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„Sachsen“ erhält Nikolaus-Preis in Sonderform

„Sachsen“ erhält Nikolaus-Preis in Sonderform

  • Ausbildung
  • Marine
Datum:
Ort:
Wilhelmshaven
Lesedauer:
2 MIN

Am 14. März ist die Besatzung der Fregatte „Sachsen“ für ihre außergewöhnliche Gefahrenabwehr nach einem Flugkörperunfall geehrt worden.

Ein Mann in Marineuniform hält eine Urkunde in seinen Händen.

Kommandant Wilcken ist stolz auf seine Crew: „Bei dem Unfall hat jeder eine große Kelle Glück verbraucht.“

Bundeswehr/Kim Brakensiek

Wenn die Schiffe und Boote der Deutschen Marine auf den Meeren dieser Welt unterwegs sind, gibt es nur eine Gruppe von Menschen, die in Gefahrensituationen helfen können: die eigene Besatzung. Bei Bränden, Wassereinbrüchen und Verletzten Versorgung muss jede Crew in der Lage sein, sich selbst helfen zu können. Dazu durchlaufen sie intensive Ausbildungen.

Das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine, kurz EAZS M, zeichnet jedes Jahr die Besatzung aus, die in einem solchen dreiwöchigen „Basic Training“ am besten abgeschnitten hat: Seit 1983 verleiht das EAZS M im Dezember den „Nikolaus-Preis“. Der jüngste ging 2018 an die Besatzung Foxtrott des 3. Minensuchgeschwaders auf dem Minenjagdboot „Dillingen“, aufgrund ihres Gesamtergebnisses im Training: „very satisfactory“.

Anders als in den zurückliegenden 35 Jahren aber hat sich das EAZS M dazu entschlossen, den Nikolaus-Preis für das Jahr 2018 noch an eine zweite Einheit zu vergeben: an die Fregatte „Sachsen“. Am 14. März fand dafür eine kleine Zeremonie in der Wilhelmshavener Ebkeriege-Kaserne statt.

„Den Sieg im Inneren Gefecht eingefahren“

Ein graues Kriegsschiff in See.

Die „Sachsen“ vor der Küste Norwegens während der Missile Firing Exercise 2018, nur wenige Tage vor ihrem Unfall

Bundeswehr/Jule Peltzer

„Am 21. Juni letzten Jahres, während des Flugkörperschießens auf der Missile Firing Range Andøya vor Norwegen, ereignete sich an Bord Ihres Schiffes ein Munitionsunfall, der Sie alle für die nächsten Stunden in Atem halten sollte“, sagte Fregattenkapitän Björn Weyer, Leiter Einsatzausbildung im EAZS M.

Eine Flugabwehrrakete war in ihrem Startermodul vollständig abgebrannt, ohne abzuheben. Die Besatzung habe schnell und professionell reagiert, so Weyer. Innerhalb weniger Minuten habe das Feuer vollständig gelöscht werden können.

Insgesamt neun Stunden kämpfte die Besatzung gegen die Folgen: Mehrere Tonnen Löschwasser pumpten die Soldatinnen und Soldaten aus dem Schiff und behoben schwere technische Schäden. Niemand wurde verwundet, und die Fregatte konnte schließlich sicher zunächst in einen norwegischen Hafen navigieren.

„In dieser Nacht haben Sie den Sieg im Inneren Gefecht eingefahren. Ich bin sehr stolz auf diese Leistung. Bravo Zulu!“, lobte der Kommandeur des 2. Fregattengeschwaders, Kapitän zur See Sven Beck, die Frauen und Männer der „Sachsen“.

Der Beweis für das Besondere am Beruf Marinesoldat

„Dass es Ihnen gelungen ist, aus dieser Situation heraus mit Ihrem Schiff mit eigener Kraft und gesund wieder zu Hause in Wilhelmshaven einzulaufen, war eine ausgezeichnete Leistung, auf die Sie zu Recht stolz sein dürfen“, urteilte EAZS-M-Vertreter Weyer.

Eine Urkunde liegt auf einem Tisch

Die Urkunde für die „Sachsen“ und ihre Besatzung

Bundeswehr/Kim Brakensiek

„Wir haben das Schiff mit einem blauen Auge nach Hause gebracht“, blickte der Kommandant der „Sachsen“, Fregattenkapitän Mirko Wilcken zurück. „Der Preis beweist uns auch, wie besonders der Beruf des Marinesoldaten ist – und dass wir in der Lage sind, Außergewöhnliches zu leisten.“

Aktuell befindet sich die Fregatte noch in der Instandsetzung. Sie hatte gewissermaßen Glück im Unglück: Für das Schiff war ohnehin eine reguläre Werftliegezeit bis August 2019 eingeplant.

von  Presse- und Informationszentrum Marine (Butz)  E-Mail schreiben