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Soldat rettet schwerverletztem Biker das Leben

Soldat rettet schwerverletztem Biker das Leben

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Datum:
Ort:
Augustdorf
Lesedauer:
2 MIN

Auf dem Heimweg beobachtet Hauptgefreiter Ferhat Bayman von der Stabsfernmeldekompanie der Panzerbrigade 21 einen schweren Motorradunfall. Der 27-Jährige handelt sofort und wird am Maifeiertag zum Lebensretter. Von seinem Vorgesetzten erhält er später für sein beherztes Handeln eine förmliche Anerkennung.

Ein Soldat hält eine Urkunde in den Händen und schaut freundlich in die Kamera.

Hauptgefreiter Ferhat Bayman erhält eine förmliche Anerkennung für sein mutiges Handeln.

Bundeswehr/Jens Wander

Am Maifeiertag ist Hauptgefreiter Bayman auf der Ostwestfalenstraße in der Nähe der Ortschaft Retzen mit seinem Auto auf dem Heimweg. Ein Motorradfahrer verliert beim Überholen die Kontrolle über seine Maschine und kollidiert mit dem Wagen einer Hyundai-Fahrerin. „Ich sah den Motorradfahrer meterhoch durch die Luft fliegen“, erinnert sich der Soldat. Nach einer Vollbremsung beruhigt Bayman zunächst die 38-jährige Fahrerin des Unfallwagens und eilt dann dem schwerverletzten Motorradfahrer zu Hilfe. „Der Mann lag im Straßengraben, ich habe zunächst nur einen Stiefel von ihm gesehen“, beschreibt der gebürtige Friedrichshafener, der vor elf Jahren nach Ostwestfalen umzog, die Situation. Bayman kontrolliert die Vitalfunktionen des Verletzten, spricht beruhigend auf ihn ein. Mit Sanitätsmaterial aus seinem Verbandskasten versucht der Zeitsoldat, die Blutungen an der linken Körperseite des Mannes zu stillen. Kurzentschlossen nimmt er seine Uniformjacke und nutzt sie als Verbandszeug. Mittlerweile hat Bayman, der ausgebildeter Rettungsschwimmer ist, den Motoradfahrer aus dem Straßengraben befreit und betreut den 44-Jährigen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. „Eine ältere Dame hatte in der Zwischenzeit den Notruf abgesetzt“, berichtet Bayman. Wenig später trifft der Notarzt und die Polizei am Unfallort ein. Die Polizeibeamten loben den abgekämpften Soldaten für seinen Einsatz und schicken ihn nach Hause. Am kommenden Montag soll sich der Herforder auf dem Polizeirevier für eine Aussage melden.

Verschwitzt und abgekämpft

Ein Soldat mit rotem Barett schaut in eine Mappe und spricht, ein anderer steht in Grundstellung daneben und hört zu.

Major André Frank erteilt dem Hauptgefreiten Ferhat Bayman (r.) für sein beherztes Eingreifen nach einem Motorradunfall nahe Retzen eine förmliche Anerkennung.

Bundeswehr/Jens Wander

„Mir ist erst im Auto aufgefallen, wie ich überhaupt aussehe.“ An einer Tankstelle wäscht er sich das Blut von den Händen und aus dem Gesicht. Nach kurzer Fahrt steht Ferhat Bayman unter dem Carport seines Hauses. Ohne Uniformjacke, verschwitzt und abgekämpft. Um seinen Kindern den Anblick zu ersparen, ruft Hauptgefreiter Bayman seine Frau an, erklärt die Situation und stellt sich im Keller unter die Dusche. Danach erzählt er von seinen Erlebnissen auf der Ostwestfalenstraße. „Das Gespräch mit meiner Frau ähnelte einer Zeugenbefragung durch die Polizei“, lächelt der dreifache Familienvater. An Schlaf ist an diesem Samstagabend nicht zu denken. Nach seiner Aussage bei der Polizei tritt Bayman am Montag wieder zum Amtshilfedienst im Gesundheitsamt in Lemgo an. Dort ermittelt er derzeit, wie zahlreiche weitere Soldaten bundesweit, am Telefon Kontaktpersonen von Bürgern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Fallschirmjäger und Fußballer

Vor rund zwei Jahren begann für Ferhat Bayman ein neuer Lebensabschnitt – bei der Bundeswehr. Beim Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf tritt der damals 25-Jährige als Zeitsoldat seinen Dienst an. Bayman wird zum Infanteriesoldaten ausgebildet, lernt sich aus Hubschraubern abzuseilen. Zum krönenden Sprung aus einer Transportmaschine kommt es nicht mehr. Der dreifache Familienvater stellt einen Versetzungsantrag nach Augustdorf. Heute kümmert sich der leidenschaftliche Landesliga-Fußballer in der Versorgungsgruppe der Stabsfernmeldekompanie der Panzerbrigade 21 um den Nachschub.

von Martin Waltemathe

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