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Einsatzbericht der „Brandenburg“, Teil 8: Resümee auf dem Heimweg

Einsatzbericht der „Brandenburg“, Teil 8: Resümee auf dem Heimweg

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in See
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Der Einsatz ist ruhig geblieben, aber 166 Tage ohne Landgang sind keine Kreuzfahrt. Doch am Ende hat die Crew die Zeit gut überstanden.

Ein großer roter Adlerkopf auf einer grauen Schiffswand.

Selbstgemachtes Souvenir: Beim letzten Aufenthalt im Hafen von Souda haben die „Brandenburger“ noch das Wappentier ihres Patenlandes auf ihr Schiff gemalt.

Bundeswehr/Leon Rodewald

Es ist Ende Januar 2021. Die Fregatte „Brandenburg“ hat die Linie Dover-Calais passiert, die See hat sich nach Passage des Ärmelkanals wieder etwas beruhigt, und das Schiff steuert kursstabil in Richtung Heimathafen. Der außergewöhnliche Einsatz in der Ägäis wird vermutlich noch lange in den Köpfen der Männer und Frauen der Besatzung bleiben.

In vielerlei Hinsicht hat der „Rote Adler“ in diesem Einsatz sehr viel Glück gehabt. Gerade einmal vier Incidents, also vier Ereignisse in Bezug auf Migrantenboote, hat die Besatzung in den knapp fünf Monaten im Einsatzgebiet beobachtet – in den Hochphasen der Migration war dies die Zahl, die an einem Tag beobachtet werden konnte. Besonders belastende Ereignisse wie Seenotfälle, ertrunkene Migranten, oder ähnliche Vorfälle sind Schiff und Besatzung erspart geblieben.

An Bord gab es zwar auch einige Unfälle, Verletzungen und Erkrankungen, die aber – mit oder ohne Repatriierung in die Heimat – allesamt sehr glimpflich ausgegangen sind. Mit einer nur geringen einstelligen Zahl an Verstößen gegen die militärische Disziplin über den gesamten Einsatzzeitraum war auch diesbezüglich „Ruhe an der Front“.

Nach der Seefahrt ist vor der Seefahrt

Ein Mann in Tarnuniform und ein Kind schauen zu einem grauen Schiff; der Mann hält seine rechte Hand an die Schläfe.

Am 6. Februar 2021 kehrt der „Rote Adler“ zurück nach Wilhelmshaven. Auch die Heimat unterliegt noch den Pandemiebedingungen: Nur der Kommander der Einsatzflottille 2, mit Sohn, konnte das Schiff an der Pier Willkommen heißen.

Bundeswehr/Leon Rodewald

Eine Kreuzfahrt war der Einsatz in der Ägäis dennoch nicht. 166 Tage Abwesenheit vom Heimathafen, ohne einen sonst üblichen „Liberty port“ – also der Chance, zwischendurch einmal nach Hause fliegen zu können, oder Angehörige in einen Hafen nachkommen zu lassen –, sind belastend. Von den 366 Tagen des Jahres 2020 war die „Brandenburg“ an 222 Tagen nicht im Heimathafen, mit Abstand im Vergleich zum Rest der Flotte der Spitzenwert im zurückliegenden Jahr. Umso erfreulicher ist, wie gut die Besatzung mitgezogen und wie gut sie den Einsatz überstanden hat.

Langer Müßiggang wird Schiff und Besatzung jedoch nicht vergönnt sein. Weniger als fünf Wochen nach dem Einlaufen in Wilhelmshaven wird die Fregatte bereits wieder zum nächsten, mehrwöchigen Vorhaben in See stehen. Auch diese Seefahrt wird dann alles andere als normal sein, aber was bedeutet dieser Tage schon „normal“?

von Jan Hackstein  E-Mail schreiben