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Die Uniformen und ihre Funktionen im maritimen Manöver

Die Uniformen und ihre Funktionen im maritimen Manöver

Datum:
Ort:
Andenes
Lesedauer:
3 MIN

Bei der Übung Heimdall im November 2022 in Nordnorwegen arbeiteten verschiedene Truppenteile Hand in Hand. Je nach Tätigkeitsbereich können ihre Uniformen den Aufgaben entsprechend angepasst sein. 

Mehrere Soldaten tragen erhaltenes Material weg.

Das Vorauskommando der Gebirgsjäger auf der kleinen unbewohnten Insel Ørja vor Andenes in Norwegen. Die Soldaten tragen Flecktarnanzug mit diversen Abwandlungen wie dem Nässeschutz in Schneetarn und Flecktarn.

Bundeswehr/Leon Rodewald

Die „Joint Fire Support Exercise Heimdall“ ist bislang einzigartig, weil das enge Üben in Bezug auf Feuerunterstützung durch die Schiffe für Landstreitkräfte bislang nicht im scharfen Schuss geübt wurde. Und so trafen bei dieser Übung Soldaten aufeinander, die normal nichts miteinander zu tun haben, hier aber eine aufwändige, gemeinsame Mission erfüllten. Viele davon sind Spezialisten mit besonderen Aufgaben. Eine gute Gelegenheit, anhand der unterschiedlichen Anzüge einmal aufzuzeigen, welche besonderen Anforderungen sie erfüllen müssen, damit jeder seinen Auftrag gerecht das gemeinsame Übungsziel erreichen kann.

Viele verschiedene Anzüge – ein gemeinsames Ziel

Der Standardanzug der landgebundenen Kräfte ist der Flecktarnanzug in Grundform. Der Feldanzug kann mit verschiedenen Uniformteilen ergänzt oder auch abgewandelt werden. Er bietet Tarnung, eine hohe Beweglichkeit, ist leicht und schnell trocknend. Ihn tragen die beteiligten Gebirgsjäger ebenso wie alle Soldaten in der Übungsleitung oder auch der beteiligten Kräfte des Seebataillons und der Kommando Spezialkräfte der Marine. Doch muss man hier auf die Details achten: So sind die Rangabzeichen der Marine golden und unterscheiden sich bei den Offizieren gänzlich von denen des Heeres. Die Kopfbedeckungen variieren, von Schiffchen über Barett bis zur grauen Bergmütze der Gebirgsjäger. „Die Feldmütze brauchen wir bei dem Wetter eher nicht. Hier braucht es schon eher die grüne Wintermütze oder eine Sturmhaube“, erklärt Hauptfeldwebel Hans-Christian L., einer der Mörsertruppführer, der tagelang auf der kleinen Insel Ørja eingesetzt war.

Flammhemmend, warm, winddicht – und trotzdem bequem

Ein Soldat im Bordgefechtsanzug hockt auf dem Boden.

Marineangehörige auf Schiffen und Booten tragen den Borddienst- und Gefechtsanzug

Bundeswehr/Julia Kelm

Bei der Übung Heimdall waren neben norwegischen Schiffen drei deutsche Fregatten und ein Einsatzgruppenversorger vertreten. Rund 760 Soldaten trainierten bei der Übung. Marineangehörige auf deutschen Schiffen tragen den Borddienst- und Gefechtsanzug. „Unser BGABord- und Gefechtsanzug (ausgesprochen BeGa) ist sehr bequem und kann uns trotzdem vor Feuer schützen. Die vielen Taschen ermöglichen uns alles Notwendige schnell zugänglich unterzubringen. Ich schätze vor allem den Bordparka, weil Wind und Wetter uns damit nichts anhaben können“, erklärt Hauptbootsmann Christian S.. Als Kopfbedeckung zum BGABord- und Gefechtsanzug wird das blaue Schiffchen getragen.

Mit ihren Hubschraubern Sea Lynx und Sea King unterstützen Marineflieger den Übungsverband. Piloten, die alle Versorgungsflüge zwischen den Schiffen und der kleinen Insel geflogen sind, trugen ihre Fliegerkombination. Sie bietet maximale Bewegungsfreiheit und viel Stauraum. Für Flüge übers Meer müssen die Piloten ebenso wie jeder Passagier zusätzlich Überlebensanzüge und Schwimmwesten tragen. „Als grobe Faustformel kann man sagen, dass die Gradzahl der Wassertemperatur der Überlebensdauer eines Menschen an Minuten entspricht. Das Wasser hat gerade um die sieben Grad. Da wäre es bei einer Notwasserung ohne einen solchen Anzug schnell vorbei.“,  erklärt ein Bordmechaniker.

Ein Soldat in seinem Fliegeranzug.

Die Marineflieger haben mit dem Sea King das benötigte Material für die Gebirgsjäger zur Insel Ørja geflogen

Bundeswehr/Julia Kelm

Spezialisten brauchen spezielle Ausrüstung

Gebirgsjäger sind für den Einsatz im schwierigen Gelände und unter extremen Witterungsbedingungen ausgebildet und ausgerüstet. „Wetter wie das in Norwegen sind wir gewohnt“, erklärt Hauptfeldwebel Matthias J. vom Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall. „Wir müssen auch bei minus 20 Grad, Eis und Schnee unseren Auftrag erfüllen können“. Die Soldaten verfügen deshalb über den Nässeschutzanzug für spezialisierte Kräfte und haben zusätzlich den Arktissatz, der ein noch viel größeres Spektrum an Wärmeschutzkleidung und Ausrüstung bietet. Von Sonnenschein über Schauer, Graupel und Schneefall ist alles dabei, die Temperaturen bewegen sich rund um den Gefrierpunkt. Deshalb haben die Gebirgsjäger ihren Schneetarnanzug mit eingepackt, die weiße Version des grünen Nässeschutzanzugs.

Der Verlauf einer so großen und neuartigen Übung hängt von Faktoren ab, die so unterschiedlich sind wie die Teilnehmer und ihre Anzüge. Egal welche Kleidung die Soldaten bei der Übung tragen, das gemeinsame Ziel vereint sie zu einer schlagkräftigen Truppe.

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