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Die Invictus Games 2023 haben begonnen

Die Invictus Games 2023 haben begonnen

Datum:
Ort:
Düsseldorf
Lesedauer:
3 MIN

Der Startschuss für die sechsten Invictus Games ist gefallen. 20.000 Zuschauende feierten bei der Eröffnungszeremonie in der Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf – darunter auch Verteidigungsminister Boris Pistorius und Prinz Harry, der Initiator und Schirmherr der Spiele. Deutschland ist erstmals Gastgeber der Invictus Games.

Zuschauer stehen auf den Tribünen der Arena

Bühne frei: Die Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf ist das Zentrum der Invictus Games 2023. Für die Spiele wurde die Arena komplett umgestaltet. 20.000 Karten waren für die Eröffnungszeremonie zu haben – die Tickets gingen komplett weg.

Bundeswehr/Helmut von Scheven

An diesen Moment werden sie sich für den Rest ihres Lebens erinnern. Als die Athletinnen und Athleten der deutschen Delegation als letztes von 21 Teams in die Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf einziehen, erhebt sich das Publikum von den Sitzen. Die Sportlerinnen und Sportler strahlen über das ganze Gesicht, als der Applaus aufbrandet. Manche haben ihr Telefon gezückt, um die unwirkliche Situation festzuhalten. Die eine oder andere Träne des Glücks wird vergossen.

Die Militärsportwelt blickt in den nächsten acht Tagen nach Deutschland. Die Bundesrepublik richtet zum ersten Mal die Invictus Games aus. Rund 500 Athletinnen und Athleten werden sich vom 9. bis zum 16. September in Düsseldorf im kameradschaftlichen Wettstreit messen.

Fest des Lebens

Die Spiele sind mehr als ein Sportfest – sie sind ein Fest des Lebens. Menschen aus aller Welt kommen zusammen, um gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Alle Teilnehmenden sind Angehörige von Streit- und Einsatzkräften – erstmalig machen dieses Jahr Angehörige der „Blaulichtorganisationen“ Feuerwehr und Polizei mit –, die schwer verwundet oder seelisch verletzt worden sind. Manche haben im Gefecht Gliedmaßen verloren, andere sind nach einem Unfall querschnittsgelähmt. Viele haben nach traumatischen Erfahrungen psychische Belastungsstörungen erlitten. 

Das deutsche Team steht auf der Tribüne. Im Hintergrund ist die Deutschlandfahne zu sehen.

Einmaliger Moment: Die Invictus-Athletinnen und -Athleten aus 21 Ländern ziehen unter tosendem Applaus in die ausverkaufte Arena in Düsseldorf ein. Als letztes Team kam Deutschland, das Gastgeberland der Invictus Games 2023.

Bundeswehr/Helmut von Scheven


Den persönlichen Schicksalsschlägen zum Trotz eint sie der Wille, nicht aufzugeben – ganz gleich, wie schlimm ihre Narben, Verletzungen und Erfahrungen sind. Sport ist ein wichtiger Teil auf dem Weg ihrer individuellen Rehabilitation. Er stärkt das Selbstbewusstsein der Athletinnen und Athleten, gibt ihnen Lebensmut. Sie merken: Auch nach einer Amputation oder einer Depression geht das Leben weiter.

USUnited States-Rapper lässt Arena beben

Düsseldorf und die Bundeswehr richten die Invictus Games 2023 gemeinsam aus. Sie machen die Veranstaltung zu einer unvergesslichen Erfahrung für alle. Die Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf wurde für die Spiele umgestaltet, das Gelände rund um die Arena in eine Begegnungszone – das Invictus Village – für die Besucherinnen und Besucher aus aller Welt verwandelt. Für die Eröffnungszeremonie wurde Rapper Macklemore aus den USA gewonnen.

Prinz Harry mit Sprechchören gefeiert

Favorit des Publikums ist jedoch ein anderer Prominenter: „Harry, Harry“ schallt es aus Sprechchören durch die Arena, als der Herzog von Sussex auf die Bühne tritt. Der jüngere Sohn des britischen Königs Charles III. hatte die Spiele 2014 ins Leben gerufen, um mehr Aufmerksamkeit auf das Schicksal von Veteranen und Versehrten zu lenken. Harry ist der Schirmherr der Invictus Games – und ihr Aushängeschild.

Prinz Harry auf der Tribüne mit einem Mikro in der Hand

Prinz der Herzen: Harry diente einst selbst als Soldat in Afghanistan. Unter dem Eindruck seiner Kriegserfahrungen beschloss er, etwas für Veteranen und Versehrte zu tun – und rief die Invictus Games ins Leben.

Bundeswehr/Helmut von Scheven

„Bei diesen Spielen geht es nicht nur um Medaillen“, sagt der Prinz zu den Athletinnen und Athleten, „sondern auch um die Überwindung von Widerständen, die euch zurückhalten.“ Gemeinsam mit Freunden, Kameradinnen und Familien solle dem Geist der Menschlichkeit während der Spiele Ausdruck verliehen werden, so der Prinz. „Von eurer Freude, eurer Inspiration profitieren wir alle – genießt es!“

Düsseldorf als „Ort der Wertschätzung“

Als oberster Dienstherr der deutschen Streitkräfte ist auch Boris Pistorius nach Düsseldorf gekommen. Der Verteidigungsminister richtet das Wort an die Athletinnen und Athleten: „Frieden und Sicherheit können einen hohen Preis haben“, sagt er. Die Männer und Frauen hätten im Dienst für ihre Werte und die ihrer Länder ihre Gesundheit gegeben. „Das verdient meinen tiefen Respekt“, so Pistorius. Besonders gelte dies für die Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte, die ebenfalls mit einer Delegation bei den Invictus Games vertreten sind. 

Deutschland sei begeistert, zum ersten Mal Gastgeber der Invictus Games zu sein – es handele sich um ein einmaliges Sportereignis, so Pistorius. Düsseldorf werde sich in den kommenden Tagen in einen Ort der Wertschätzung für die Angehörigen der Streitkräfte, aber auch anderer Sicherheitsorganisationen verwandeln. „Ich wünsche uns allen viele Gänsehautmomente“, ruft der Verteidigungsminister in die Halle, „aber vor allem viel Spaß.“ Der Auftakt ist gemacht.

von Timo Kather

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