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Heer
Neues Zuhause für Schwergewichte

Umzug XXL: Neue Heimat für alte Panzer

Technik
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

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Bereits im Herbst 2020 hat der XXL-Umzug von historischen Fahrzeugen begonnen. Regelmäßig machen sich seitdem Schwergewichte aus den Standorten Lüneburg, Munster, Heide und Nienburg auf die Reise, um in Bad Fallingbostel eine neue Heimat zu finden. Insgesamt gehören circa 300 Fahrzeuge zum Fuhrpark der Lehrsammlung der Panzertruppen und Heeresaufklärungstruppe.

Auf einem militärischen Schwertransporter steht ein alter Panzer.

Auch der BTR-60, der Schützenpanzerwagen der ehemaligen NVANationale Volksarmee der DDR sowjetischer Bauart, wird ins Camp nach Bad Fallingbostel verbracht. Anhand dieses Exponats lassen sich die Unterschiede der Wehrtechnik aus Ost und West gut erläutern.

Bundeswehr/Thomas Rotter

Notwendig wurde der Umzug, weil die bisherigen Standplätze für andere Vorhaben oder Projekte genutzt werden sollen. So zwingen beispielsweise in Lüneburg Baumaßnahmen im ehemaligen Flugzeughangar zur Übersiedlung. Bislang stand ein Großteil dieser alten Schätze in Hallen und auf Flächen von mehreren Bundeswehrliegenschaften in Norddeutschland. Die Fahrzeuge gehören der Bundeswehr und werden durch die Lehrsammlung des Ausbildungszentrums Munster verwaltet und gepflegt.

Lehrsammlung seit 1973

Ein sehr großer Kranwagen hebt ein altes Fahrzeug auf einen Transportanhänger.

Die Transport- und Logistikexperten bergen ein historisches Halbkettenfahrzeug auf dem Übungsplatz

Bundeswehr/Logistikbataillon 161

Die Lehrsammlung am Ausbildungszentrum Munster existiert seit 1973. Sie ist die größte genehmigte Lehrsammlung und fester Bestandteil des Museums- und Sammlungswesen der Bundeswehr. Die Lehrsammlungen dienen der berufsbezogenen militärgeschichtlichen und fachlichen Ausbildung der künftigen Offiziere und Unteroffiziere.

Der Name Lehrsammlung beinhaltet bereits die wesentlichen Aufgaben – Lehre und Sammeln. Es gilt, die Erfahrungen und die Technik der gepanzerten Truppen in allen Entwicklungsstufen zu bewahren. Man muss bestimmte Dinge sehen, erfahren und anfassen können, um sie zu begreifen. Die technische Entwicklung der Fahrzeuge stellt den militärgeschichtlichen Zusammenhang her. Sie hilft bei Fragen nach der Entwicklung von Mobilität, Feuerkraft, Schutz und Führungsfähigkeit im Laufe der Zeit.

Im Camp Fallingbostel/Oerbke in Bad Fallingbostel finden die Schwergewichte ein neues Zuhause. In einer gemeinsamen Anstrengung konnte das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Bergen/Fallingbostel der Lehrsammlung eine große Halle anbieten. Das Camp beherbergte bis 2015 Einheiten der britischen Garnison und ein NATONorth Atlantic Treaty Organization-Lager für übende Truppen. „Wir hoffen noch auf eine weitere Halle, am besten mit einem Kran für die Lagerung und Wartung weiterer Panzer“, wünscht sich Lehrsammlungsfeldwebel Oberstabsfeldwebel Lars Dietrich-Schliewa. Die alten Fahrzeuge benötigen sehr viel Pflege, da sind gute Lagerungs- und Arbeitsbedingungen ein absolutes Muss.

Gelungene Kooperation

Vier alte Panzer stehen vor einer Halle.

Diese ersten Kampfpanzer der Bundeswehr M48 Patton stehen in Lüneburg und warten auf den Abtransport nach Bad Fallingbostel. Sie stammen aus USUnited States-amerikanischer Produktion und waren der Vorgänger des Kampfpanzers Leopard 1.

Bundeswehr/Thomas Rotter

Circa 95 Prozent der Fahrzeuge im Deutschen Panzermuseum Munster und der Grund und Boden, auf dem das Museum steht, gehören der Bundeswehr und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Rund 180 Fahrzeuge, also etwa 50 Prozent des Bestandes an Großfahrzeugen der Lehrsammlung, werden als Exponate in diesem Museum ausgestellt. Durch die intensive wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Museumsleitung ist es möglich, den Zusammenhang mit der jeweiligen geschichtlichen Gesamtentwicklung abzubilden. Neben der Betreuung Zehntausender Besucher pro Jahr finden nahezu täglich Führungen für Soldaten statt. Der Mix der Exponate mit einer modernen Museumspädagogik macht einen Gang durch das Deutsche Panzermuseum zu einem lehrreichen Erlebnis.

Die Spedition der Bundeswehr

Zwei Schwerlasttransporter stehen abfahrbereit vor einer Halle.

Die Schwerlasttransporter (SLT) Elefant des Logistikbataillons 161 transportieren die Kampfpanzer Leopard nach Bad Fallingbostel

Bundeswehr/Logistikbataillon 161

Soldaten vom Logistikbataillon 161 aus Delmenhorst und dem Versorgungsbataillon 141 aus Munster unterstützen das Mammut-Projekt Umzug XXL mit Ausbildungsfahrten, wenn Transportkapazitäten vorhanden sind. Zum Einsatz kommen Schwerlasttransporter (SLT) der Bundeswehr. „Das sind keine Standardtransporte. Der Transport und die Sicherung der Fahrzeuge auf dem SLT muss bei jedem Fahrzeug neu geplant werden“, so Stabsunteroffizier Kirill Kovalev. Seine Transportgruppe verlädt die Stahlkolosse auf den SLT und fährt täglich bis zu dreimal nach Fallingbostel. Dabei sind die Transportsoldaten an die strengen Regeln der Verkehrsbehörden gebunden. So dürfen die Schwerlasttransporte ausschließlich zwischen neun und sechzehn Uhr auf die Straße. Um diese Aufgabe zu meistern, wird das Personal ausgiebig geschult. „Wir nutzen diesen Großumzug für interne Trainingsmaßnahmen. Junge Soldaten werden bei diesen Transporten ausgebildet und erhalten unter strengen Auflagen ihre Qualifikationen zum Transportsoldaten“, bestätigt der Transportgruppenführer stolz. Koordiniert werden die Transporte von den „Einsatzzentralen Logistik“ der entsprechenden Einheiten. Diese funktionieren ähnlich einer Dispositionsabteilung in einer zivilen Spedition. Auch das Unterstützungspersonal vom Ausbildungszentrum Munster kommt zum Einsatz und ist mit Fahrzeugen und Soldaten zur Stelle. Das Personal der Lehrsammlung der Panzertruppen und Heeresaufklärungstruppe bedankt sich bei allen Beteiligten für die sehr gute Unterstützung.

von Thomas Rotter

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