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Heer
Gefechtsschießen

Panzerstarke Unterstützung aus den Niederlanden

Informationslehrübung

Es rumst, raucht und röhrt. Die Schießbahn 1A auf dem Truppenübungsplatz Bergen ist vom Regen und Nebel eingeschlossen. Der niederländische Zugführer Byron von G. und sein Stellvertreter Mike H. bleiben davon unberührt. Aus Havelte angereist, unterstützen sie mit einem Zug Combat Vehicle (CV-90) und mehr als 20 Soldaten die ILÜInformationslehrübung 2019.

Eine große Gruppe Soldaten steht für ein Foto auf einem Übungsplatz vor drei Schützenpanzern.

Der niederländische Zug ist an der Station Gefechtsschießen verbundener Kräfte mit mehr als 20 Soldaten und 6 Schützenpanzern vom Typ CV-90

Bundeswehr/Marco Dorow

„Die Zusammenarbeit mit den Deutschen ist großartig. Der gegenseitige Respekt auf der Arbeitsebene ist deutlich zu spüren“, resümiert Oberleutnant von G. und meint damit das Gefechtsschießen verbundener Kräfte, eine Station der Informationslehrübung Landoperationen (ILÜInformationslehrübung) 2019. Gemeinsam mit seinem niederländischen Panzergrenadierzug des 45 Pantserinfanteriebataljons (43. Mechanisierte Brigade) unterstützt der 31-Jährige für insgesamt fünf Wochen die deutschen und österreichischen Truppe in Bergen. „Wir sind alle froh, hier sein zu dürfen, um zu zeigen, was wir können.“

Mit im Gepäck hat von G. mehr als 20 Soldaten und 6 Schützenpanzer vom Typ CV-90. Immer an seiner Seite Oberfeldwebel Mike H.: „Als stellvertretender Zugführer bin ich verantwortlich für die Planung, Logistik und Ausbildung im Zug. Obwohl ich erst seit einem Jahr in dieser Einheit bin, kenne ich die Kompanie bereits mehr als neun Jahre“, sagt er. Der Unteroffizier mit Portepee bringt viel Erfahrung für das Kerngeschäft der Grenadiere mit. Das weiß auch sein Zugführer: „Wir ergänzen uns super, haben ein identisches Combat Mindset (taktisches Verständnis) und halten uns tagtäglich den Rücken frei. Ich bin froh, ihn an meiner Seite zu wissen.“

35 Millimeter Stahl für den Gegenstoß

Bei dem Gefechtsschießen ist der niederländische Zug verantwortlich für einen panzerstarken Gegenstoß über die Übungsstadt Seedorf. „In dieser Phase des Angriffes kann man perfekt beobachten, wie multinationale Verbände gemeinsam funktionieren. Unser Auftrag ist es, Seedorf mit den Schützenpanzern freizukämpfen, um anschließend den österreichischen und deutschen Kräften das weitere Vorankommen zu ermöglichen. Dieses Zusammenspiel muss geübt werden. Die Kommunikation funktioniert dabei sehr gut“, sagt von G.. „Ein kleiner Vorteil zum Schützenpanzer Puma ist natürlich unsere größere 35-Millimeter-Bordkanone“, ergänzt H. schmunzelnd.

Vorbereitung auf Afghanistan

Ein niederländischer Soldat mit Tarnfarbe im Gesicht schaut aus einer Panzerluke heraus.

Zugführer Byron von G. richtet bereits jetzt den Blick nach Afghanistan

Bundeswehr/Marco Dorow

Während bei der ILÜInformationslehrübung insbesondere die Landes- und Bündnisverteidigung geübt wird, hat von G. den Blick bereits klar auf den November 2020 gerichtet:  „Ende nächsten Jahres gehe ich mit meinem Zug nach Afghanistan. Bei Resolute Support sind die Bedingungen natürlich ganz andere. Aber wenn es so weit ist, werden wir bereit sein.“ Auch wenn die Ausbildungsinhalte der ILÜInformationslehrübung die Frauen und Männer für den Einsatz in Afghanistan auf der taktischen Ebene nicht vorbereiten, so hat der Aufenthalt in Bergen dennoch einen ganz anderen entscheidenden Nutzen: „Die Zeit hier ist für den Zusammenhalt meiner Truppe besonders wichtig. Man wächst mehr zusammen und lernt sich besser kennen. Ein starkes Gefüge ist von enormer Bedeutung für einen Einsatz in Afghanistan“, erläutert der Zugführer.

Multinationalität ist eine Selbstverständlichkeit

Die tägliche Arbeit mit den deutschen und österreichischen Soldaten ist für von G. und H. bereits eine Selbstverständlichkeit: „Die Besprechungen sind grundsätzlich in Deutsch. Bei Fragen nimmt sich der Leitende die Zeit, um uns Ungenauigkeiten auf Englisch zu erklären. Das funktioniert super“, resümieren die beiden. Auch wenn die Uniformen unterschiedlich aussehen, so herrsche doch Teamgeist. „Es ist eine großartige Erfahrung für uns alle. Sicherlich werden die Niederländer auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein“, schließt von G. und macht sich bereit für den nächsten Übungsdurchgang mit seinen Grenadieren.

von Maximilian Kohl
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