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Das besondere Gelöbnis in der Strub

Das besondere Gelöbnis in der Strub

  • Bundeswehr und Gesellschaft
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Datum:
Ort:
Bischofswiesen
Lesedauer:
2 MIN

Feierlich und in doch ungewohnter Form sind die Rekrutinnen und Rekruten des Gebirgsjägerbataillons 232 Anfang Juli 2020 in Bischofswiesen vereidigt worden. Wegen der Corona-Pandemie fand das Gelöbnis erstmals ohne Gäste und ohne das Gebirgsmusikkorps in der Jäger-Kaserne statt – aber wie immer vor der traumhaften Kulisse der Berchtesgadener Alpen.

Ein Soldat hält die Truppenfahne waagerecht. Vier Soldaten stehen links und rechts daneben und legen eine Hand darauf.

Vor der prächtigen Bergkulisse im Berchtesgadener Talkessel legen die Rekruten ihren Eid ab.

Bundeswehr/Achim Kessler

Vor dem Appell halten die Militärpfarrer Claudia Konoppa und Jörg Plümper einen Feldgottesdienst ab. Bereits hier ist die Anzahl der Teilnehmer begrenzt und eine strikte Einhaltung der Abstandsregeln notwendig. Das feierliche Gelöbnis in der Jäger-Kaserne im Ortsteil Strub dürfen dann wegen der Hygienevorschriften keine Familienangehörigen und Freunde live verfolgen. „Ich hätte Ihnen, liebe Rekruten ein öffentliches Gelöbnis mit Ihren Angehörigen auf einem der schönen Marktplätze hier in der Region von ganzem Herzen gegönnt“, stellt der Kommandeur, Oberstleutnant Martin Sonnenberger, fest. Um den Angehörigen dennoch eine bleibende Erinnerung an diesen Tag zu schaffen, wird das Gelöbnis mit mehreren Videokameras, auch aus der Luft, aufgezeichnet. Thomas Resch, der Zweite Bürgermeister der Gemeinde Bischofswiesen, begrüßt die Rekruten und spricht ihnen Dank und Respekt zu ihrer Entscheidung, der Bundesrepublik Deutschland zu dienen, aus.

Spätes Kennenlernen der Ausbilder

Der Exerzierplatz in der Jäger-Kaserne in Bischofswiesen aus der Vogelperspektive

Die Rekruten sind zum Gelöbnis weiträumig angetreten – ohne Besucher, ohne Musikkorps, dafür mit Abstand.

Bundeswehr/Stephan Schaffner


Der Rekrutensprecher, Gefreiter Alexander Frank, schildert die ersten Dienstwochen der Rekruten, in denen sie immer wieder an ihre physischen und psychischen Grenzen gebracht worden seien. „Wir, die wir als wilder Haufen in die schönste Kaserne Deutschlands einrückten, sind mit dem heutigen Tag echte Soldaten geworden. Hierfür tragen maßgeblich unsere Ausbilder die Verantwortung“, resümiert Frank in seiner Rede. „Die Ausbildung war von höchster Professionalität geprägt.“

Der persönliche Dienstantritt war durch die Coronakrise am 1. April nicht möglich. Die Rekruten lernten ihre Ausbilder, Vorgesetzten und die neuen Kameraden erst Anfang Juni kennen. Diese neue Form der Grundausbildung mit betreuter Distance-Learning-Phase und einer komprimierten praktischen Ausbildungsphase in den letzten sechs Wochen stellte sowohl die jungen Soldaten als auch die Ausbilder vor große Herausforderungen.

Sechs komprimierte Wochen

Die Rekruten in grauen Uniformen stehen mit ausgebreiteten Armen auf dem Exerzierplatz in Reihen neben- und hintereinander.

Zwei Armlängen Abstand sind erreicht, dann dürfen die Rekruten ihren Mund-Nasenschutz abnehmen.

Bundeswehr/Achim Kessler

Für die theoretische Ausbildung nutzten die Rekruten in den ersten zwei Monaten eine Lernplattform online, auf der sie von zu Hause aus die Grundlagen des militärischen Handwerkes erlernten. „Es war schon ein komisches Gefühl, zu Hause als Homeoffice-Soldat“, so der Gefreite Phillip Lüthe.

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Mit dem ersten Betreten der Kaserne Anfang Juni begann die reale Ausbildung. Die drei Züge der 6. Kompanie wurden innerhalb des Gebäudes aufgrund der Coronaregeln strikt voneinander getrennt. Unterricht, praktische Ausbildung und die Verpflegung erfolgten gestaffelt. „Es war eine enorme Belastung für alle Beteiligten. Sechs Wochen lang, sieben Tage die Woche ohne einen freien Tag zur Erholung“, erklärt die Kompaniechefin, Hauptmann Sandra Muth.

Nachdem die jungen Soldatinnen und Soldaten ihr feierliches Gelöbnis, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, abgelegt haben, grüßen sie ihre Angehörigen und Freunde mit einem dreifach kräftigen „Horrido, Joho!“

von Christian Kunerl

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