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BALTOPS 2016: Rauch, Lärm und Feuerkraft

BALTOPS 2016: Rauch, Lärm und Feuerkraft

  • Übung
  • Marine
Datum:
Ort:
Polen
Lesedauer:
3 MIN

Highlight und Abschluss der Großübung BALTOPS war eine amphibische Landungsübung an der polnischen Ostseeküste. An vorderster Front mit dabei: deutsche Seesoldaten aus Eckernförde, transportiert von der niederländischen Marine.

Zwei Soldaten in Flecktarn am Strand, in der Mitte des Bildes schwarze Rauchschwaden.

Angriff auf die polnische Küste. Die Verteidiger haben sich gut verschanzt.

Bundeswehr/Sandra Mittelstädt

Die Invasion beginnt um acht Uhr vierzig. Mit ohrenbetäubendem Lärm fahren Schützenpanzer in ihre Stellungen, um ihren Strandabschnitt zu verteidigen. Sie und weitere Infanteristen der polnischen Armee sind heute ausnahmsweise einmal die „Roten“, die Übungsgegner. Am Strand von Ustka in Pommern, 140 Kilometer westlich von Danzig, warten sie auf die „Blauen“.

Die stehen draußen auf See bereit. Die Schiffe und Boote des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Manöververbandes für „BALTOPS 2016“ haben schon auf ihren Positionen gekreist, bevor die Übung begann. Als jetzt die Minenräumer und Landungsboote immer näher kommen, beginnt die Übung mit viel Rauch – und noch mehr Lärm.

Mit allen verfügbaren Mitteln bekämpfen sich die Gegner in diesem realistisch nachgestellten Übungsszenario. Die Minenjagdboote sichern das Vorrücken der Landungsflottille. Trotz des Feuers der Panzerkanonen schaffen es die Landungsboote immer näher an das Ufer. Auch die übrigen Schiffe weiter draußen rücken noch weiter vor und zwingen die „Roten“ mit ihrem Deckungsfeuer zum Rückzug. Der ganze Strand verschwindet in schwarzem und weißem Rauch. Die Sicht ist gleich Null.

Kaum sind die Boote auf den Sand gefahren, stürmen 40 deutsche Soldaten als erste den Strand. Sie stammen vom Seebataillon aus Eckernförde und sind auf der „Johan de Witt“ hierher gelangt, dem großen Docklandungsschiff der Königlich Niederländischen Marine.

Die „Blauen“ waren eigentlich die „Bunten“

„Wir waren auf einem britischen Landungsboot, neben uns haben sich die USUnited States-Marines gesammelt“, beschreibt Klemens K., Zugführer der deutschen Marineinfanteristen, die multinationale Invasionstruppe. „Nach einem kurzen Ruck ging die Rampe nach unten und wir sprangen ins Wasser und stürmten die erste Stellung. Die Anderen waren sehr beeindruckt davon, wie schnell wir unsere Position gesichert hatten,“ ergänzt er stolz. Britische und USUnited States-amerikanische Marines haben schließlich gemeinsam mit den Marinesoldaten aus Deutschland den Strandabschnitt eingenommen.

Nachdem die Übung beendet war und alle Einheiten ihr Können gezeigt hatten, war BALTOPS für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Oberleutnant zur See K. stellte heraus: „Die Zusammenarbeit mit den Niederländern auf der ,Johan de Witt‘ war spitze. Die Kameraden arbeiten extrem professionell!“

Ein Soldat in blau-grauem Flecktarn steht am Strand und spricht in ein Mikrofon.

Vizeadmiral James G. Foggo bei einer Pressekonferenz während BALTOPS 2015

US Navy/John Callahan

Auch Vizeadmiral James G. Foggo gab sich sichtlich zufrieden. „Es ist mir eine Ehre, BALTOPS 2016 zu führen“, erklärte er am frisch eroberten Strand. Der stellvertretende Befehlshaber der USUnited States Navy in Europa ist zugleich „Commander Naval Striking and Support Forces“ der NATONorth Atlantic Treaty Organization und als solcher war er bereits ein zweites Mal bei der Übung dabei. Er hatte auch am frühen Morgen des 15. Juni den Startschuss für die Landungsübung gegeben. Und diesen letzten Abschnitt und Abschluss des jährlichen Großmanövers BALTOPS zuversichtlich eingeläutet: „Ich bin überzeugt, dass die Marinen und Luftwaffen der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Staaten und der Partnership-for-Peace-Nationen gemeinsam diese Übung sicher und stark absolvieren werden.“

14 nationale Streitkräfte, unter ihnen die der Nicht-NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mitglieder Schweden und Finnland, hatten insgesamt 45 Schiffe, 60 Luftfahrzeuge sowie 4.000 Soldatinnen und Soldaten zu BALTOPS 2016 entsandt. In einer Vielzahl von Einsatzlagen, darunter neben amphibischen Operationen auch die U-Boot- und Flugabwehr, haben sie ihre Interoperabilität geübt. Die deutschen Marineinfanteristen waren seit Beginn der Übung eingeschifft gewesen und hatten dabei schon vor der Landung in Polen ausführlich in Finnland trainiert.

von Claudia Thiele  E-Mail schreiben

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