Heer
Sächsische Übungsvorhaben

Reservisten werden Richtschützen auf dem Marder

Reservisten werden Richtschützen auf dem Marder

  • Reserve
  • Heer
Datum:
Ort:
Marienberg
Lesedauer:
3 MIN

Im Januar 2022 hat die jährliche Kompaniechef- und Kompaniefeldwebel-Tagung des Panzergrenadierbataillons 909 in Marienberg zur Vorbereitung des anstehenden Ausbildungsjahres stattgefunden. Der Schwerpunkt dabei: die panzergrenadierspezifische Ausbildung. Zudem wurde im Februar damit begonnen, Angehörige des Reservebataillons zu Richtschützen auf dem Schützenpanzer Marder auszubilden.

Sieben Soldaten stehen um den Übungsturm eines Panzers.

Die Reservisten werden für ihre Ausbildung zum Panzergrenadier am Turmsimulator eines Schützenpanzers Marder unterrichtet

Bundeswehr/Panzergrenadierbataillon 909

Das nicht-aktive Panzergrenadierbataillon 909 war als Sicherungszug für das Panzerbataillon 393 im November 2021 im Gefechtsübungszentrum Heer in Letzlingen eingesetzt. In diesem Jahr wird sich das Bataillon wieder verstärkt seiner eigentlichen Aufgabe, der Ausbildung von Reservistinnen und Reservisten zu Panzergrenadierinnen und Panzergrenadieren zuwenden. Dazu sollen sie zu Richtschützen auf dem Schützenpanzer Marder und nach dem derzeit gültigen Schießausbildungskonzept der Bundeswehr ausgebildet werden. Um die individuellen Schießfertigkeiten zu intensivieren, finden zwei Schießübungen mit dem Schwerpunkt „Nahbereich“ statt. Mit all dem leistet das Bataillon einen wesentlichen Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat die Bedeutung einer gut ausgebildeten und hoch motivierten Reserve noch einmal eindringlich vor Augen geführt.

Beförderung von zwei Offizieren

Zwei Soldaten schlagen einem weiteren Soldaten auf die Schulter.

Oberstleutnant der Reserve Matthias Wäsche (l.) und der Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 909, Oberstleutnant der Reserve Dirk Friedrich (r.), verleihen dem frisch beförderten Major der Reserve Peter Berger die neuen Dienstgradabzeichen

Bundeswehr/Köthe

Auf der traditionellen Tagung der Kompanieführer und -feldwebel in der Erzgebirgskaserne im sächsischen Marienberg wurden Ende Januar die Übungsvorhaben für 2022 gemeinsam geplant. Höhepunkt des Ausbildungsjahres wird der Aufenthalt des Bataillons auf dem in Thüringen gelegenen Standortübungsplatz Ohrdruf im September sein. Dabei wird der Verband materielle Unterstützung durch das in Bad Salzungen beheimatete Panzergrenadierbataillon 391 erhalten. In Ohrdruf werden die Bataillonsangehörigen zu Panzergrenadieren aus- und weitergebildet. Dazu gehören unter anderem diverse Schulschießübungen mit verschiedenen Handwaffen, wie der Panzerfaust 3, dem MG5 und der Granatpistole, sowie der Gefechtsdienst mit dem Schützenpanzer Marder und ein Gefechtsschießen. Dabei werden die Inhalte so gestaltet, dass bestehende Ausbildungslücken geschlossen werden. Dies ist umso wichtiger, da nicht alle Reservistendienstleistenden des Bataillons aufgrund beruflicher wie privater Belastungen an sämtlichen Ausbildungsvorhaben des Verbandes teilnehmen können. Ziel soll es sein, am Jahresende die ersten anerkannten Panzergrenadiere am Schützenpanzer Marder im Reservebataillon zu haben. Zusätzlich werden im Laufe des Jahres Soldaten des Panzergrenadierbataillons 909 am Panzerabwehrsystem MELLSMehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System (Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörpersystem) ausgebildet.

Zum Abschluss der jährlich stattfindenden Tagung beförderte der Bataillonskommandeur Oberstleutnant der Reserve Dirk Friedrich auch zwei Offiziere.

Neun Soldaten absolvieren Marder-Ausbildung

Ein Soldat steht neben einem Panzer und montiert ein Gewehr.

Ein Soldat des Panzergrenadierbataillons 909 baut ein Maschinengewehr 3 in den Turm eines Schützenpanzers Marder ein

Bundeswehr/Panzergrenadierbataillon 909

Acht Reservisten und einem aktiven Soldaten wurden im Februar im sächsischen Marienberg sowohl die theoretischen Inhalte als auch das praktische Handwerkszeug eines Richtschützen auf einem Schützenpanzer Marder vermittelt. Verantwortlich für die Ausbildung waren Oberstleutnant d. R.der Reserve Rohr (Leiter) sowie Hauptfeldwebel d. R.der Reserve Alexander Bauer (Ausbildungsfeldwebel). Auf einen einführenden Unterricht in die Bordmaschinenkanone 20 Millimeter, in die Waffenanlage und über die Sicherheitsbestimmungen folgten die Erläuterung der Plätze des Kommandanten und des Richtschützen, die Schieß- und Munitionslehre sowie die Störbeseitigung am Panzer.

Praktische Übung am Schießsimulator

Ein Soldat sitzt an einem Schreibtisch vor einem PC.

Der Ausbildungsleiter, Oberstleutnant der Reserve Tobias Rohr, arbeitet im Bedienraum des Ausbildungsgerätes Schießsimulator Marder

Bundeswehr/Panzergrenadierbataillon 909

Zu den praktischen Ausbildungsanteilen gehörten unter anderem das Zerlegen und Zusammensetzen der Bordmaschinenkanone, die Ladetätigkeiten, die Reinigung und Pflege des Hauptwaffensystems sowie der Schießdrill, für den das Ausbildungsgerät Schießsimulator Marder genutzt wurde. Ein weiterer Bestandteil war die Fernmeldeausbildung mit dem Funkgerät SEM 80/90. Den Abschluss der Richtschützenausbildung bildeten sowohl eine theoretische als auch zwei praktische Prüfungen am Schießsimulator und am Turmtrainer. Alle drei Examina absolvierten die Übungsteilnehmenden erfolgreich. Doch damit ist die Ausbildung zum Richtschützen keineswegs beendet. Vom 21. März bis zum 25. April 2022 werden die auszubildenden Kameraden an drei bis vier Tagen die Gelegenheit haben, auf dem nordrhein-westfälischen Truppenübungsplatz Senne ihre erworbenen Fähigkeiten im scharfen Schuss unter Beweis zu stellen, um schlussendlich als Richtschütze anerkannt zu werden. Ein weiteres Schießen mit dem Marder wird Ende des Jahres auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz stattfinden.

Reservisten gesucht 

Neun Soldaten stehen versetzt in einer Linie, im Hintergrund zwei Turmsimulatoren des Schützenpanzers Marder.

Die Teilnehmer der Richtschützenausbildung, inklusive Ausbildungsleiter und Ausbildungsfeldwebel

Bundeswehr/Panzergrenadierbataillon 909

Als Ergänzungstruppenteil Typ 2 (Heer) besteht das Panzergrenadierbataillon 909 fast gänzlich aus Reservisten. Sie sind das Rückgrat des Bataillons. Da aktuell noch zahlreiche Beorderungsdienstposten vakant sind, ist das Bataillon auf der Suche nach motivierten und engagierten Reservistinnen und Reservisten, die Interesse an einer Beorderung haben. Bevorzugt sucht das Bataillon Reservisten aller Führungsebenen (Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere) mit der Panzergrenadier-ATN. Allerdings können auch Reservistendienstleistende, die nicht über diese ATN verfügen, zur Sichtung beim Panzergrenadierbataillon üben. Für diese Reservisten wird nach erfolgter Beorderung ein entsprechender Ausbildungsplan erstellt. Interessenten können sich hierfür an den Kaderfeldwebel des Panzergrenadierbataillons 909 wenden:

Telefon: (03735) 917 2135
E-Mail: PzGrenBtl909@bundeswehr.org

von Enrico Seelig
Ein Soldat überwindet die Hindernisbahn.

Reserve im Heer

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