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Wer ist der Beste für den Military Fitness Cup 2021?

Wer ist der Beste für den Military Fitness Cup 2021?

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Datum:
Ort:
Dresden
Lesedauer:
3 MIN

An der Offizierschule des Heeres in Dresden trainieren acht Kameradinnen und Kameraden für den Military Fitness Cup der Bundeswehr 2021. Die speziellen Übungen aus dem Bereich der militärischen Fitness dienen neben der Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit dazu, die Soldaten für die besonderen Belastungen eines Einsatzes fit zu machen.

Ein Soldat stemmt eine metallene Kiste mit beiden Armen über seinem Kopf und presst dabei die Lippen zusammen.

Beim Military Fitness wird militärische Ausrüstung gestemmt, wie hier eine 15 Kilogramm schwere Munitionskiste, oder gezogen beziehungsweise getragen. Es geht darum Bewegungsabläufe zu üben, die möglichst nah an einem Gefechtseinsatz sind.

Bundeswehr/Sebastian Kelm

„Und Vollgas! Komm! Schneller!“ Stabsfeldwebel Sebastian Müllers ruft laut, während sein Blick zwischen der Stoppuhr und den Kameraden auf dem Sportplatz hin- und hergeht. Den Soldaten läuft der Schweiß über die Stirn. Zwei mehr als 15 Kilogramm schwere Munitionskisten schleppen sie im Laufschritt über den Sportplatz der Dresdner Graf-Stauffenberg-Kaserne. Das Thermometer zeigt mehr als 20 Grad. Noch drei weitere sportliche Teilaufgaben müssen absolviert werden.

Sie trainieren für den Military Fitness Cup 2021, bei dem voraussichtlich Ende Juni wieder das fitteste Team der Bundeswehr im nordrhein-westfälischen Warendorf ermittelt werden soll. Schon zum dritten Mal probt das Team der Offizierschule des Heeres (OSHOffizierschule des Heeres) nun den Eingangstest. Stimmen die Werte, können sich die Fittesten für den Military Fitness Cup qualifizieren.

Ehrgeiziges Ziel

Ein Soldat spricht mit einem zweiten, der im T-Shirt und mit Basecap vor ihm steht.

Welche hohen Anforderungen an das Team gestellt werden, berichtet Oberstleutnant Jens-Uwe Rohrmoser (l.) seinem Kommandeur, Brigadegeneral Olaf Rohde während dessen Dienstaufsicht.

Bundeswehr/Sebastian Kelm

Oberstleutnant Jens-Uwe Rohrmoser ist Chef der V. Inspektion an der OSHOffizierschule des Heeres und Kopf und Projektoffizier des MilFit-Trainings. Sieben Kameraden und eine Kameradin üben gemeinsam seit Anfang des Jahres zweimal pro Woche auf den Sportanlagen in der Dresdner Graf-Stauffenberg-Kaserne für den anspruchsvollen Test. „Mit dem Training und dem Test kann man Kraft, Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Ausdauer und das Beherrschen des militärischen Handwerks unter Beweis stellen. Das sind Fähigkeiten, die für den Soldatenberuf extrem wichtig sind“, erklärt Rohrmoser die Vorzüge des Trainings. Bereits 2019 hatte er dafür gesorgt, dass die OSHOffizierschule des Heeres mit einem eigenen Team an den Start ging. Platz 16 von 35 Teams sprang damals für die Kameraden aus Dresden raus. In diesem Jahr peilen die Dresdener eine Platzierung im einstelligen Bereich an.

Mindestanforderungen sind zu erfüllen

Ein Soldat hebt eine Metallstange hoch, die an beiden Seiten mit Metallscheiben beschwert ist.

Für den Test stemmen die Soldaten schon mal vorher ganz normale Langhanteln mit Gewichten.

Bundeswehr/Sebastian Kelm

Drei Disziplinen stehen für die Soldaten beim Test auf der Agenda: ein 800-Meter-Lauf, das Munitionsstemmen und die Bewegung auf dem Gefechtsfeld. Beim Munitionsstemmen muss eine 15 Kilogramm schwere Munitionskiste von der Schulter aus über den Kopf hochgestreckt werden. 33 Wiederholungen sind als Minimum in der Altersklasse bis 26 Jahre gefordert, 17 Stück müssen die über 40-Jährigen schaffen. 118 Mal stemmt Oberstleutnant Herkules Reimann die Kiste über den Kopf in die Höhe. Der 42-Jährige ist Hörsaalleiter an der Offizierschule. „Die körperliche Herausforderung, das reizt mich am MilFit-Training, dazu stärkt es besonders das Gemeinschaftsgefühl in unserer Inspektion. Und die Übungen sind genau das, was jeder Soldat können sollte: unter körperlicher Belastung ein Höchstmaß an Konzentration abliefern“, sagt Reimann.

Bewegungsabläufe des Gefechtsdienstes

Ein Soldat liegt mit dem Bauch auf einer Wiese und kriecht so flach wie möglich zehn Meter weit.

Voller Körpereinsatz beim Gleiten – der tiefsten Gangart. Dieser Bewegungsablauf ist auch bei der Drahtgasse auf der Hindernisbahn gefordert.

Bundeswehr/Sebastian Kelm

Dann bewegen sich die Soldaten über den Rasen inmitten der Tartanbahn: Sie sprinten 25 Meter, gleiten zehn Meter, kriechen 15 Meter und laufen noch einmal 25 Meter im Slalom. Die schweren Munitionskisten kommen immer wieder zum Einsatz. Dazu bergen sie einen Verwundeten mit Rautek- und Gamstragegriff. „Das sind typische Bewegungsabläufe für den Gefechtsdienst. Die Übungen bilden genau das ab, was ein Soldat können muss und zeigen die Kriegstauglichkeit“, erklärt Rohrmoser. Ein 800-Meter-Lauf entspräche der Grundbelastung des Gefechtsdienstes und das Munitionskistenstemmen simuliere beispielsweise das Be- und Entladen der Fahrzeuge. „Und wir haben hier an der OSHOffizierschule des Heeres perfekte Bedingungen für das Training.“

Ein Baustein für den Soldatenberuf

Ein Soldat zieht einen schweren Gegenstand übers Gras und läuft damit rückwärts

Mit dem Ziehen eines schweren Gewichts wird beim Training das Bergen eines Kameraden im Rautekgriff simuliert und geübt.

Bundeswehr/Sebastian Kelm

Während des MilFit-Trainings wird meist militärische Ausrüstung getragen. Dazu gehören der Feldanzug, der Gefechtsrucksack, die Schutzweste, der Gefechtshelm und Waffen. Der Umgang mit der eigenen Ausrüstung wird so gezielt in den Trainingsprozess integriert.

Unterstützt werden die Trainierenden durch den Kommandeur der Offizierschule des Heeres: „Military Fitness ist kein Selbstzweck. Körperliche Leistungsfähigkeit ist insgesamt ein wesentlicher Baustein für den Soldatenberuf und die Einsatzbereitschaft. Egal in welchem Alter und Dienstgrad. Ein Mindestmaß geht immer“, so Brigadegeneral Olaf Rohde.

von Cornelia Riedel

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