Heer

Beschaffung einmal anders

Beschaffung einmal anders

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Datum:
Ort:
Strausberg
Lesedauer:
2 MIN

Brigadegeneral Lutz Erich Niemann dauert es zu lange – die Beschaffung von Material und Geräten für seine Soldatinnen und Soldaten. Der Kommandeur des Ausbildungszentrums Pioniere in Ingolstadt und General der Pioniertruppe ist eine Wette eingegangen, um das Problem zu lösen.

Ein Soldat mit Helm und Gehörschutz zerteilt mit einer Kettensäge einen dicken Holzstamm, der auf einem Waldweg liegt.

Pioniere machen der eigenen Truppe den Weg frei und beseitigen Sperren, so auch Baumstämme mit handelsüblichen Motorsägen.

Bundeswehr/Johann Michael Bruhn

Gerätesätze sind veraltet

Im Speziellen geht es Niemann um die dringende Erneuerung der sogenannten Pioniergerätesätze. Sie werden benutzt, um bei Übungen und im Einsatz den eigenen Verbänden den Weg freizumachen, Hindernisse und Sperren zu beseitigen. Es gibt drei verschiedene Gerätesätze, die seit den Sechzigerjahren in der Truppe vorhanden sind. Mittlerweile sind sie aber veraltet und können in Teilen auch nicht mehr beschafft werden. Transportiert werden diese Gerätesätze auf einem Unimog LkwLastkraftwagen (mit zwei Tonnen Nutzlast) oder einem LkwLastkraftwagen mit fünf Tonnen Zuladungsgewicht. Zu diesem Gerätesatz gehören zum Beispiel ein Bohr- und Aufbrechhammer, eine Kettenmotorsäge, eine Tauchpumpe, ein Hebezuggerät sowie ein tragbares Stromerzeugungsgerät. Ebenfalls zählen dazu etliche kleinere Maschinen und Geräte, wie Winkelschleifer und Schlagbohrmaschine sowie ein sogenannter Baustellen-Absicherungssatz.

Die Wette

Zwei Soldaten mit Helm und Gehörschutz entfernen mit Motorsägen die Äste von einem Baumstamm, der auf einem Waldweg liegt.

Pioniere benötigen auch für das Entasten der Baumstämme nur leichte Standardwerkzeuge. Später können die Bäume weggerollt werden.

Bundeswehr/Johann Michael Bruhn

Bei einer Diskussion auf der Bundeswehrtagung in Berlin Anfang dieses Jahres, bei der Generäle zusammen mit Experten über Maßnahmen zur Verbesserung der Einsatzbereitschaft der Truppe diskutierten, bot die Bundesministerin der Verteidigung dem General der Pioniertruppe eine Wette an. Für den Pioniergerätesatz wird Niemann das Geld zur Verfügung gestellt. Und er versucht nun ,das notwendige Material schneller und handelsüblich zu besorgen, ohne den langwierigen Beschaffungsvorgang über das Regelverfahren einzuhalten. Niemann soll so handeln, wie der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages es bereits zu Beginn des Jahres gefordert hat – nach dem Ikea-Prinzip: „Aussuchen, bezahlen und mitnehmen.“ Das BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr wiederum bleibt bei seinen Verfahren.

Nun werden durch die Truppe Gerätelisten geschrieben und Angebote eingeholt. Dieses Verfahren könnte dann als mögliche Blaupause für die künftige Beschaffung von handelsüblichem Material dienen. Wir sind gespannt, wer das Rennen gewinnt. Am Ende wird die Truppe Sieger sein, weil sie in jedem Fall neue Pioniergerätesätze erhalten wird.

von Lance Gira

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