Heer

30 Kilometer marschieren, klettern, abseilen

30 Kilometer marschieren, klettern, abseilen

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bad Reichenhall
Lesedauer:
3 MIN

Knapp 30 Kilometer und 2.571 Höhenmeter überwinden die Soldatinnen und Soldaten in drei Tagen im Berchtesgadener Land. Die 5. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 absolviert von Ettenberg über die Untersberg-Südwand auf den Berchtesgadener Hochthron und weiter über das Lattengebirge ihren Gebirgsleistungsmarsch „Sommer“.

Ein Soldat hängt mit Seilen gesichert an einer steilen Felswand.

Der Hochgebirgszug unterstützt den Aufstieg zum Hochthron an schwierigen Stellen.

Bundeswehr/Tobias Jesse

Am 27. Juli heißt es bereits um fünf Uhr morgens für die Reichenhaller Jager der 5. Kompanie: „Antreten!“. Kompaniechef Major Christian Hanft wird mit einem motivierten: „Guten Morgen, Herr Major!“, von seinen Soldatinnen und Soldaten begrüßt. Heute steht für die Gebirgsjäger ein Gebirgsleistungsmarsch an. Die Soldaten absolvieren diese Märsche sowohl im Winter bei meterdickem Schnee als auch bei sommerlicher Hitze. Vorher heißt es allerdings: Überprüfung der Vollzähligkeit und Empfang von Material und Verpflegung. Danach geht es für die Fünfte zügig zum Ausgangspunkt des Marsches. Der erste Tag verspricht einiges – 1.300 Höhenmeter und eine Marschleistung von etwa zwölf Kilometern liegen vor den Reichenhaller Gebirgsjägern.

Atemberaubende Aussicht am Seilgeländer

Ein Soldat hängt mit Seilen gesichert an einer steilen Felswand.

Ein Soldat der 5. Kompanie zieht sich an der Untersberg-Südwand empor.

Bundeswehr/Tobias Jesse

Bereits nach den ersten Stunden werden die Soldaten bei ausgezeichnetem Wetter mit einem traumhaften Blick in den Berchtesgadener Talkessel belohnt. Oben auf dem 1.972 Meter hohen Hochthron erhalten die Soldaten zur Orientierung eine Einweisung in das umliegende Gelände: „Im Westen liegend, von eigener Stellung, Entfernung circa 8.000 (Meter), dort Gipfel Karkopf, zwei Finger breit rechts davon Hochschlegel, Sprungziel für Tag zwei“, erläutert der Feldwebel gegenüber der Marschgruppe „Untersberg“. Zunächst müssen die Soldaten jedoch auf der Hälfte des Abstieges Richtung Hallthurm eine 30 Meter hohe Abseilstelle überwinden. Dies gehört ebenfalls zum Standardrepertoire eines jeden Gebirgsjägers. Sie müssen bei jedem Wetter, bei Tag und Nacht, in der Lage sein, sich selbstständig einzubinden und mit etwa 15 Kilogramm Gepäck abzuseilen.

Zwei Soldaten seilen sich an einer hellgrauen Felswand ab.

Beim Abseilen zeigen die Gebirgsjäger routiniert ihre Standardtechnik.

Bundeswehr/Tobias Jesse

Anschließend marschieren die Frauen und Männer der Schweren Kompanie, wie die 5. Kompanie auch genannt wird, weiter Richtung Biwakbereich I, der sich am Hallthurm befindet. Den Spitznamen trägt die Kompanie, weil sie im Bataillon über die schweren Waffen, wie etwa Granatmaschinenwaffen, verfügt. Aufkommende starke Regenschauer begleiten den Abstieg, aber auch das hindert die Soldaten nicht daran, ihren Auftrag zu erfüllen. Autark unter unwirtlichen Witterungsbedingungen in unwegsamem Gelände operieren zu können, das zeichnet die Gebirgsjäger aus. Angekommen am Hallthurm, legen sich die Reichenhaller Jager trocken, wie es in der Soldatensprache heißt. Für den nächsten Tag bereitet jetzt jeder sein Material nach, isst und ruht sich aus.

Das Ziel fest im Blick

Pünktlich um sieben Uhr befindet sich die Kompanie bereits wieder auf ihrer Marschroute Richtung Hochschlegel. Kurz vor Erreichen des Gipfels verdichtet sich das Nebelfeld. Eine Aussicht über die Berge bleibt der Fünften damit an diesem Tag verwehrt. Knapp elf Kilometer und circa 1.200 Höhenmeter später erreichen die Soldaten den Biwakbereich II in der Nähe der Röthelbachalm. Nach dem anstrengenden Marsch wird gegrillt – ein Highlight für die hungrigen Soldaten. Der Kompaniechef nutzt das Beisammensein und schwört seine Kompanie auf den morgigen Rückmarsch zur Hochstaufen-Kaserne nochmal ein: „Wir verzeichnen bis jetzt keine Ausfälle. Wir setzen den Standard in diesem Bataillon – Wir sind die Schwere!“

Eine große Gruppe Soldaten marschiert auf einem breiten Forstweg neben einer Felswand.

Diszipliniert auch bei der letzten Pflichtaufgabe: die Fünfte auf dem Rückmarsch nach Bad Reichenhall.

Bundeswehr/Tobias Jesse

Beflügelt von den motivierenden Worten verläuft der Abstieg am folgendem Tag schon fast von allein. Mit einem „Schnapper“ sind die noch restlichen acht Kilometer bis zur Hochstaufen-Kaserne der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall gemeint. Vollzählig und stolz über die erbrachten Leistungen der letzten Tage schreiten die Soldaten durch das Kasernentor in Richtung Kompaniegebäude. Mit einem traditionellen dreifachen „Horrido – Joho!“ werden die Soldaten beim Abschlussantreten in den wohlverdienten Urlaub entlassen.

Immer an der Wand entlang

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Ein Soldat in grüner Uniform klettert eine Felswand mit losem Geröll hoch.

Nicht nur die Hitze war eine Herausforderung, die Südwand bot einige schweißtreibende, schwierige Kletterstellen.

Bundeswehr/Tobias Jesse
Mehrere Soldaten marschieren hintereinander einen Wanderweg bergauf.

Der erste Aufstieg wurde bei sommerlichen Temperaturen und bester Laune gemeistert.

Bundeswehr/Tobias Jesse
An einer steilen Felswand klettern Soldaten hinauf.

Die Soldaten begehen die Untersberg-Südwand.

Bundeswehr/Tobias Jesse
Auf einer Anhöhe steht ein Soldat und zeigt auf die umliegenden Berge, auf denen teilweise Wolken liegen.

Ein Soldat weist auf einem Gipfel seine Kameraden zur Orientierung in das Gelände ein.

Bundeswehr/Tobias Jesse

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von Tobias Jesse

zum Verband

  • Ein Kletterseil rahmt das grüne, ovale Wappen. Spitzhacke und Gewehr kreuzen sich, darauf ein Edelweiß, unten rot die Zahl 231.
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    Gebirgsjägerbataillon 231

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