Heer

Wie Truppengattungen im Gefecht zusammenwirken

Wie Truppengattungen im Gefecht zusammenwirken

  • Führung
  • Heer
Datum:
Ort:
Dresden
Lesedauer:
3 MIN

Wie viele Artilleriebataillone hat die Bundeswehr? 12, 100, oder 2 waren die Antworten. Wie viel es wirklich sind, erklären die Hauptleute, Dennis Schwarz und Oliver Zimmer. Sie sind Teil eines ausgeklügelten Ausbildungskreislaufes bei der Heeresprägungswoche an der Offizierschule des Heeres. Wie Streitkräfte im Gefecht funktionieren und durch welche Fähigkeiten jede einzelne Truppengattung besticht, das lernen die Offizieranwärter- und anwärterinnen in dieser Woche in Dresden.

Im Geländesandkasten stehen Miniaturfahrzeuge und -gebäude.

Wenn die Fähigkeiten der Truppengattungen ineinandergreifen, entsteht ein Leistungsspektrum der Landstreitkräfte.

Bundeswehr/Marco Dorow

Auf die angehenden Führungskräfte warten bei der speziellen Ausbildungswoche zahlreiche Programmpunkte. Dazu gehören militärische Fitness in Einzel- und Mannschaftswettbewerben, das gemeinsame Überwinden von Hindernissen und Wettkämpfe in militärischen Grundfertigkeiten. „Ein besonderer Schwerpunkt ist es aber, den Offizieranwärtern die Grundlagen von Landoperationen zu vermitteln“, erklärt Hauptmann Dennis Schwarz. Der Hörsaalleiter aus der Artillerieschule der Bundeswehr in Idar-Oberstein ist mit seinem Team extra für die Heeresprägungswoche nach Dresden gereist. Die beiden sind Teil des rund 150 Soldaten umfassenden Organisations- und Ausbildungstabes.  

Das Leistungsspektrum der Landstreitkräfte

In einem großen Saal sitzen zahlreiche Soldaten. An die Wand werden Karten projiziert.

Wie rasant, schnell und komplex ein Gefecht wird, zeigt der interaktive Blick auf ein solches Gefecht.

Bundeswehr/Marco Dorow

Einer der grundlegenden Fragen, wie Landstreitkräfte funktionieren, erfahren die angehenden Offiziere in einer interaktiven Darstellung im größten Saal der Offizierschule, im Scharnhorst-Saal. Krieg ist ein Chamäleon und der militärische Führer flexibel: Mit dieser Behauptung wird ein Vortrag eröffnet, der zeigen wird, wie Landstreitkräfte funktionieren. „Sie als militärische Vorgesetzte werden lernen, auf sich ständig ändernde Lagen zu reagieren. Wie die Wechselfarben eines Chamäleons werden Lageänderungen in militärischen Auseinandersetzungen Sie zum Handeln herausfordern. Sie müssen dann flexibel reagieren und entscheiden“, beschreibt der mit dieser Station beauftragte Oberst. Eine riesige in den Scharnhorst-Saal projizierte Lagekarte mit vielen taktischen Symbolen zeigt dabei den Verlauf eines angenommenen Gefechtsszenarios. Gedanklich gehen die jungen Offizieranwärter in einer geführten Moderation mit auf den Gefechtsstand, mitten hinein in das Gefecht.

Panzertruppe, Sanitäter, ITInformationstechnik-Soldaten

In einem großen Saal sitzen zahlreiche Soldaten mit Mund-Nasenschutz, ein Soldat steht an der Seite und spricht.

Im Gefecht ist niemand allein: Im Gefecht der verbundenen Waffen hat jeder „Player“ seinen Auftrag und seine Berechtigung.

Bundeswehr/Marco Dorow

Nach wenigen Minuten auf dem, wenn auch digitalen, Gefechtsfeld wird klar, keiner agiert allein. Kampfpanzer und Grenadiere kämpfen meist nebeneinander, die Sanitätstruppe ist nicht wegzudenken, die ITInformationstechnik-Soldaten sorgen für die digitale Überlegenheit und Pioniere bringen die Kampftruppe über Gewässer, so die Erkenntnisse einiger Fahnenjunker bei einem Pausengespräch. Für sie ist interessant zu sehen, wie schnell sich der Kreis schließt. Aus allen Truppengattungen kommen hier Offizieranwärter zusammen und im digitalen Gefecht wird sehr schnell ersichtlich, was jede Truppengattung mit ihren Fähigkeiten zum Gefecht beiträgt. Wie Zahnräder greifen die Truppengattungen ineinander, so der Tenor der Gespräche am Rande der Ausbildung.

Batterie und nicht Kompanie

Um einen Geländesandkasten stehen Soldaten. An der schmalen Seite steht ein Soldat mit einem Zeigestock und erläutert etwas.

Am Sandkasten wird der Blick auf die Truppengattung anschaulich und somit leichter verständlich.

Bundeswehr/Marco Dorow

Nur eine Tür weiter, an einer weiteren Station, tauchen die Teilnehmer der Heeresprägungswoche noch tiefer in die Truppengattungen ein. Jede Truppengattung des Heeres stellt sich vor. „Es sind rund 3.300 Soldaten, 4 Bataillone und dazu noch ein paar Soldaten in der Organisationsstruktur und Ausbildung“, beantwortet Hauptmann Oliver Zimmer die Frage nach der Größe der Artillerietruppe. Was eben im Scharnhorst-Saal noch die enorme Größe eines Gefechtsfeldes hatte, ist nun zum Greifen nah. Hauptmann Schwarz und Zimmer sind Artilleristen durch und durch. Ein Artilleriebataillon setze sich aus Batterien und nicht Kompanien, wie bei den anderen Verbänden, zusammen, erläutern sie. Die Fahnenjunker erfahren aus erster Hand etwas über die Wirkungsweise des Raketenwerfers MARSMittleres Artillerieraketensystem und die Panzerhaubitze 2000, über die unterschiedlichen Ansätze von Feuerunterstützung und Kampf mit dem Feuer, aber auch über die Struktur eines Artilleriebataillons in Führung, Versorgung, Aufklärung und Wirkung. Und im Gegensatz zum digitalen Bildschirm im Saal wird es hier gegenständlich. Zimmer beschreibt abschließend an einem Geländesandkasten die Einsatzgrundsätze der Artillerie. „Egal wie viele Fragen die jungen Soldaten stellen, wir lassen keine unbeantwortet“, erklärt Hauptmann Schwarz lächelnd, bevor er die nächste Ausbildungsgruppe in Empfang nimmt.

Lebendige Wissensvermittlung


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Ein Soldat meldet sich während einer Gesprächsrunde.

Erst wenn alle Fragen geklärt sind, geht es für die jungen Offizieranwärter zur nächsten Station.

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Soldat steht am Geländesandkasten, hält einen Stock in der Hand und erklärt etwas.

Die Einsatzgrundsätze der Artillerie werden am Geländesandkasten anschaulich erläutert. Er ist eine Nachbildung des Geländes mit Miniaturfahrzeugen, -gefechtsständen, -bäumen und Symbolen.

Bundeswehr/Marco Dorow
Großaufnahme: Auf grauem Sand stehen vier blaue, kleine Modellpanzerhaubitzen.

Am Geländesandkasten erfahren die angehenden Offiziere etwas über die Größenordnungen in einem Gefecht. Ein Geschützzug der Artillerie beispielsweise umfasst vier Panzerhaubitzen.

Bundeswehr/Marco Dorow
In einem großen Saal steht ein Soldat und erklärt etwas.

Der Gefechtsablauf wird moderiert und nimmt viele der jungen Offizieranwärter das erste Mal mit auf den Gefechtsstand.

Bundeswehr/Marco Dorow

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von René Hinz

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