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UNUnited Nations-Militärbeobachter: Diplomatisches Geschick gefragt

UNUnited Nations-Militärbeobachter: Diplomatisches Geschick gefragt

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
3 MIN

Das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr eröffnet gemeinsam mit Vertretern der Partnernationen Österreich, Schweiz und den Niederlanden die Abschlussübung zum UNUnited Nations-Militärbeobachter und -beobachterinnen. Der Festakt auf der Seewiese in Lindau stellt den Beginn einer siebentägigen Übung am Bodensee und im Allgäu dar.

Vier Soldaten in unterschiedlichen Uniformen unterhalten sich miteinander.

Für den Umgang mit Konfliktparteien lernen UNUnited Nations-Militärbeobachter die Gesprächsführung und das vermittelnde Kommunizieren

Bundeswehr/Alex Rettner

Malawi, Aserbaidschan, Philippinen, Ecuador, Barbados, Madagaskar, Kolumbien, Finnland – was wie eine Weltreise rund um den Globus anmutet, sind nur einige der Herkunftsländer der Teilnehmenden am diesjährigen internationalen United Nations Military Observer Course (UNMOC). 38 Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer aus 21 Nationen, darunter auch 25 Frauen, werden künftig für internationale Peacekeeping-Missionen zur Verfügung stehen. 

Mit einem feierlichen Appell eröffnete das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr die Abschlussübung für die künftigen UNUnited Nations-Militärbeobachter. Hierfür sind die Teilnehmenden des UNMOC und ihre Ausbilder auf der Seewiese in Lindau am Bodensee angetreten.

Für UNUnited Nations-Missionen weltweit geschult

Soldatinnen und Soldaten verschiedener Nationen sind in Formation auf einer Wiese angetreten.

Die internationalen Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer des UNMOC sind in Lindau am Bodensee zum Eröffnungsappell angetreten

Bundeswehr/Alex Retter

„Unsere Aufgabe ist es, die nächste Generation von Militärbeobachtern für die herausfordernden Missionen unter der Flagge der Vereinten Nationen auszubilden. Ich danke alle Nationen, die uns ihre Ausbilder für die Abschlussübung abgestellt haben, um die Welt ein bisschen besser zu machen“, sagt Oberst Werner Klaffus, der Kommandeur des UNUnited Nations-Ausbildungszentrums. 

Margaretha Sudhof, Staatssekretärin im Bundesministerium der Verteidigung, ist zum Appell an den Bodensee gekommen. „Gerade vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine zeigt sich, was passiert, wenn internationales Recht mit Füßen getreten und durch das Recht des Stärkeren ersetzt wird. Umso wichtiger ist es, für Gerechtigkeit, Frieden und Menschlichkeit zu kämpfen: für die Werte der Vereinten Nationen“, so Sudhof. Der Bevölkerung im Bodenseeraum sei sie dankbar, dass sie hinter der Bundeswehr steht. Nur durch deren Unterstützung sei eine solche Ausbildung möglich.

Abschlussübung bereitet auf Umgang mit Krisen vor

Eine grauhaarige Frau steht mit einem Soldaten auf einer Wiese vor einem See. Beide unterhalten sich

Der Kommandeur des UNUnited Nations-Ausbildungszentrums, Oberst Werner Klaffus, erläutert Staatssekretärin Margaretha Sudhof den Ablauf der Abschlussübung

Bundeswehr/Alex Rettner

Die Lehrgangsteilnehmenden müssen sich während der Übung zahlreichen Situationen stellen, die ihnen auch in ihren Einsätzen begegnen können. Patrouillen zu Fuß, per Boot und mit dem Hubschrauber sowie die Teilnahme am Geburtstag eines Warlords sind einige der Aufgaben, die dabei gemeistert werden müssen. Dabei kommt es besonders darauf an, unparteiisch zu sein, möglichst umfassend Informationen von allen Akteuren im Einsatzgebiet zu sammeln und zwischen Konfliktparteien verhandeln zu können. 

„Wer diese Übung und die Ausbildung zum Militärbeobachter durchläuft, kann im fordernden Einsatz bestehen“, versichert Klaffus. In seiner Ausbildungseinrichtung im fränkischen Hammelburg haben viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Abschlussübung bereits mehrere Wochen geübt. Am Bodensee erfolgt nun die abschließende Übung mit Prüfungscharakter. Die künftigen UNUnited Nations-Militärbeobachter sollen dabei in ihrem Vertrauen auf die bisher erworbenen Fähigkeiten bestärkt werden. 

Wehrbeauftragte vor Ort

Ein Soldat liegt verletzt am Boden, zwei Soldaten mit blauen Helmen und Westen stützen und untersuchen ihn.

Zwei Blauhelmsoldaten versorgen einen Kameraden, der bei einem Autounfall verletzt wurde. Selbst- und Kameradenhilfe ist ein separater Ausbildungsabschnitt für die künftigen UNUnited Nations-Militärbeobachter.

Bundeswehr/Alex Rettner

Auch die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva Högl, war der Einladung von Oberst Klaffus gefolgt und nahm am Eröffnungsappell teil. Sie freue sich darauf, die Ausbildung zu sehen und die Soldatinnen und Soldaten kennenzulernen, die künftig als UNUnited Nations-Militärbeobachter in der Welt an Einsätzen teilnehmen. „Ein ganz herzliches Dankeschön für Ihr jeweils individuelles Engagement für Frieden in der Welt und Ihren Dienst. Das ist gerade in den Zeiten, in denen wir leben, mit einem Krieg in Europa, mit vielen Unruhen, Kriegen und Krisen in der Welt ein ganz wichtiger Dienst.“ 

Gruppenbild der internationalen Lehrgangsteilnehmer in verschiedenen, nationalen Uniformen

Den Lehrgangsteilnehmenden und den Instruktoren wünscht Staatssekretärin Margaretha Sudhof gutes Gelingen für die Abschlussübung

Bundeswehr/Alex Rettner

Insgesamt sind an der Abschlussübung auf deutscher Seite rund 250 Soldatinnen und Soldaten involviert: Leitungspersonal, Ausbilder, Rettungskräfte und Rollenspieler ermöglichen die mehrtägige Übung, deren Organisation bereits im ersten Quartal begann. Zeitgleich findet auch in Österreich und der Schweiz die Abschlussübung von UNUnited Nations-Militärbeobachtern statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Niederlanden sind auf die drei anderen Nationen verteilt.

von Susanne Rehwagen

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