Heer
Luftbewegliche Übung

Und plötzlich fallen Schüsse

Und plötzlich fallen Schüsse

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Celle-Wietzenbruch
Lesedauer:
3 MIN

Über den Baumkronen ist das Geräusch der Rotorblätter kaum zu hören, als die Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 angeflogen kommen. Kaum sind sie über der Waldkante zu sehen, landen sie auch schon am Boden. Die beiden Seitentüren öffnen sich und die Soldatinnen und Soldaten verlassen koordiniert den Hubschrauber und sichern das Gelände.

Ein Hubschrauber landet zwischen Scheunen und Zäunen auf einer Wiese.

Der Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 landet in der Nähe einer Brücke über einen Fluss. Die Brücke dient als Übergang für einen Marschkonvoi und soll von Fallschirmjägern überwacht und offengehalten werden.

Bundeswehr/Andrea Neuer

Rund eineinhalb Wochen lang trainieren Soldatinnen und Soldaten der 2. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 26 aus Zweibrücken im Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit in Celle. Wie nehme ich Verbindung mit der Luftfahrzeugbesatzung auf? Wo sind die Gefahrenbereiche und in welcher Reihenfolge besetzt mein Trupp den Hubschrauber? Wie verhalte ich mich während des Flugs und wie verlasse ich unter gegenseitiger Sicherung das Luftfahrzeug? Die Antworten auf diese Fragen sind Grundlagen luftbeweglicher Operationen, die die Soldaten als Erstes verinnerlichen müssen.

Das Szenario ist besonders herausfordernd, weil es sich nicht nur auf dem nahe bei Celle gelegenen Standortübungsplatz Scheuen, sondern auch im Gelände um die Wehranlage Oppershausen abspielt. Gemeinsam mit zwei NHNATO-Helicopter-90 vom Transporthubschrauberregiment 30 aus Niederstetten sollen die Soldaten wichtige Punkte eines geplanten Marschkonvois sichern und offenhalten. Ein typisches Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung.

Der Brückenkopf

Zwei Soldaten knien mit ihren Waffen neben einem Erdhügel.

Nachdem die Soldaten den Hubschrauber verlassen haben, sichern sie das unbekannte Gelände, bis Verstärkung kommt

Bundeswehr/Andrea Neuer

Die Übungsteilnehmenden sollen einen Brückenkopf mit dem NHNATO-Helicopter-90 in Scheuen gewinnen und zeitlich begrenzt verteidigen. Der Brückenkopf ist eine Befestigung beziehungsweise Stellung zur Sicherung einer Brücke auf der feindwärts gelegenen Seite einer Brücke. Wenn Soldaten einen Geländeabschnitt gewinnen, bedeutet es, dass in dem Gelände jederzeit mit Feindkontakt zu rechnen ist und die gegnerischen Kräfte bekämpft werden müssen. „Entscheidend ist dabei für uns die Zusammenarbeit mit den Transporthubschraubern. Wir haben dafür ein Übungsszenario entwickelt, in dem die Trainingsteilnehmenden so oft und so viel wie möglich gemeinsam mit den Hubschraubern agieren“, erklärt Oberstleutnant Sven Schuster, der Leiter des Übungsdurchgangs.

Versorgen, stabilisieren, ausfliegen

Soldaten tragen einen Verwundeten zum Hubschrauber.

Die erste Stunde nach ihrer Verwundung ist für die betroffenen Soldatinnen und Soldaten die entscheidende. Der Abtransport und das Ausfliegen des Verwundeten läuft nach einem bestimmten Verfahren ab.

Bundeswehr/Andrea Neuer

Während des Sicherns der Brücke fallen auf einmal Schüsse. Die Soldaten geraten in ein Feuergefecht, dabei wird ein Soldat verwundet und muss so schnell wie möglich stabilisiert und mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden. Es ist eine Lage, die gleich mehrfach den sicheren Umgang mit Meldeformaten und die präzise Zusammenarbeit mit dem Luftfahrzeug abfordert.

Im Anschluss an den ersten Auftrag fliegen sämtliche Soldaten weiter zur Wehranlage in Oppershausen. Da der Fluss Aller in dieser Gegend nicht überall ohne Weiteres passierbar ist, müssen die Männer einen weiteren Übergang für den Marschkonvoi freihalten.

Verhandlungen mit bewaffneten Zivilisten

Soldaten und Zivilisten stehen auf einer Brücke und verhandeln, zwischen ihnen ein Stuhl und ein Tisch.

Freund oder Feind? Der Anführer der „Lower Saxony Boiz – Flotwedel Chapter“ will mit den Soldaten verhandeln. Lagedarsteller verwickeln die Soldaten in Verhandlungen um die Brücke. Die Zivilisten wollen nicht weichen.

Bundeswehr/Andrea Neuer

Hier wartet eine neue Herausforderung: In diesem fiktiv von Grenzkonflikten geprägten Land ist diese weitere wichtige Brücke bereits in festen Händen. Mitglieder einer lokalen militanten Gruppe haben ein Wehr besetzt und wollen „ihre“ Brücke nicht ohne Weiteres aufgeben. „Wir haben uns für das Szenario extra eine lokale Gruppierung ausgedacht“, verrät Oberstleutnant Schuster. Eine Weile verhandeln die Soldaten, denn die Gruppe zeigt sich hartnäckig. Zu kooperativ dürfen sie jedoch nicht sein, denn es gibt einen klaren Auftrag: Der Marschkonvoi muss das Wehr passieren können. Als dann noch Waffen ins Spiel kommen, ist es mit der Geduld vorbei. Die Fallschirmjäger setzen die „Kämpfer“ fest, informieren die zuständigen Stellen und machen die Straße wieder passierbar. Auch wenn am Ende immer die Erfüllung des Auftrags im Vordergrund steht, müssen die Soldaten gegenüber der Zivilbevölkerung ein lageangepasstes Verhalten zeigen.

Ausbildungsleiter Schuster resümiert: „Der Schwerpunkt der Ausbildung lag bei der Planung und Durchführung eines luftgestützten Einsatzes. Üben übt. Kommen Sie gern für eine Vertiefungsausbildung wieder“, gibt er der Truppe abschließend auf den Weg.

von Andrea Neuer

zum Thema

Nutzen Sie bitte nachfolgend die Pfeiltasten (links/rechts) um zum vorherigen/nächsten Slide zu springen. Nutzen Sie die Tabtaste um innerhalb des aktiven Slides Elemente (wie Links) anzuspringen.

Sie verlassen jetzt das Slide Modul. Drücken Sie die Tabtaste zum Fortfahren oder navigieren Sie andernfalls einfach weiter mit den Pfeiltasten.