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Neuer Rettungshubschrauber an die Truppe übergeben

Neuer Rettungshubschrauber an die Truppe übergeben

  • Ausrüstung
  • Heer
Datum:
Ort:
Donauwörth
Lesedauer:
4 MIN

Im Hangar C9 steht er, mit Scheinwerfern angeleuchtet, frisch grün lackiert. Der neue Hubschrauber für das Deutsche Heer rollt ins Tageslicht. Der leichte Unterstützungshubschrauber für den Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr, kurz LUH SARSearch and Rescue, feiert sein Debüt auf dem Werksgelände von Airbus Helicopters Deutschland. Die Maschine ist das Nachfolgemodell einer fliegenden Legende. Die Bell UH-1D hat nach fast 50 Jahren ausgedient.

Ein Hubschrauber vom Typ H145 rollt bei Sonnenschein auf das Flugfeld.

Ein würdiger Augenblick: Die erste neue SARSearch and Rescue-Maschine verlässt die Werkshalle auf den Weg in die Truppe.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Der Hangar ist für die Zeremonie präpariert. In wenigen Minuten werden zahlreiche Gäste aus Industrie, Politik, Medien und Militär in die weiß strahlende Werkshalle kommen, um bei dem Debüt des neuen Such- und Rettungshubschraubers der Bundeswehr dabei zu sein. Die erste Maschine auf Basis des bewährten Flugmusters H145 wird jetzt, mehrere Monate vor dem vereinbarten Termin, durch Airbus Helicopters an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) und gleichzeitig an das Deutsche Heer übergeben.

Sieben Hubschrauber für die Truppe

Zwei Hubschrauber stehen auf dem Airbus-Flugfeld in Donauwörth.

Die Bell UH-1D hat Kultstatus, doch ihr Nachfolger der LUH SARSearch and Rescue (hinten) begeistert bereits jetzt mit seiner exzellenten technischen Ausstattung.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Insgesamt wurden sieben Hubschrauber des neuen Typs für die Truppe bestellt. Sie werden die Such- und Rettungshubschrauber vom Typ Bell UH-1D nach fast 50 Jahren Dienstzeit ersetzen. In den vielen Jahren hat der Such- und Rettungsdienst mit ihr unzählige Menschenleben gerettet. Die „Huey“, wie sie von allen liebevoll genannt wird, bekommt jetzt einen würdevollen Nachfolger. Das gute Gefühl der Besatzung, den neuen Helikopter in Besitz zu nehmen, ist deutlich spürbar. Dabei müssen die Hubschrauberpiloten ihren Klassiker, ihre Legende, in den Ruhestand verabschieden. Sicherlich ist es nicht leicht, bewährte Systeme aufzugeben. Aber der Nachfolger bringt Vorteile mit, die selbst das zuverlässige Arbeitspferd Bell in den Schatten stellen.

Technische Meisterleistung mit neuen Features

Der Airbus Helicopters H145 ist die neue Basis für den LUH SARSearch and Rescue. Aktuell ist er die Referenz für Rettungshubschrauber. In vielen unterschiedlichen Konfigurationen wird er weltweit von Polizei- und Rettungskräften, aber auch als Personentransporter und sogar als Arbeitsgerät zur Wartung von Windkraftanlagen geflogen. Die voll digitalisierten Hubschrauber verfügen unter anderem über Hochleistungskameras, einen Autopiloten, leistungsstarke Suchscheinwerfer, Ortungssysteme für Notsender, eine vollwertige medizinische Ausrüstung und eine neue Rettungswinde mit 90 Meter langem Seil. Der LUH SARSearch and Rescue kann auch zur Waldbrandbekämpfung eingesetzt werden, da er mit Lasthaken ausgestattet ist, an denen Feuerlöschbehälter, sogenannte Bambi Buckets, angebracht werden können. Die neue Maschine ist mit insgesamt fast 1.200 PS bärenstark. In ihrer Produktklasse ist sie weltweit einzigartig, weil sie beispielsweise die Hälfte ihrer Masse als Nutzlast tragen kann. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Bell UH-1D sind diverse Systeme der H145 redundant, also doppelt vorhanden. Im Ernstfall bietet der LUH SARSearch and Rescue dadurch mehr Sicherheit für Besatzung und Passagiere.

Lieferung vor der vertraglichen Frist

Ein Hubschrauber schwebt neben einer Werkshalle in der Luft.

Während der Übergabe an die Truppe zeigt die neue Maschine in einer Flugschau ihr Können.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Bevor die Maschine die Werkshalle verlassen kann, sind unzählige Stunden in die Vorbereitung des Projekts geflossen. „Wir freuen uns, diesen Hubschrauber nicht nur termingerecht, sondern in diesem Falle sogar vor dem vertraglich vereinbarten Liefertermin übergeben zu können“, sagte Wolfgang Schoder, Vorstandsvorsitzender von Airbus Helicopters Deutschland. Der zuständige Projektleiter bei Airbus, Andreas Wiers, kennt die Maschine in- und auswendig. „Für uns ist die rasche Auslieferung der Maschine ein Ausdruck für die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, aber auch für die Vielseitigkeit unseres Produktes, des H145“, fasst Wiers zusammen. „Das Programm ist seit Vertragsschluss äußerst gut gelaufen. So kann die Maschine bereits in den nächsten Tagen ihre Einsatzprüfung bei der Truppe durchlaufen“, resümiert Hans-Peter Müller, zuständiger Projektleiter vom BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die Projektarbeit.

Vielseitig einsetzbar 

Ein Pilot stellt im Inneren eines Hubschraubers die Instrumente vor.

Aktuell machen sich die künftigen Besatzungen des neuen Helikopters in Lehrgängen mit der Maschine vertraut.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Von genau dieser Vielseitigkeit profitieren jetzt neben den Spezialkräften der Bundeswehr, die das Fluggerät bereits nutzen, auch die Such- und Rettungskräfte von SARSearch and Rescue. Schließlich ist die Bundeswehr auch für Such- und Rettungseinsätze (Search and Rescue, SARSearch and Rescue) bei Flugunfällen auf deutschem Staatsgebiet zuständig. Für ihren Auftrag hält sie eine Hubschrauberflotte in permanenter Einsatzbereitschaft. Zusätzlich stehen diese Hubschrauber für den nationalen Katastrophenschutz zur Verfügung. Das derzeit noch genutzte Modell Bell UH-1D wurde seit Anfang der Siebzigerjahre bei der Bundeswehr eingesetzt. Die neuen Maschinen sollen an den Standorten Niederstätten, Holzdorf und Nörvenich stationiert werden. Die letzten H145 LUH SARSearch and Rescue sollen Anfang 2021 nach Abschluss der Trainings ausgeliefert werden. Zunächst werden bei Airbus 45 Piloten und 25 Luftrettungsmeister ausgebildet. Die Firma ist zudem für die Wartung, Instandsetzung und die logistische Betreuung der Hubschrauber zuständig.

Auch praktisch bietet die Maschine diverse Vorteile: „Es ist noch richtig fliegen und es wird auch immer richtig fliegen bleiben. Weil jeder Flug immer noch gleich abläuft. Es wird immer noch händisch geflogen. Die neuen Systeme sorgen aber für Sicherheit und die Risiken werden minimiert“, beschreibt Hauptmann Michael Wilkowsky seinen neuen Arbeitsplatz.


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Zwei Hubschrauber fliegen hintereinander in der Abenddämmerung.

Zum Abschluss drehen die alte Bell UH-1D und der neue LUH SARSearch and Rescue eine gemeinsame Runde bei Sonnenuntergang.

Bundeswehr/Maximilian Schulz
Ein Hubschrauber steigt in der Abenddämmerung vor einem Waldstück auf, dahinter der beleuchtete Himmel.

Nach der Übergabe der LUH SARSearch and Rescue geht es direkt zum Landeplatz nach Niederstetten.

Bundeswehr/Maximilian Schulz
Ein Hubschrauber steht blau beleuchtet in einer weißen Werkhalle.

Airbus Helicopters und die Bundeswehr präsentieren ihr Gemeinschaftswerk.

Bundeswehr/Maximilian Schulz
Zwei Zivilisten und ein Soldat stehen vor einem Hubschrauber und lächeln, zwei schütteln ihre Hände.

Symbolische Übergabe: der Kommandeur des Transporthubschrauberregiments 30, Oberst Peter Göhringer, Abteilungsleiter Luft des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, Ralph Herzog (l.), und der Vorstandschef von Airbus Helicopters Deutschland GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung, Wolfgang Schoder.

Bundeswehr/Maximilian Schulz
Ein Hubschrauber steigt auf.

Die neue Maschine liegt dank vorzüglicher Technik stabil und sicher in der Luft.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

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von Peter Müller

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