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Ein Tag im Impfzentrum: Auf die Stationen, fertig, los!

Ein Tag im Impfzentrum: Auf die Stationen, fertig, los!

  • Corona-Impfung
  • Marine
Datum:
Ort:
Rostock
Lesedauer:
3 MIN

The same procedure as every day – für die Soldaten und zivilen Mitarbeiter, die zur Bevölkerungsunterstützung abgeteilt sind, gilt ein tägliches Motto.

Drei Soldaten in Flecktarnuniform blicken jeweils auf einen Computerbildschirm.

Die Anmeldung ist die zweite Station auf dem Weg zur Impfung.

Bundeswehr/Steve Back

07:10 Uhr: Abfahrt. Das Shuttle zur Frühschicht setzte sich in Bewegung, unser Ziel: Hanse-Messe Rostock

07:22 Uhr: Alles absitzen, heißt es bei der Ankunft an der Hanse-Messe. Der erste Weg führt immer durch den Personaleingang, an den Wachleuten vorbei zum Schnelltest. Denn täglich grüßt das Murmeltier, in diesem Fall der tägliche Corona-Test. Nun heißt es für 15 Minuten in der Halle verteilen und Abstand halten.

07:45 Uhr: Alle negativ! Nun dürfen wir endlich in den Aufenthaltsbereich, die Personaleinteilung steht an. Es sind vier Stationen: Empfang, Anmeldung, Registratur und die Impfbox. In der ersten Woche Dienst im Impfzentrum hat jeder jede Station durchlaufen. Dadurch sind alle überall einsetzbar und können sich flexibel vertreten. „In den Impfboxen, ohne Anrede und Dienstgrad: Dopitz, Haberichter, Möhlmann, ... Die Stationen besetzen“, teilt der Schichtleiter ein.

07:50 Uhr: Erste Anlaufstelle ist das Lager. Dort die zwei großen Boxen, einmal mit medizinischer Ausrüstung und einmal mit Papierkram, empfangen. Dann ab in die Box, für mich heute Box drei. Nach den Monaten ist der Ablauf dort reinste Routine: Flächen desinfizieren; Nierenschalen, Handschuhe, Mülleimer für Spritzen und so weiter auf dem Tisch platzieren; Zellstoff, Pflaster und Hände- sowie Hautdesinfektion auffüllen und den Kittel nicht vergessen. Nun ist der Computer und „mein Arbeitsbereich“ an der Reihe. Also Tacker, Kugelschreiber und Ordner bereitlegen.

Impfen im Akkord

08:10 Uhr: Nächster Tagespunkt: die Einweisung. Im Personalbereich hält die Chefin die tägliche Einweisung der Ärzte, medizinischen Fachangestellten, kurz MFAs, und Dokumenteuren, also uns. Hier erfahren wir, wie lange das Impffenster ist, was geimpft wird, wie viele Personen erwartet werden, ob nur erste Impfungen oder auch zweite Impfungen dabei sind. Für heute Vormittag sind 1.321 Impfungen geplant. Im Zeitfenster 08:30 Uhr bis 13:30 Uhr. Es wird Biontec geimpft, und das als erste und zweite Impfung.

08:30 Uhr: Alle 16 Boxen sind mit Arzt, MFA und Dokumenteur besetzt. Die übrigen Stationen haben die ersten Kunden bereits empfangen, angemeldet und registriert. Denn erst, wenn die Kameraden der Registrierung den Haken gesetzt haben, können wir sie aufrufen.

11:30 Uhr: Es ist Halbzeit. Das heißt bisher ungefähr 650 Mal der Satz: „Dem Gang bis zum Ende folgen, dann links abbiegen und dann kommen Sie in den nächsten Bereich.“ Diesen Satz kann Oberstabsgefreiter Tino Stahlberg langsam nicht mehr hören. Seit dem 12. Januar ist er Teil des Teams im Impfzentrum und somit einer der Soldaten, die von Anfang an dabei sind. Seine Station ist die Anmeldung, von der aus er die Kunden weiter zur Registrierung schickt.

13:00 Uhr: Noch eine halbe Stunde bis zur ersten regulären Pause. Die Dokumenteure fangen an zu vergleichen, wer hat in dieser Schicht am meisten geimpft? Denn ein kleiner interner Wettkampf spornt an und motiviert. Monotone Arbeit, wie am Fließband, ohne richtige Pause schlaucht enorm.

Ein Soldat in Flecktarnuniform und eine Frau in Zivilkleidung sitzen an einem Tisch und unterhalten sich.

Ähnlich wie in einer Behörde hat jeder Besucher eine Wartenummer. Sobald er aufgerufen wird, ist ein Klingelton zu hören. Die Nummer erscheint auf mehreren Monitoren im Wartebereich und dahinter steht, in welche Impfbox der Kunde muss.

Bundeswehr/Steve Back
Ein Computermonitor auf der eine Anzeige zum Aufruf eines nächsten Kunden leuchtet.

Über den Computer und mit Hilfe einer Software sieht der Soldat in der Box, ob ein Kunde im Wartebereich bereit ist zum Aufruf.

Bundeswehr/Steve Back

Nach der Pause ist vor der Pause

Eine große Gruppe von uniformierten Männern und Frauen stehen beieinander und schauen nach oben in die Kamera.

Angefangen hat es mit 30 Marinesoldaten. Mittlerweile besteht das Impfzentrum aus einer Gesamtstärke von 140 Soldaten und Zivilangestellten aus Marine, Heer und Luftwaffe.

Bundeswehr/Steve Back

13:30 Uhr: Patient 1.321 ist geimpft und hat im Wartebereich Platz genommen. Während er noch 15 Minuten warten muss, bevor er das Impfzentrum verlassen darf, schnappen sich die Dokumenteure die Papiere. Denn nach jeder Schicht muss jede Box diese „abschließen“. Das heißt die Papiere werden auf Vollzähligkeit kontrolliert. Der Gang geht zum Lager. Hier werden die Papiere gezählt, gesammelt und verschickt. Sie dienen als Nachweis welcher Besucher, mit welchem Stoff und welcher Charge geimpft wurde. Zeitgleich trifft die Spätschicht ein. Auch hier gleicher Ablauf: erst testen!

14:00 Uhr: „Ich bin wirklich sehr stolz, auf jeden einzelnen von Ihnen. Was sie jeden Tag leisten kann sich kaum jemand vorstellen“, lobt Zugführer Kapitänleutnant Axel M. die 140 Soldatinnen, Soldaten und Zivilangestellten. Die Frühschicht hat für heute Dienstschluss und die Spätschicht besetzt die Stationen. Der Ablauf beginnt von Neuem.

20:00 Uhr: Alle Termine wurden wahrgenommen. Die Stationen werden aufgeräumt und der Papierkram abgeschlossen.

20:30 Uhr: Abfahrt. Das Shuttle fährt zurück zur Hansekaserne.

20:42 Uhr: Das Auto wird geparkt und die Mitfahrer begeben sich nach Hause. Bevor es am nächsten Tag wieder heißt: the same procedure as every day.

von Julia Haberichter  E-Mail schreiben

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