Heer

Tauchen für die Seele (1)

Tauchen für die Seele (1)

  • PTBS
  • Heer
Datum:
Ort:
Leipzig
Lesedauer:
2 MIN

Schwerelosigkeit und Freiheit, die Mischung aus Atmung und Bewegung, Anspannung und Entspannung – diese Empfindungen werden mit dem Tauchen und der Unterwasserwelt verbunden. Dazu bedarf es des Vertrauens in sich selbst, die eigenen Fähigkeiten und des Vertrauens in andere.

Ein Soldat mit Feldmützte hält beide Hände vor sein Gesicht.

PTBSPosttraumatische Belastungsstörung ist ein wichtiges Thema in der Bundeswehr. Das Tauchprojekt des Ausbildungskommandos könnte eine neue Therapieform werden.

Bundeswehr/Martin Stollberg

Das Programm „Diving for all“ richtet sich an Bundeswehrangehörige mit psychischer Einsatzfolgestörung, sogenannter Posttraumatischer Belastungsstörung, kurz PTBSPosttraumatische Belastungsstörung, sowie deren Familien. Was wird konkret angeboten? Den Betroffenen wird ein sicherer und medizinisch-psychologisch begleiteter Schnuppertauchgang ermöglicht. Dabei sollen sie wertvolle Erfahrungen für sich selbst sammeln können und einen positiven Anreiz in ihre eigenen Fähigkeiten erhalten. Der Ansatz ist erlebnispädagogisch und körperorientiert.

Zwei Taucher in Taucheranzug bewegen sich knietief im Wasser eines Sees bei Sonnenschein.

Die Betroffenen erhalten einen sicheren, medizinisch und psychologisch begleiteten Schnuppertauchgang.

Privat

Am Ende soll es beim Tauchen für die PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-betroffenen Soldatinnen und Soldaten darum gehen, wieder Selbstvertrauen zu fassen sowie Vertrauen in andere und das fremde Material aufzubauen. Auch Familienangehörige und enge Freunde können am Tauchgang teilnehmen, um das gemeinsame positive Erlebnis auch später noch im Alltag abzurufen.

Langfristiges Ziel: Aufnahme in den Therapieplan

An einem Seeufer mit einem Steg geht die Sonne unter.

Der weite Schladitzer See, nördlich von Leipzig, bietet ideale Möglichkeiten für das Projekt „Diving for all“.

Privat

Organisiert wird das Projekt „Diving for all“ von Oberst Matthias Dierks. Er selbst wirkt seit vielen Jahren als passionierter Tauchlehrer. Insgesamt 14 Bundeswehangehörige haben sich mit ihren Familien angemeldet. Sie kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und wurden aus zahlreichen Freiwilligenmeldungen für das Tauchprojekt ausgewählt. „Diving for all“ wird in diesem Jahr vom Psychotraumazentrum des Bundeswehrkrankenhauses in Berlin als Pilotdurchgang begleitet. Zudem findet die Aktion unter der Schirmherrschaft von Generalarzt Dr. med. Ralf Hoffmann, PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Beauftragter im Bundesministerium der Verteidigung, statt.

Das langfristige Ziel: Es soll überprüft werden, ob Tauchen in den Therapieplan für PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Betroffene aufgenommen werden kann. Bei einem erfolgreichen Start dieses Projektes ist geplant, das Konzept in 2022 fortzuführen und mit einer wissenschaftlichen Studie zu begleiten. Dierks erhofft sich viele positive Erlebnisse für die PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Betroffenen: „Mein Ziel ist es, den Familien ein tolles Wochenende zu bieten. Die Überwindung, sich in einem anderen Element zu bewegen, aber auch die Stadt Leipzig zu genießen, werden bestimmt lange in Erinnerung bleiben.“

Bei der Organisation des Tauchprojekts kann er auf die Unterstützung zahlreicher gemeinnütziger Vereine setzen. Zu ihnen zählen das Bundeswehr-Sozialwerk e. V.eingetragener Verein, der Förderverein zur Unterstützung der Arbeit mit Versehrten am Standort Warendorf e. V.eingetragener Verein, die Deutsche Härtefallstiftung, das Soldatenhilfswerk der Bundeswehr e. V.eingetragener Verein, der von Rohdich’sche Legatenfonds, die Heinz-Volland-Stiftung des Deutschen Bundeswehrverbands sowie der örtliche Freundeskreis Bundeswehr Leipzig e. V.eingetragener Verein

von Susanne Rehwagen

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