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Korvette „Karlsruhe“ trifft Fregatte „Karlsruhe“

Korvette „Karlsruhe“ trifft Fregatte „Karlsruhe“

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Datum:
Ort:
Kiel
Lesedauer:
2 MIN

Das Vorschiff der künftigen Korvette „Karlsruhe“ passierte am 18. August Höhe Marinearsenal Kiel die ehemalige Fregatte „Karlsruhe“.

Ein graues Schiff passiert ein graues altes Schiff im Hafen liegend.

Anderthalb mal „Karlsruhe“

Frank Behling

Das Ziel der „halben“ Korvette liegt knapp 95 Seemeilen südlicher, in der ehemaligen Blohm & Voss Werft in Hamburg, die heute zur Lürssen Gruppe gehört. Unter Schlepperhilfe trat der vordere Teil der zukünftigen „Karlsruhe“ die Reise von Kiel nach Hamburg an. Und genau hier entstand ein historischer Marinemoment. Direkt nach dem Auslaufen aus der Kieler Bauwerft passierte das Vorschiff mit der Baunummer 3 auf Steuerbordseite die ehemalige Fregatte „Karlsruhe“. Man könnte sagen neu trifft alt.

Bereits am 14. August ließen Werftarbeiter den vorderen Teil der zukünftigen „Karlsruhe“ mit einem Portalkran in Kiel zu Wasser. Zuvor legte das rund 50 Meter lange Schiffsteil, immerhin 430 Tonnen schwer, den Weg vom Bauplatz zur Wasserseite am Kran hängend zurück. Die Überfahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) nach Hamburg dauerte 15 Stunden. Zwei Schlepper, einer am Bug und einer achtern überführten so das antriebslose Vorschiff in die Werft. Ebenfalls auf dem Weg von Wolgast nach Hamburg ist der zweite Teil der Korvette „Karlsruhe“, das sogenannte Achterschiff. Es soll am 22. August eintreffen. Ursprünglich war ein gemeinsamer Konvoi der beiden Teile durch den NOK geplant. Aufgrund des stürmischen Wetters verschob die Werft in Wolgast das Verholen.
 

Eine Verbindung fürs Leben

Nach dem Eintreffen der beiden Teile führen die Werftarbeiter den sogenannten „Hochzeitsstoß“ durch. Bei diesem Abschnitt der Arbeiten schweißen die Werftarbeiter das Vorschiff mit dem Achterschiff zusammen. Dieser Vorgang bedarf höchster Präzision. So schwimmen Schlepper die beiden Schiffsteile in ein Dock ein, das anschließend trockengelegt wird. Dabei fixieren die Werftarbeiter das Achterschiff an einem festen Standort, während das Vorschiff auf einem beweglichen Wagen für Korrekturen verschiebbar bleibt. Als nächstes brennen Schweißer die Schwimmschotten aus, das sind offene Stellen, die zum Zweck der Überführung und Schwimmfähigkeit in Kiel zugeschweißt wurden. Abschließend fügen die  Mitarbeiter dann in einer langen Schweißnaht beide Teile zusammen.
 

Ein halbes graues Schiff hängt an einem großen blauen Kran.

Ein halbes neues Kriegsschiff am Portalkran der Werft

Bundeswehr/Marcel Kröncke

Insgesamt hat die deutsche Marine 2017 den Bau von fünf weiteren Korvetten (2. Los) in Auftrag gegeben. Die Namen der Korvetten stehen auch schon fest, neben der „Karlsruhe“, stellt die Marine die „Köln“, „Emden“, „Augsburg“ und „Lübeck“ zukünftig in Dienst. Die Boote werden durch die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) K130 geliefert. Zwei Vorschiffe werden auf der Lürssen-Werft in Bremen, drei am Kieler Standort gefertigt und vorausgerüstet. Die Fertigung der fünf Achterschiffe erfolgt auf der Wolgaster Peene-Werft.

Die Fregatte „Karlsruhe“ mit der ehemaligen Bezeichnung F 212 fuhr über 33 Jahre im Dienst der Marine. Im Jahr 2017 stellte man die Fregatte nach 784.467,9 Seemeilen außer Dienst. Aktuell liegt die ehemalige Fregatte im Marinearsenal in Kiel.

Das Treffen der angehenden Korvette „Karlsruhe“ mit der ausgedienten Fregatte „Karlsruhe“ in Kiel ist somit eine Besonderheit im Marinealltag. Allerdings wird sich dieses Treffen vermutlich nicht mehr wiederholen. Denn wenn die Korvette unter der Dienstflagge der Seestreitkräfte fährt, wird die Fregatte vermutlich nicht mehr in Kiel liegen.

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