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Jährliche Weisung Marine 2021

Jährliche Weisung Marine 2021

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Datum:
Ort:
Rostock
Lesedauer:
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Am 17. Dezember hat der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, seine Prioritätensetzung für das kommende Jahr ausgegeben.

Ein Schiff fährt aus dem Hafen.

Die Fregatte „Hamburg“ auf dem Weg in den Einsatz Irini

Bundeswehr/Leon Rodewald

Dieses Grundsatzdokument verfasst der Inspekteur regelmäßig, aber für 2021 steht die Weisung unter außergewöhnlichen Vorzeichen. „Die Begleiterscheinungen und Folgen der COVID-19Coronavirus Disease 2019-Pandemie haben vieles von dem, was zu Beginn des letzten Jahres als sicher und planbar galt, nachhaltig erschüttert“, so Krause. Von den Folgen werde absehbar auch die Bundeswehr und damit die Marine betroffen sein – während gleichzeitig Umfang und Intensität der Herausforderungen für die Streitkräfte noch zunehmen würden.

Bedeutung des konzeptionellen Rahmens der Bundeswehr für die Marine

Diese Herausforderungen hatte zuletzt im November Verteidigungsministerin Annegret Kamp-Karrenbauer in einer sicherheitspolitischen Grundsatzrede an der Bundeswehruniversität in Hamburg erläutert. Aus dieser Rede, der Broschüre „Auftrag Landes- und Bündnisverteidigung“ des Generalinspekteurs und den Leitlinien zum Indo-Pazifik des Auswärtigen Amtes, verbunden mit dem aktuellen Weißbuch zur Sicherheitspolitik und Zukunft der Bundeswehr, leiteten sich wesentliche Vorgaben für die Marine ab.

„Die Kenntnis der entsprechenden Inhalte ist Grundvoraussetzung für das Verständnis der Lage und die zielgerichtete Ausgestaltung der Marine von heute und morgen“, gibt der Marineinspekteur vor. Er selbst leitet ab, dass die Marine wie in den vergangenen Jahren auch 2021 bis an die Grenzen der Belastbarkeit gefordert sein werde. Die vielfältigen Einsätze und einsatzgleichen Verpflichtungen sowie Missionen, Übungen und weitere zahlreiche Aufgaben müssten auch künftig ohne Reserven mit der bisher kleinsten Flotte bewältigt werden.

Blick in die Zukunft bis zu den Neuwahlen und bis zur Fregattenklasse 127

Im Weiteren der Jahresweisung geht Krause nacheinander auf die Themen Ausrüstung und Instandsetzung, Anpassungen in der Organisation, Personal und Personalgewinnung sowie Mindset der Truppe und insbesondere das Projekt „Wir sind Marine“ ein. Sein Fokus für 2021 und darüber hinaus liege auf:

  • Stärken der Fähigkeit Landes- und Bündnisverteidigung, insbesondere das Wiedererlangen operativer Führungsfähigkeit und der Befähigung zur mehrdimensionalen Seekriegführung mit dem Schwerpunkt U-Boot-Abwehr
  • Bereitstellen einsatzbereiter und führungsfähiger Kräfte für das internationale Krisenmanagement
  • Stärken der Rolle der Deutschen Marine im Bündnis durch zielorientierte Weiterentwicklung des neuen Einsatzstabs DEU MARFORGerman Maritime Forces Staff und Übernahme einer Koordinierungsfunktion für die Marinen im Ostseeraum
  • Verbessern der Verfügbarkeit der vorhandenen und Beschleunigen des Zulaufs neuer Einheiten, insbesondere durch Personalunterstützung für das Ausrüstungsamt BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und dessen Marinearsenal
  • Ausbau der technischen Führungs- und Kommunikationsmittel auf allen Ebenen
  • Integrieren einer leistungsfähigen und aufgabengerecht ausgestatteten Reserve, um die Einsatzfähigkeit der Marine sicherzustellen
  • Stärken der militärischen Gemeinschaft und der Identifikation mit der Marine im Sinne des Projekts „Wir sind Marine“

Speziell beim Zulauf neuer Großgeräte blickt der Inspekteur voraus bis zu den Fregatten der Klasse 127, der nächsten Generation von Kampfschiffen nach dem MKS180. Bei der Instandsetzung sei sicherzustellen, dass bisher erreichte Fortschritte in der Optimierung nicht durch aufwändige juristische und kaufmännische Absicherungsprozesse aufgezehrt würden.

„Das Jahr 2021 wird insbesondere für die Marine ein Jahr der Umbrüche“, schreibt Krause. Im Herbst wird ein neuer Bundestag gewählt. Es bleibe abzuwarten, wie sich die künftigen Mehrheitsverhältnisse im neu gewählten Bundestag und ein neuer Koalitionsvertrag auf die Ausgestaltung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands auswirken würden. „Für uns geht es vorerst darum, sowohl die bereits laufenden als auch die geplanten Projekte voranzutreiben und erfolgreich zum Abschluss zu bringen“, mahnt der Inspekteur die Marineangehörigen. „Denken und handeln Sie – egal an welcher Stelle und in welcher Funktion – auch weiterhin im Sinne der Sache.“

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