Bundeswehr unterstützt Zentrales Impfzentrum Schwäbisch Hall

Bundeswehr unterstützt Zentrales Impfzentrum Schwäbisch Hall

  • Corona-Impfung
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Baden-Württemberg
Lesedauer:
3 MIN

Seit 27. Dezember 2020 ist das Zentrale Impfzentrum (ZIZ) im baden-württembergischen Landkreis Schwäbisch Hall in Betrieb. Von Anfang an mit dabei sind 14 Soldatinnen und Soldaten des Logistikbataillons 461 aus Walldürn sowie ein Arzt und fünf Sanitätssoldatinnen und -soldaten des Sanitätsunterstützungszentrums Stetten am kalten Markt.

Ein Soldat und eine Frau im Zentralen Impfzentrum.

Im Zentralen Impfzentrum ist Oberfeldarzt Dr. Ralf Joram im Einsatz. Er klärt die Impflinge über Risiken auf und hilft auch beim Impfen selbst.

Bundeswehr/Frank Dittrich

Es ist Freitagmorgen, leichter Schnee rieselt bei circa minus zwei Grad Celsius vom Himmel. Der Schnee bleibt in der Landschaft liegen, recht idyllisch anzuschauen im kleinen beschaulichen Rot am See. Die Soldatinnen und Soldaten können diesen Augenblick nur kurz genießen, wenn sie sich auf den Weg von ihrer Unterkunft zum Zentralen Impfzentrum (ZIZ) machen. Um neun Uhr öffnet das Impfzentrum für die Gruppe der „über 80-Jährigen“ und Krankenhauspersonal, das auf Isolier- und Intensivstationen COVID-19Coronavirus Disease 2019-Erkrankte betreut, seine Pforten.

Jeder, der geimpft werden möchte, muss aber einen Termin über die Telefon-Hotline oder über das Internet gebucht haben. Heute stehen circa 380 Impfungen bis 16 Uhr als Tagespensum auf der Agenda. Dafür werden zwei Impfstraßen in einem barrierefreien und acht Impflinien in einem etwas größeren Bereich vorbereitet. Die Infrastruktur stellt ein ortsansässiger Händler zur Verfügung.

Station 1 - Registratur und Aufklärung der Impflinge

Ein Soldat sitzt vor einem PC.

Jeder einzelne Impfling wird in das System eingetragen. Dafür müssen Personalausweis, Impfpass und Versicherungskarte vorgelegt werden.

Bundeswehr/Frank Dittrich

Pünktlich um neun Uhr melden sich die ersten Impflinge bei der Registratur an. Dort warten bereits zwei Soldaten. Freundlich nehmen sie die Senioren in Empfang und bitten darum, die Versicherungskarte, Ausweisdokumente und Nachweis des bestätigten Impftermins vorzulegen. Nach einer kurzen Überprüfung der Daten werden der Laufzettel und die Belehrungsunterlagen ausgedruckt und dem Impfling ausgehändigt. An allen Stationen wird der Laufzettel dann abgezeichnet und im System hinterlegt. An der zweiten Station beginnt die Aufklärung über die Impfung mit einem sechsminütigen Aufklärungsfilm. Auch hier unterstützen die Soldaten und sorgen für einen geordneten Ablauf. Das Video wurde vom Land Baden-Württemberg für alle Impfzentren zur Verfügung gestellt.

Station 2 - Die Impfung: Tut überhaupt nicht weh.

Eine Frau mit einer Spritze.

Der Impfstoff wird nach den Vorgaben des Herstellers akribisch und aufwendig vorbereitet. Hier wird das Vakzin auf eine Spritze aufgezogen.

Bundeswehr/Frank Dittrich

In den zwei Impfkabinen wurde bereits der langersehnte Impfstoff nach den Vorgaben des Herstellers vorbereitet. Die aufgezogenen Spritzen werden mit der Uhrzeit versehen, da das Vakzin innerhalb von sechs Stunden verabreicht werden muss. Das medizinische Fachpersonal, das auch von der Bundeswehr gestellt wird, führt die Impfung mit durch. Oberfeldarzt Dr. Ralf Joram sichtet die vorgelegten Unterlagen und führt dann das Aufklärungsgespräch. Dann ist es so weit.

Der schnelle Pieks ist gleich vorüber und tut gar nicht weh. „Nach der Impfung kann man bei manchen Menschen schon ein bisschen Erleichterung spüren“, sagt Anja Jall vom Sanitätsversorgungszentrum Dillingen. Sie ist Zivilangestellte bei der Bundeswehr und hat sich, wie viele ihrer Kameradinnen und Kameraden, freiwillig für die Unterstützung im ZIZ Rot am See gemeldet. Nach der Impfung werden dem Impfling die persönlichen Dokumente und der Laufzettel ausgehändigt.

Im Warteraum werden die Geimpften noch eine halbe Stunde beobachtet. Diese Maßnahme ist vom Hersteller vorgeschrieben. Im ZIZ Schwäbisch Hall wurde an alles gedacht. Hintergrundmusik und freies WLAN verkürzen die Wartezeit. So vergeht die Zeit im Flug und die Impflinge können schon wieder entlassen werden. Sicherheitshalber wird der zweite Impftermin noch einmal abgefragt. Insgesamt dauert der Aufenthalt im ZIZ rund 45 Minuten bis maximal eine Stunde.

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Eine Ampulle zwischen den Fingern

Aus einer Ampulle können mittlerweile bis zu sechs Impfungen zubereitet werden

Bundeswehr/Frank Dittrich
Eine Ampulle zwischen den Fingern

Aktuell sind rund 380 Impfungen pro Tag im ZIZ möglich. Sobald der Impfstoff in größeren Mengen verfügbar ist, können bis zu 1.500 Impfungen pro Tag durchgeführt werden.

Bundeswehr/Frank Dittrich
Ein Soldat in einem Lager mit Kartonagen

Von der FFP2-Maske bis zum Pflaster für die Einstichstelle: All das haben die zwei erfahrenen Logistiker aus Walldürn in ihrem Keller gelagert, um es bei Bedarf an die Stationen zu verteilen.

Bundeswehr/Frank Dittrich
Ein Soldat mit einem Ehepaar.

Ein Soldat zeigt einem älteren Ehepaar den Wartebereich, wo der Informationsfilm gezeigt wird

Bundeswehr/Frank Dittrich
Vier Menschen vor einem Fernseher

Der Informationsfilm zur COVID-19Coronavirus Disease 2019-Impfung wird gezeigt

Bundeswehr/Frank Dittrich
Spritzen mit Uhrzeit auf einem Zettel.

Die aufgezogenen Spritzen werden mit der Uhrzeit versehen. Innerhalb von sechs Stunden muss das Vakzin verabreicht werden.

Bundeswehr/Frank Dittrich
3 Personen unterhalten sich

Nach der Impfung erhält der Impfling die persönlichen Dokumente und den Laufzettel. Dann wird er oder sie zur nächsten Station weitergeleitet.

Bundeswehr/Frank Dittrich
Ein Mann erhält eine Spritze

Das Medizinsche Fachpersonal, das neben anderen auch von der Bundeswehr gestellt wird, führt die langersehnten Impfungen durch. Der kleine Pieks ist hoffentlich der Anfang vom Ende der Corona-Pandemie.

Bundeswehr/Frank Dittrich
Drei Frauen und ein Soldat am Schreibtisch.

Nach der vorgeschriebenen halben Stunde Wartezeit werden die Geimpften entlassen. Dabei wird der Laufzettel zurückgenommen und im System ausgetragen.

Bundeswehr/Frank Dittrich

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Reibungsloser Ablauf sorgt für Lob der Bevölkerung

Ein Soldat vor einem Tieffroster.

Hier werden die Ampullen mit einer Schutzausstattung aus dem Tiefkühler entnommen. Der Impfstoff wird bei minus 80 Grad Celsius gelagert.

Bundeswehr/Frank Dittrich

Damit alle Stationen im ZIZ reibungslos funktionieren, muss das benötigte Material schnell verfügbar sein. Im Hintergrund unterstützen zwei Soldaten des Logistikbataillons 461 beim Auffüllen des benötigten Materials in den Impfkabinen. Von der FFP2-Maske bis zum Pflaster für die Einstichstelle. All das holen die zwei Soldaten aus Walldürn aus dem Keller des Impfzentrums, um es bei Bedarf an die Stationen zu verteilen. In einem kleinen Labor werden weitere Impfdosen für die Mobilen Impfteams und das ZIZ vorbereitet. Die bei minus 80 Grad Celsius gelagerten Ampullen werden in Schutzausstattung aus dem Tiefkühler entnommen. Der so gelagerte Impfstoff kann – bei Bedarf auch in größeren Mengen – für die Impfstraßen und die Mobilen Impfteams vorbereitet werden. Überall, egal in welchem Bereich des ZIZ, sind die engagierten Kameradinnen und Kameraden im Einsatz. Dies wird von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen, was sich auch in Leserbriefen und zahlreichen Kommentaren im Internet widerspiegelt. Dies ist ein kleines Dankeschön nicht nur für die eingesetzten Soldatinnen und Soldaten, sondern für das gesamte Team des ZIZ in Rot am See.

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