Heer
Royal International Air Tattoo

„Wir sind Heeresflieger, nicht Team Luftwaffe!“

„Wir sind Heeresflieger, nicht Team Luftwaffe!“

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Datum:
Ort:
Faßberg
Lesedauer:
3 MIN

Was fliegt und das Eiserne Kreuz am Heck trägt, gehört zur Luftwaffe – so die landläufige Meinung im In- und Ausland. Das NHNATO-Helicopter-90 Display Team vom Transporthubschrauberregiment 10 in Faßberg leistet immer wieder auf internationalen Flugshows Aufklärungsarbeit und zeigt Messebesuchern, dass mit der Heeresfliegertruppe die Luftbeweglichkeit auch im Deutschen Heer präsent ist – wie jüngst nahe London.

Ein Transporthubschrauber fliegt über eine Feldlandschaft durchzogen von grünen Wäldern.

Wie aus einem Bilderbuch erstreckt sich die Landschaft unterhalb des Transporthubschraubers, während sich die Crew auf den Flug Richtung Fairford konzentriert

Bundeswehr/Transporthubschrauberregiment 10

Über zehn Jahre ist es her, dass zuletzt deutsche Heeresflieger in Fairford waren. Dabei ist der militärische Flughafen westlich von London der Ort, an dem sich jedes Jahr unzählige Luftfahrtbegeisterte einfinden, um das Royal International Air Tattoo (RIAT) zu besuchen. Zum ersten Mal fand das RIAT 1971 auf einem Flugplatz in Essex mit gerade einmal 100 Luftfahrzeugen statt. Dieses Jahr wurden über 260 Flugzeuge und Hubschrauber aus 33 Nationen ausgestellt, darunter zwei Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 des Heeres, die bei ihrer Ankunft alle Blicke auf sich zogen.

Der Himmel über London 

Blick über die Schulter des Bordmechanikers aus dem Inneren des Hubschraubers heraus auf das Oval eines Stadions

Während der Bordmechaniker aus den geöffneten Seitentüren des NHNATO-Helicopter-90 den Luftraum beobachtet, kommt er in den Genuss von Londons Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel das Wembley-Stadion

Bundeswehr/Transporthubschrauberregiment 10

Bereits der Weg nach England war eine Besonderheit für die Crews der beiden Mehrzweckhubschrauber. „In der Regel fliegen wir in Deutschland“, erklärt Hauptmann Tim A., Pilot beim Transporthubschrauberregiment 10 in Faßberg. „Unsere Regularien kennen wir. Aber sobald wir den deutschen Luftraum verlassen, müssen wir die Regeln des Landes beherrschen, das wir gerade überfliegen“, ergänzt er. In England kam hinzu, dass „wir direkt über London flogen und damit über einen der am stärksten frequentierten Lufträume Europas“, so Hauptmann Martin M., der zweite Pilot im Cockpit. Und während die Bordmechaniker aus den geöffneten Seitentüren den Luftraum beobachteten und einen kurzen Blick auf die Sehenswürdigkeiten der Weltstadt erhaschen konnten, mussten sich die Piloten an genau diesen orientieren. Hinzu kam, dass sie nicht die einzigen waren, die nach Fairford flogen. Auch bekamen sie unterwegs Besuch: „Mittendrin wurden wir von einem Flugzeug des Veranstalters begleitet, aus dem Air-to-Air-Fotos von uns gemacht wurden“, erinnert sich Bordmechaniker Finn M.

Werbung für künftige Piloten

In Fairford angekommen, begann auch direkt das Programm. Von der Aufnahme bis zur Platzzuweisung war alles bestens organisiert, sodass sich die beiden Crews auf ihren Auftrag konzentrieren konnten: Eine Maschine diente als Static Display, also als Ausstellungsstück, das sich die Besucher des RIAT aus der Nähe ansehen konnten. Mit der anderen zeigten die Heeresflieger ihr Können in der Luft und begeisterten über das Veranstaltungswochenende hinweg über 200.000 Besucher. Erstaunlich war, wie viele Luftfahrtbegeisterte aus Deutschland den Weg nach Fairford fanden und sich über die Anwesenheit der Heeresflieger freuten. „Es hat sich zeitweise angefühlt wie auf einer Berufsmesse“, erzählt Stabsfeldwebel Finn M. „Neben britischen Soldaten, die früher in Deutschland stationiert waren, sprachen uns vor allem jüngere Deutsche an“, ergänzt Hauptmann Tim A. und berichtet von den Personalwerbegesprächen, die er und seine Kameraden im Static Display Hubschrauber geführt haben.

Auf ein baldiges Wiedersehen

Die NHNATO-Helicopter-90 des Deutschen Heeres standen bei den Besuchern hoch im Kurs. Und schon fast wichtiger als der internationale Austausch und die Kompetenzerweiterung für die Besatzungen durch den Auslands- und Überseeflug war der Werbeerfolg für die Truppe der Heeresflieger, genauso wie bei der Teilnahme an der letzten Airshow in Sanicole in Belgien und den NATO Days in Ostrava. Und vielleicht sind die Soldaten vom Transporthubschrauberregiment 10 auch im kommenden Jahr  beim Royal International Air Tattoo Fairford wieder dabei.

Zu Gast bei der Luftfahrtmesse RIAT

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Der Hubschrauber stößt zu beiden Seiten brennende, hellleuchtende Fackeln aus. Dadurch sieht es aus, als hätte er Flügel.

Fast wie Flügel sehen die Täuschkörper aus, die der NHNATO-Helicopter-90 ausgestoßen hat. Damit kann die Crew feindlichen Flugkörpern begegnen, mit denen der Hubschrauber angegriffen wird. Auch diese Fähigkeit führen die Faßberger vor.

Bundeswehr/Transporthubschrauberregiment 10
Blick aus einem Hubschrauber auf die Stadt London. In der Mitte des Bildes ist der Fluss Themse zu sehen.

Trotz der imposanten Kulisse von London müssen die Piloten des NHNATO-Helicopter-90 einen kühlen Kopf bewahren. Der Luftraum über London ist voll.

Bundeswehr/Transporthubschrauberregiment 10
Luftaufnahme der Start- und Landebahnen voller Menschen und Flugzeuge

Blick auf die Royal International Air Tattoo aus der Luft

Bundeswehr/Transporthubschrauberregiment 10
Zwei Hubschrauber fliegen nebeneinander über einen Fluss, der von grünen Feldern eingefasst wird.

Auch künftig wird das NHNATO-Helicopter-90 Display Team aus Faßberg bei nationalen und internationalen Flugshows seine Fähigkeiten vorstellen und für die Karriere bei den Heeresfliegern werben

Bundeswehr/Transporthubschrauberregiment 10
Ein Transporthubschrauber steigt in den Himmel auf. Vereinzelte Sonnenstrahlen durchbrechen die dunkle Wolkendecke.

Ein Teil des Himmels gehört dem Heer – ob Transport-, Kampf-, Rettungs- oder Schulungshubschrauber. Auch das Heer fliegt.

Bundeswehr/Transporthubschrauberregiment 10

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von Isabella Gattermann

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