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Auf dem Weg zum Korporal

Auf dem Weg zum Korporal

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Datum:
Ort:
Holzminden
Lesedauer:
3 MIN

Die Bundeswehr hat zwei neue Dienstgrade eingeführt: Korporal und Stabskorporal. Leistung in der Mannschaftslaufbahn soll sich wieder stärker – vor allem auch sichtbar - lohnen. Oberstabsgefreiter René-Mike Wohlt aus der 3. Kompanie des Panzerpionierbataillons 1 ist im Auswahlverfahren zum Korporal. Der dreifache Familienvater möchte mehr Verantwortung übernehmen – die Beförderungen erfolgen nach dem Prinzip der Bestenauswahl.

Ein Soldat im Porträt mit Regenjacke und Schwimmweste am Steuer eines Schlauchbootes

Oberstabsgefreiter René-Mike Wohlt kann nur über ein Auswahlverfahren den neuen Dienstgrad erhalten.

Bundeswehr/Katharina Flor

Die ersten Beförderungen für die durch das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr ausgewählten Oberstabsgefreiten sollen zwischen Ende 2021 bis etwa April 2022 erfolgen. Diese neuen Mannschaftsdienstgrade sind Teil der Neuausrichtung der Laufbahn und für die leistungsstärksten Soldatinnen und Soldaten vorgesehen. Im Interview berichtet der Soldat auf Zeit, Oberstabsgefreiter René-Mike Wohlt, über seinen Karriereweg.

Wenn Sie sich zurückerinnern, wie sind Sie zur Bundeswehr gekommen?

Oberstabsgefreiter Wohlt: Ich war 1997 bis 1998 bereits als Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr. Die Pioniertruppe fand ich sehr interessant und hat mir immer Spaß gemacht. Zwischen 1998 und 2014 habe ich dann als Geschäftsführer eines Cafés in Hameln und bei einer Fußboden-Heizungsfirma als Monteur gearbeitet. 2014 habe ich nach einer Veränderung gesucht. Ich dachte immer, es gäbe eine Altersgrenze für die Wiedereinsteller beim Bund. Ich habe dann erfahren, dass es die Altersgrenze nicht mehr gibt. So habe ich dann mit 36 Jahren den Entschluss gefasst, wieder in die Bundeswehr einzutreten.

Gruppen von Soldaten fahren mit ihren Schlauchbooten eine große Kehre auf einem Fluss.

Bereits in der Grundausbildung hat Oberstabsgefreiter René-Mike Wohlt den ersten Kontakt mit Schlauchbooten. Bis heute haben sie ihn nicht mehr losgelassen.

Bundeswehr/Katharina Flor

Sie hatten in Ihrer Dienstzeit immer viel mit Sturmbooten oder auch Schlauchbooten zu tun. War das schon immer ein Traum von Ihnen?

Ich fand die Ausbildung am Sturmboot schon während meines Grundwehrdienstes interessant und als ich dann 2014 in den Pioniermaschinenzug der 3. Kompanie gekommen bin, bekam ich die Möglichkeit, direkt an der Ausbildung zum Führen eines Sturmbootes teilzunehmen.

Was macht für Sie den täglichen Reiz am Dienst aus und warum der Schritt zum Korporal?

Ich übernehme gern Verantwortung. Und durch das Führen des Bootes habe ich extrem viel Verantwortung für das Boot und auch für die weiteren Soldaten, die wir übersetzen. Ich bin auch noch ausgebildeter Kranbediener, Kraftfahrer auf dem Transportpanzer Fuchs und Vertrauensperson der Mannschaften in unserer Kompanie. Durch diese ganzen Aufgaben und Nebentätigkeiten bin ich quasi „das Multitool“ bei uns im Zug.

Gruppen von Soldaten fahren mit ihren Schlauchbooten in eine Schleuse ein.

Das Ziel ist es, mit den neuen Dienstgraden der hohen Verantwortung in der Mannschaftslaufbahn Rechnung zu tragen.

Bundeswehr/Katharina Flor

Was macht für Sie persönlich das Fahren auf dem Wasser aus?

Das schnelle Anlegen an Land fordert viel Umsicht und Aufmerksamkeit. Dabei muss man mit hoher Geschwindigkeit an Land fahren und im richtigen Moment den Außenbordmotor hochziehen. Macht man das nicht, ist der Außenbordmotor kaputt. Auch Rettungsmanöver fordern ein hohes Maß an Konzentration. Aber wir üben diese Manöver regelmäßig hier auf der Weser. So sind wir immer gut vorbereitet.

Wie haben Sie von der Möglichkeit des höheren Dienstgrades erfahren und wie gestaltet sich das Auswahlverfahren?

Ich war in Strausberg bei Berlin bei der Tagung der Vertrauenspersonen und dort war der neue Dienstgrad auch Thema. Ich habe mich selbst beworben und der Kompaniechef hat dies sofort unterstützt. Das bedeutet allerdings, dass ich mich nun auf einen Dienstposten als Pionier und Bediener Fahrzeugkran als Korporal beworben habe. Jetzt muss ich die Entscheidung des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr abwarten.

Was sagen Kameraden und Vorgesetzte zu Ihrer Bewerbung?

Meine Kameraden und Vorgesetzten unterstützen mich und finden es auch gut, dass ich als einer der Ersten in die Auswahl gekommen bin. Es wird natürlich spannend, wie wir damit umgehen, wenn es in der Truppe Soldatinnen und Soldaten mit dem Dienstgrad gibt. Man ist ja immer noch in der Laufbahn der Mannschaften und man sticht halt aus der Masse heraus. Ich denke aber, dass es mit der Zeit normal wird und der neue Dienstgrad akzeptiert wird.

Jetzt noch bewerben

Der erste Aufruf- und Bewerbungsdurchgang zur Förderung besonders geeigneter Mannschaftssolden zum Korporal ist erfolgreich abgeschlossen. Im vierten Quartal 2021 werden die ersten Korporale ausgewählt werden. Die Dienstposten, für die es bisher keinen Bewerbungseingang gab, werden nochmals ausgeschrieben.

Soldatinnen und Soldaten mit mindestens drei Jahren im Dienstgrad Oberstabsgefreiter, die die Ausbildungsvoraussetzungen der ausgeschriebenen Dienstposten ihres Verbandes erfüllen und drei Jahren Restdienstzeit beziehungsweise den Willen zur Weiterverpflichtung haben, richten ihre Anträge/Bewerbungen bis zum 31. August 2021 an ihre Vorgesetzten vor Ort.

von PIZ Heer

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