Heer

Offizieranwärter-Bataillon 2 aufgelöst

Offizieranwärter-Bataillon 2 aufgelöst

  • Infrastruktur
  • Heer
Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
2 MIN

Auftrag ausgeführt: Nach 15 Jahren und drei Monaten haben sich kürzlich die Tore des Verbandes in Hammelburg geschlossen. Die Außerdienststellung bedeutet auch die Auflösung einer erfolgreichen Patenschaft zur unterfränkischen Marktgemeinde Bad Bocklet.

Zwei Soldaten überreichen sich eine Fahne auf einem Platz. Im Hintergrund ist eine Formation Soldaten angetreten.

Die Übergabe der Truppenfahne des Offizieranwärter-Bataillons 2 markiert die Auflösung des Verbandes.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Während eines Appells der Infanterieschule wurde das Offizieranwärter-Bataillon 2 in Hammelburg feierlich außer Dienst gestellt. Im Heer werden die Ausbildungsgänge des Offiziernachwuchses zum Zweck der besseren persönlichen Bindung an eine militärische Heimat und die Truppengattungen zurück in die Truppe verlagert. Das heißt, dass die Offizieranwärter seit 2020 in einem Verband ihrer Truppengattung die Allgemeine Grundausbildung und Spezialgrundausbildung absolvieren. Anschließend erhalten sie im sogenannten Fahnenjunkerlehrgang an der jeweiligen Truppenschule ihre erste Ausbildung zum militärischen Ausbilder und Vorgesetzten. Die Auflösung des Offizieranwärter-Bataillons 2 als Ausbildungsverband ist eine Folge der Umstrukturierung der Offizierausbildung des Heeres.

Außerdienststellung mit feierlichem Appell

Zum Appell begrüßte der Kommandeur der Infanterieschule, Brigadegeneral Michael Matz, neben einigen wenigen Gästen auch den ersten Kommandeur des OAOffiziersanwärter-Bataillons, Oberstleutnant außer Dienst Reinhold Stahl. Wegen der Corona-Pandemie war die Zeremonie mehrfach verschoben worden. Nun konnte der finale Akt der Außerdienststellung, unter Berücksichtigung der Corona-Maßnahmen, vollzogen werden. Der letzte Kommandeur, Oberstleutnant Mathias Steiger, wurde von seinen Aufgaben entbunden und anschließend die Truppenfahne durch Matz verhüllt. Das Stammpersonal war bereits Anfang 2020 in andere Bundeswehrdienststellen versetzt worden. Das Material wurde übergeben, die Gebäude geräumt. Seit dem 1. April ist die 15-jährige Geschichte dieses stolzen Verbandes nun endgültig zu Ende.

Auflösung der Patenschaft

Zwei Herren in Anzug und ein Soldat in Uniform halten in einem Raum einen Bilderrahmen mit Urkunden.

Der 3. Bürgermeister der Gemeinde Bad Bocklet, Uto-Paul Schmitt (v.l.n.r.), der Kommandeur Oberstleutnant Mathias Steiger und der Kurdirektor der Marktgemeinde, Thomas Beck, besiegeln die Auflösung der Patenschaft.

Bundeswehr/Jan Volkmann

Mit der Auflösung des Verbandes erlischt auch die Patenschaft zur gut 30 Kilometer entfernten Marktgemeinde Bad Bocklet in Unterfranken. Diese begann am 18. Juli 2008 mit einer Vereidigung des 78. Offizieranwärterjahrganges im Kurpark von Bad Bocklet und wurde von beiden Seiten als eine intensive und stets gelebte Verbindung beschrieben. Knapp 13 Jahre begleitete die Patengemeinde ihren Verband und die Zusammenarbeit war gerade durch die jährlichen öffentlichen Vereidigungen in Bad Bocklet geprägt. Dass das Bataillon damit fester Bestandteil der regionalen Heimat war, davon konnten sich auch die Angehörigen der jungen Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter während der Familientage überzeugen. Die Patenschaft war somit ein erfolgreiches Beispiel für die Integration der Bundeswehr in Staat und Gesellschaft.

von Mathias Steiger