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Suchen und Retten

Marine-SARSearch and Rescue-Schüler im Ernstfall

SAR

Ein Hubschrauberpilot und angehender Rettungsflieger der Deutschen Marine half bereits während seiner Zusatzausbildung einen Zehnjährigen zu retten.

Kapitänleutnant Johannes Rolle

Kapitänleutnant Rolle an seinem Ausbildungsplatz: vor einem Rettungshubschrauber vom Typ Sea King

Bundeswehr

Kapitänleutnant Johannes Rolle ist Hubschrauberpilot aus dem Marinefliegergeschwader 5. im niedersächsischen Nordholz. Zurzeit absolviert er eine ergänzende Ausbildung in Großbritannien, um zukünftig Such- und Rettungseinsätze mit den SARSearch and Rescue-Helikoptern der Marine zu fliegen. Für sechs Monate arbeitet und lebt er daher in Portland an der englischen Kanalküste. Ende Februar half er, das Leben eines zehnjährigen Jungen zu retten. Rolle war gerade in einem örtlichen Schwimmbad.

„Ich war zum Fitnesstraining auf der Rudermaschine, die im Wellnessbereich gleich neben dem Schwimmbeckenbereich liegt. Ich hörte die verzweifelten Rufe eines Mannes und eilte zum Whirlpool“, erklärt der Marinesoldat. Dort sah Rolle, wie der Vater des genannten Zehnjährigen versuchte seinen, von einer Pumpe angesaugten, Sohn über Wasser zu bekommen. Doch die Versuche den Jungen aus dem Wasser zu ziehen bleiben erfolglos. Darauf eilte Rolle in die Technikräume des Wellnessbereichs, suchte eine Abschaltung für den Whirlpool, fand sie jedoch nicht.

Das Kind war schätzungsweise fünf Minuten ohne Sauerstoff, als es dem Vater gelang sein Kind zu befreien. „Als ich wieder zum Whirlpool zurückkam hatte der Vater seinen Sohn endlich befreien können“, erzählt Rolle. Der Vater hielt seinen bewusstlosen Sohn in den Arm und schien in dem Moment hilflos.

Vorbereitet durch die Bundeswehr-Sanitätsausbildung

Wie in seinen Sanitätsausbildungen zuvor gelernt, ergriff Rolle die Initiative und legte das Kind auf den Hallenboden und begann eine Herzdruckmassage. Das Kind war zu diesem Zeitpunkt bereits bläulich angelaufen und hatte weder Atmung noch Puls. „Es hatte tatsächlich nicht viel mit Nachdenken zu tun“, erinnert sich Rolle. „Ich nehme an, wie ein Großteil der Menschen, die sich erstmalig in einer solchen Situation wiederfinden, war ich sicherlich mental überfordert. Ich habe einfach reflexhaft auf Eingeübtes und Erlerntes zurückgegriffen.“

Nach einigen Minuten zeigte der Junge schwache Lebenszeichen. „Das Herz begann wieder zu schlagen, er atmete selbstständig und auch sein Bewusstsein kam langsam zurück. Wie man sich vorstellen kann, waren wir darüber unbeschreiblich glücklich“, erzählt Rolle. Bereits nach wenigen Minuten war der Junge wieder ansprechbar, konnte alle Fragen seines Vaters beantworten. Als die Rettungskräfte eintrafen war der Zehnjährige wieder in guter Verfassung. Nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt konnte er bereits wieder nach Hause zurückkehren. 

Was zum Job von Rettungskräften gehört

„Vor einigen Tagen traf ich die Familie. Der Junge wirkte sehr aufgeweckt und fröhlich. Es war wirklich ungemein erleichternd, den Jungen in einer guten Verfassung wiederzusehen“, berichtet Rolle. Der Kapitänleutnant ist selbst Vater von zwei Kindern. „Letztendlich war es Glück im Unglück, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und gemeinsam mit dem Vater des Jungen das Leben retten konnte.“

Der künftige Rettungsflieger ergänzt reflektierend: „Ein lebloses Kind in den Armen zu halten belastet einen natürlich. Nichtsdestotrotz gehört dies zum Job von Rettungskräften, wozu wir als Soldaten einerseits auch ausgebildet wurden und was andererseits als Seenotrettungsflieger Teil meines Auftrages sein wird.“

Die Eltern seien sehr dankbar für Rolles schnelles Eingreifen. Nicht zuletzt ist auch der Kommandeur der Marineflieger, Kapitän zur See Bobzin, stolz, solche Soldaten zu haben: „Welches bessere Aushängeschild gibt es für einen künftigen SARSearch and Rescue-Piloten, als bereits außer Dienst Leben durch entschlossenes Handeln und Hilfsbereitschaft gerettet zu haben?“

von Sascha Jonack  E-Mail schreiben
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