf die weltpolitische Lage sagte der General: „‚Kriegsnah ausbilden‘ und ‚Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen‘ – diese mir noch aus meiner Zeit als Zugführer und Kompaniechef geläufigen Formeln sind plötzlich wieder höchst aktuell.“ Er sei sich jedoch sicher, dass die Bundeswehr auch diese Herausforderung meistern werde.
Mit rund 1.500 Kilometern Anreise hatte die Delegation der rumänischen 81. Mechanisierten Brigade die vermutlich längste Anreise zum Übergabeappell nach Stadtallendorf. Auch sie ist ein wichtiger Teil der Division.
Bundeswehr/Nico EnglerDer neue Divisionskommandeur ist Brigadegeneral Dirk Faust. Er wechselt aus dem Bundesministerium der Verteidigung, wo er zuletzt die Unterabteilung II in der Abteilung „Strategie und Einsatz“ führte, nach Stadtallendorf. Faust kennt die Division Schnelle Kräfte aus vorherigen Verwendungen als Leiter der Gruppe Weiterentwicklung der damaligen Division Spezielle Operationen in Stadtallendorf sowie als Kommandeur der Luftlandebrigade 1 in Saarlouis. Seine militärische Laufbahn begann er ebenfalls in der Region bei den Panzergrenadierbataillonen 132, 133 und 142 in Wetzlar und Neustadt.
Zu Ehren des scheidenden Kommandeurs springen Fallschirmspringer, sogenannte Freifaller, mit den Flaggen Deutschlands, der Niederlande und des Divisionsstabs in Stadtallendorf ab
Bundeswehr/Jessica KiefenAm Übergabeappell nahmen internationale Ehrengäste aus Politik und Militär teil, darunter der frühere Divisionskommandeur und der ranghöchste Soldat der Bundeswehr, General Eberhard Zorn. Außerdem waren militärische Abordnungen aus den Standorten der DSKDivision Schnelle Kräfte vor Ort, darunter vom Kommando Spezialkräfte aus Calw, von der Luftlandebrigade 1 aus Saarlouis, vom Kommando Hubschrauber aus Bückeburg, von der niederländischen 11 Luchtmobielen Brigade aus Schaarsbergen und von der rumänischen 81. Mechanisierten Brigade aus Bistrița.
von Jan Volkmann