Heer
Simulatoren vorgestellt

Partnerschaft mit Ungarn vertieft

Partnerschaft mit Ungarn vertieft

  • Multinationalität
  • Heer
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
2 MIN

Der ranghöchste Soldat der ungarischen Streitkräfte, der Chief of Defense, Generalleutnant Dr. Romulusz Ruszin-Szendi, sowie der Rüstungsdirektor des ungarischen Verteidigungsministeriums, Dr. Gáspár Máróth, haben auf Einladung des Generalinspekteurs der Bundeswehr das Deutsche Heer besucht. Schwerpunkt des Besuches an der Panzertruppenschule in Munster war der Einblick in die Ausbildung der Panzergrenadiere an verschiedenen Simulatoren.

Soldaten legen Schusswesten und Gefechtshelme mit Sprechsatz an.

Bei einem Besuch an der Panzertruppenschule erhalten ungarische Soldaten einen Einblick in Ausbildung und Ausrüstung im Heer.

Bundeswehr/Thanh Van Do

Mit dem Besuch sollte die besondere Partnerschaft zwischen ungarischem und deutschem Heer vertieft werden. Da die ungarische Armee künftig mit deutschen Waffensystemen ausgestattet sein wird, ist sie auch an der Übernahme vergleichbarer Methoden und Standards in der Ausbildung und bei Übungen interessiert. Dabei ist die Kooperation mit dem Gefechtsübungszentrum Heer und der Panzertruppenschule komplementär zu den partnerschaftlichen Beziehungen ungarischer Truppenteile mit den Verbänden der 10. Panzerdivision.

Moderne Ausbildung transferieren

Drei Soldaten stehen in einem schallisolierten Raum vor schwarzen Monitoren, die miteinander verschraubt sind.

Den ungarischen Soldaten wird die simulationsgestützte Ausbildung am Gefechtssimulator erläutert.

Bundeswehr/Thanh Van Do

In Munster werden derzeit ungarische Führungskräfte in unterschiedlichen Lehrgängen ausgebildet. Sie werden später als Multiplikatoren an den eigenen Ausbildungseinrichtungen wiederum ihre Kameradinnen und Kameraden unterrichten. Auch werden ausgewählte ungarische Feldwebel und Offiziere in das System Panzergrenadiere eingewiesen, um einerseits die Einführung des ungarischen Schützenpanzers Lynx vorzubereiten und andererseits die Einsatzgrundsätze der deutschen Panzergrenadiertruppe kennenzulernen.

Die ungarischen Streitkräfte werden neben dem Schützenpanzer Lynx auch den Kampfpanzer Leopard 2 A7 einführen. Für eine moderne, effektive und effiziente Gestaltung der Ausbildung hat Ungarn auch die zugehörigen Simulationssysteme bestellt. Um sich vor Einführung der Systeme über deutsche Erfahrungen und Grundsätze im Einsatz solcher Ausbildungsmittel zu informieren, war das Simulationszentrum Panzertruppen für die ungarischen Gäste von großem Interesse. Der Leiter des Zentrums, Oberstleutnant Stephan Müller, erläuterte, wie Simulationssysteme bei den deutschen Panzertruppen während der Ausbildung eingesetzt werden.

Lebhafter Austausch

In einer Ausbildungshalle steht ein ungarischer Soldat steht vor einem Flipchart und spricht mit anderen Soldaten.

Der Chef der ungarischen Streitkräfte, Generalleutnant Dr. Ruszin-Szendi (M., stehend), skizziert spontan seine Gedanken zu Einsatz- und Führungsgrundsätzen und führt eine lebhafte Diskussion mit ungarischen Lehrgangsteilnehmern.

Bundeswehr/Thanh Van Do

Dazu wurden die an der Panzertruppenschule eingesetzten Simulatoren im Ausbildungsbetrieb praktisch vorgestellt. Dabei lag der Fokus auf den Systemen zur Ausbildung für den Kampfpanzer Leopard. Für die künftige Ausbildung am ungarischen Lynx stellte das Simulationszentrum Panzertruppen zwei weitere Simulatoren vor. Der Betriebsoffizier der Simulatoren der Panzergrenadiertruppe erläuterte den Besuchern zunächst die Schießausbildung für die 30-Millimeter-Maschinenkanone im System Virtual Battle Space. Dieses Simulationssystem wird als Übergangslösung bis zur Einführung des entsprechenden Simulators für den Schützenpanzer Puma verwendet. In der Simulation wird ein reales System, also der Mensch, die Maschine oder Systemanteile wie Cockpit und Kabine, in eine modellierte Umgebung gestellt. Das ermöglicht ein effizientes und effektives Üben mit dem jeweiligen System. Anschließend wurde der Ausschnitt einer Gefechtsausbildung im Gefechtssimulator für den Schützenpanzer Marder vorgestellt und dabei die Zusammenarbeit von auf- und abgesessenen Kräften verdeutlicht.

Der ungarische Chief of Defense, der Rüstungsdirektor und die Ausbildungsteilnehmer tauschten während des Besuches lebhaft ihre Erfahrungen aus. Die ungarische Delegation zeigte sich abschließend beeindruckt von der Vielfalt des Einsatzes simulationsgestützter Ausbildung in den deutschen Panzertruppen und vereinbarte weitere Schritte der Zusammenarbeit.

von Jesko Peldszus

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