Heer
Dienstaufsichtsbesuch

Ein Ausbildungsansatz, von dem alle profitieren

Ein Ausbildungsansatz, von dem alle profitieren

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Augustdorf
Lesedauer:
2 MIN

Pünktlich um 9.15 Uhr zerreißen anspringende Panzermotoren die Stille auf dem Panzerübungsplatz Stapel. An diesem Sonntagmorgen haben sich die letzten Nebelbänke gerade aufgelöst, als ein Kampfpanzer Leopard 2 langsam aus dem kleinen Waldstück im Nordosten des Übungsgeländes in Augustdorf rollt.

Drei Soldaten stehen um einen Panzer versammelt und unterhalten sich. Ein Soldat zeigt etwas auf seiner Lagekarte.

Kompaniechef Jürgen B. (l.) bei der Befehlsausgabe an den Zugführer (2.v.r.). Generalleutnant Markus Laubenthal (r.) ist als Beauftragter für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr zu Besuch auf dem Panzerübungsplatz Stapel.

Bundeswehr/Nicolai Ulbrich

Mit an Bord: Major Jürgen B., Kompaniechef der nicht-aktiven 6. Kompanie des Panzerbataillons 203. Im Zivilberuf ist der ehemalige Zeitsoldat als Geschäftsführer tätig, heute leitet er als Einheitsführer die Panzerausbildung auf dem 550 Hektar großen Trainingsgelände am Nordrand der Gemeinde Augustdorf. Vor wenigen Minuten hat der erfahrene Reservestabsoffizier dem Zugführer des Panzerzuges „Charlie“ den Befehl für die Gefechtsaufklärung gegeben. Von einem Sandhügel will der Kompaniechef nun das taktische Vorgehen der vier Kampfpanzer beobachten. Auch Generalleutnant Markus Laubenthal beobachtet mit geübtem Blick die Übung der 6. Kompanie. Als ausgebildeter Panzeroffizier und ehemaliger Divisionskommandeur kennt Laubenthal die Einsatzgrundsätze und taktischen Verfahren der Panzertruppe genau. Mittlerweile ist der Drei-Sterne-General seit über zwei Jahren Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr. Der gebürtige Aachener ist zudem Beauftragter für Reservistenangelegenheiten in den Streitkräften. Mit großem Interesse verfolgt Laubenthal die Gefechtsübung der Augustdorfer Reservekompanie.

Mit hoher Geschwindigkeit durchs Gelände

Ein Kampfpanzer fährt durch sandiges Gelände und hat seine Kanone nach links gerichtet, in der Luke steht ein Soldat.

Panzerausbildung: ein Kampfpanzer Leopard 2 der 6. Kompanie während der Gefechtsausbildung an diesem Wochenende auf dem Übungsplatz Stapel

Bundeswehr/Nicolai Ulbrich

Nach rund einer Stunde haben die Panzersoldaten des „Charlie“-Zuges um ihren Zugführer Hauptfeldwebel Helmut K. das Aufklärungsziel im Südwesten des Panzerübungsplatzes erreicht. Die Kampfpanzer Leopard 2 rollen zurück in ihren Bereitstellungsraum. Major Jürgen B. ist mit dem Verlauf der Übung zufrieden und sieht zum Vortag deutliche Verbesserungen: „Diese Ausbildung war ein wichtiger Schritt in unserer Zugausbildung. Wir werden im kommenden Jahr darauf weiteraufbauen.“ Dann soll der Panzerzug „Charlie“ bei einem Gefechtsschießen seine Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Laubenthal zeigt sich mit seinem Besuch bei der Reservekompanie des Augustdorfer Panzerbataillons ebenfalls sehr zufrieden. „Die Zusammenarbeit zwischen Bataillon, den Kompanien und insbesondere den Kompaniefeldwebeln untereinander funktioniert hervorragend. Besser kann man es nicht machen“, lobt Laubenthal, der als ehemaliger Bataillonskommandeur des Panzerbataillons 203 gern in seinen alten Verband zurückgekehrt ist.

Traumhafte Kulisse auf dem Übungsplatz

Ein einzelner Kampfpanzer steht auf einem Hügel, im Hintergrund scheint die Sonne durch Nebel und Windräder sind zu sehen.

Der Platz, den sich Generalleutnant Markus Laubenthal zur Beobachtung des Ablaufes ausgesucht hat, darf getrost als exponiert und bestens geeignet bezeichnet werden

Bundeswehr/Nicolai Ulbrich

Für eine schlagkräftige Reserve der Bundeswehr nennt der Drei-Sterne-General drei maßgebliche Faktoren: Gute Organisation, Grundbeorderung ausscheidender Zeit- und Berufssoldatinnen und -soldaten sowie verfügbare Dienstposten für Reservistendienstleistende. Um Akzeptanz und Verständnis für das ehrenamtliche Engagement von Jürgen B. und seine Kompanie zu schaffen, hat sich die 6. Kompanie für den Nachmittag noch etwas Besonderes einfallen lassen. Zahlreiche Arbeitergeberinnen und Arbeitgeber der Reservisten folgen der Einladung des Kompaniechefs, um sich persönlich einen Eindruck davon zu verschaffen, was ihre Mitarbeiter als Reserve-Panzersoldaten leisten. „Es geht darum, die Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass unser Dienst als aktive Reservisten des Heeres sinnvoll ist“, unterstreicht Major B. Die Sechste wird auch diese Aufgabe meistern und eine echte Verstärkung für das Panzerbataillon 203 bleiben.

von Martin Waltemathe

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