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Ölauffangschiff „Bottsand“ unter neuer Flagge

Ölauffangschiff „Bottsand“ unter neuer Flagge

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Datum:
Ort:
Kiel
Lesedauer:
2 MIN

Die „Bottsand“ hat am 23. März das Ressort gewechselt: vom Verteidigungsministerium ins Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Ein kleines graues Schiff in See; sein Rumpf ist längs zweigeteilt und aufgeklappt.

Die „Bottsand“ bei einer Übung in der Kieler Bucht

Bundeswehr/Tanja Wendt

Der Flaggenwechsel erfolgte in einer Emdener Werft von der Marine an das Reedereizentrum der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Das bisher marinegraue Schiff wird künftig im schwarzen und weißen Anstrich der Bundesbehörden mit einer anderen Besatzung die Aufgaben Katastrophen- und Gewässerschutz übernehmen.

Die zivile Besatzung besteht aus zwei Nautikern, zwei Technikern und zwei Schiffsmechanikern. Sie bereederte in einem einzigartigen „Mehr-Schiff-Modell“, eine Crew für zwei Schiffe, seit April 2020 neben der „Bottsand“ auch das Schwesterschiff „Eversand“. Letztere fährt noch ein weiteres Jahr für die Marine.

Führung und Einsatz beider Schiffe waren bisher lageabhängig. Seit 1999 trägt hierfür die Koordinierungsstelle des Havariekommandos in Cuxhaven die Verantwortung. Hauptaufgabe war der Katastrophenschutz der Küstenländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen. Nebenaufgabe war die Ver- und Entsorgung der Marineschiffe bei Manövern und offiziellen Anlässen.

Zwei graue Schiffe auf einem offenen Gewässer.

Die „Bottsand“ und ihr Schwesterschiff „Eversand“

Bundeswehr/Marcel Kröncke

1985 in Dienst gestellt dient das Spezialschiff dazu, bei Schiffshavarien in der westlichen Ostsee mögliche Ölunfälle zu bekämpfen. Ursprünglich in Olpenitz nördlich von Kiel stationiert, wechselte es 1995 nach Warnemünde. Die Entscheidung zur Verlegung fiel aus zwei Gründen: wegen der Nähe zur Kadettrinne als Hotspot der Ostseeschifffahrt und der erweiterten Anti-Ölverschmutzungs-Kooperation mit Polen, Schweden und Dänemark.

„Die Teilnahme an internationalen Katastrophenschutzübungen (Balex) in der Ostsee sind selbstverständlich für meine Crew.  Wir gewannen mit der Bottsand den „Best-Practise-Prices“ 2016 und 2019. Der Wanderpokal in Form eines Taucherhelms bekamen wir 2019 in Rönne/Bornholm“ bemerkt der zivile Kapitän Jens Käding. 

Welche besonderen Fähigkeiten hat das Schiff?

Für die Marine entsorgte das Spezialschiff gesammelte Bilgenabwässer von Marineschiffen aus den Stützpunkten Warnemünde, Eckernförde und Kiel. Die „Bottsand“ übernahm in Bedarfsfällen direkt von den Schiffen und Booten ölverschmutztes sogenanntes Grauwasser, das in den Maschinenräumen fast unvermeidlich anfällt, sowie bei defekten Abwasserpumpen auch Fäkalien. Die verschmutzten Abfälle entsorgte das Schiff danach umweltgerecht in den jeweiligen Marinestützpunkten. Diese Dienstleistung ersparte die teure Entsorgung über Fremdfirmen.

Beide Schiffe erfüllten die vertraglichen Verpflichtungen zwischen Marine und Havariekommando. Das sind jährlich sechs Einsatzübungen. Dabei handelt es sich um Ölfangfahrten im aufgeklappten Zustand sowie um simulierte Chemieunfälle im Zusammenwirken mit der Schifffahrtspolizei und Feuerwehren von Rostock, Lübeck, Kiel und Hamburg.

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