Grünes Licht für KFORKosovo Force – Österreichische Jäger erhalten NATO-Zertifizierung

Grünes Licht für KFORKosovo Force – Österreichische Jäger erhalten NATO-Zertifizierung

  • Einsatzvorbereitung
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Allentsteig
Lesedauer:
2 MIN

Die NATO-Evaluatoren waren zufrieden: Das österreichische Jägerbataillon 25 ist nun offiziell „combat ready“ und kann 2022 Teil der Kosovo Force (KFORKosovo Force) werden. Deutsche Fallschirmjäger waren bei der Überprüfung nach NATO-Standards mit von der Partie.

Mehrere österreichische Soldaten mit Schutzausrüstung, Schrotflinten und Schlagstöckern

Aggressive Menschenmengen mit nicht-tödlichen Mitteln im Griff behalten – auch das gehört zum Aufgabenportfolio, das die NATO für ihre Zertifizierung vorschreibt. Die österreichischen Jäger zeigten, dass sie solche Szenarien beherrschen.

Bundeswehr/Jana Neumann

Die deutsch-österreichische Evaluierungsübung im Waldviertel ist beendet. Nach knapp zwei Wochen kehren die zuletzt noch rund 1.500 Übungsteilnehmer an ihre Standorte zurück. Den Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 25 vom Bundesheer haben die Evaluatorenteams unterdessen grünes Licht gegeben. Heißt im Klartext: Das Bataillon und die während der Übung unterstellten Unterstützungskräfte sind nach NATO-Vorgaben zertifiziert worden und damit offiziell „combat ready“. Ihrem Einsatz bei der Kosovo Force im Herbst 2022 steht damit nichts mehr im Wege.

Österreicher bewältigen Übung mit deutschen Kameraden

Seit Mitte November hatten die Österreicher gemeinsam mit der 4. Kompanie des deutschen Fallschirmjägerregiments 26 in Niederösterreich geübt. Die gestellten Szenarien umfassten unter anderem komplexe offensive und defensive Operationen. So sollte die Truppe etwa eine vom Gegner besetzte Ortschaft freikämpfen und sichern. Daneben mussten die Angehörigen des Bataillons beweisen, dass sie „Crowd and Riot Control“ beherrschen, also feindselige, aggressive Menschenmengen mit nicht-letalen Mitteln unter Kontrolle halten können. Auch das Errichten und Betreiben von Checkpoints, Patrouillenfahrten und der richtige Umgang mit improvisierten Sprengmitteln und Minen standen im Lastenheft.

Neben dutzenden Schiedsrichtern, die auf taktischer Ebene über den korrekten Ablauf der Übung wachten, waren auch 40 Evaluatoren im Einsatz. Einer von ihnen ist Oberst der Reserve Udo Biedinger. In seiner aktiven Zeit befehligte er unter anderem ein Jägerbataillon der Bundeswehr. Heute führt er als Reservedienstleistender zeitweise das Referat „Übungen, Erfahrungsaustausch, Evaluierung“ im Kommando Heer. Die Unterstützung der österreichischen Kameraden ist ihm Herzenssache. Die Übung 2021 in Allentsteig war nicht die erste Evaluierung, die er persönlich begleitete.

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Deutsche und österreichische Luftlandekräfte üben gemeinsam. Die Österreicher wollen sich für Auslandseinsätze nach NATO-Standards zertifizieren. Im Training stellen sie sich Demonstranten entgegen und greifen eine Ortschaft voller Aufständischer an.

„Erprobte Zusammenarbeit mit dem Bundesheer“

Die Zusammenarbeit mit dem Bundesheer sei sehr gut, über Jahre erprobt und professionell, so Biedinger. „Kernaufgabe unserer Evaluatoren ist es, zu prüfen, ob die von der NATO vorgeschriebenen Prozesse für bestimmte Operationsformen beherrscht werden.“ Alle relevanten Übungsanteile werden dabei evaluiert und mit einem Punktesystem benotet. Sogenannte NATO-Monitore überprüfen dabei laufend die Arbeit der Evaluatoren. Sie stellen also sicher, dass diese ihre Aufgabe auch gewissenhaft und regelkonform wahrnehmen. Am Ende der Übung werden die Ergebnisse im Team ausgewertet, das Resultat vom Evaluierungsdirektor verkündet. „Die NATO-Zertifizierung ist das Ergebnis der Evaluierung“, erklärt Biedinger.

Die Österreicher haben diese Zertifizierung nun erhalten. Damit sind sämtliche leichte Infanterieverbände des Bundesheeres nach NATO-Kriterien als „combat ready“ eingestuft. Brigadier Horst Hofer, der Kommandant der 7. österreichischen Jägerbrigade, zu der das Jägerbataillon 25 gehört, dankte bei der Abschlusszeremonie seinen Soldatinnen und Soldaten sowie den deutschen Kameraden vom Fallschirmjägerregiment 26. „Das Bataillon konnte unter internationaler Beobachtung eindrucksvoll Erfahrung und Kompetenz für Einsätze im Ausland unter Beweis stellen“, so Hofer. Auf diese Leistungen seiner Soldatinnen und Soldaten sei er stolz.

von Markus Tiedke

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