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Verteidigung

Kampfpanzer Leopard fährt im Gelände

Bundeswehr/Marco Dorow

Kernauftrag

Landes- und Bündnisverteidigung

Durch Abschreckung und die Fähigkeit zum Kampf schützt die Bundeswehr Deutschland und seine Alliierten.

Die Verteidigung Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger ist die Kernaufgabe der Bundeswehr. Dies wird auch durch die Einbindung der Bundesrepublik in die NATONorth Atlantic Treaty Organization und die Europäische Union sichergestellt. Dadurch kann sich die Bundeswehr im Verteidigungsfall auf die Unterstützung der verbündeten Streitkräfte verlassen. Genauso steht sie auch fest an der Seite der Alliierten, sollten diese angegriffen werden.

Da während des Kalten Krieges die Grenze zwischen der NATONorth Atlantic Treaty Organization und dem Warschauer Pakt mitten durch Deutschland verlief, stand hier die Landesverteidigung im Fokus der Bundeswehr. Nachdem der Eiserne Vorhang fiel und ein Krieg in Europa undenkbar schien, wechselte der Schwerpunkt hin zum internationalen Krisen- und Konfliktmanagement.

Doch spätestens die völkerrechtswidrige russische Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 hat die europäische Friedensordnung erschüttert. Deutschland und seine NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner können einen Angriff auf ihre Souveränität, ihre territoriale Unversehrtheit und ihre Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ausschließen. Die russische Aggression zwingt die Bundeswehr, wieder ihren verfassungsmäßigen Kernauftrag wahrzunehmen: die Landes- und Bündnisverteidigung. 

Wieder Schwerpunkt: Die Landes- und Bündnisverteidigung

Das Ende des Ost-West-Konflikts bedeutete tiefgreifende Veränderungen – auch für die Bundeswehr. Sie wandelte sich im Vertrauen auf eine stabile Friedensordnung in Europa von der Verteidigungs- und Abschreckungsarmee zur Einsatzarmee. Internationale Friedenssicherung, Konfliktbewältigung und Krisenvorsorge wurden zu ihren wichtigsten Aufträgen. Zugleich schrumpfte die Bundeswehr massiv. Personal wurde abgebaut, Kasernen geschlossen und große Mengen an Material ausgemustert und verschrottet. 

Doch die Bedrohungslage hat sich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie Moskaus hybride Kriegsführung gegen Deutschland und seine Verbündeten grundsätzlich geändert. Das Ergebnis: Die Landes- und Bündnisverteidigung erhält ihren ursprünglichen Stellenwert zurück. Die Bundeswehr bekommt wieder mehr Personal und Material, um gemeinsam mit den Verbündeten Russland von einem Angriff abzuschrecken. 

Die NATONorth Atlantic Treaty Organization: Deutschlands wichtigstes Verteidigungsbündnis

Die Rückbesinnung auf die Landes- und Bündnisverteidigung prägt den Dienstalltag der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Ob im europäischen Ausland als Teilnehmende an anerkannten Missionen der NATONorth Atlantic Treaty Organization oder auf dem heimischen Truppenübungsplatz, ob auf dem Fahrersitz eines Panzers oder am Schreibtisch, ob als Gebirgsjägerin, Logistiker oder Sanitäter: Sie geben ihr Bestes, um ihren persönlichen Teil zum Schutz Deutschlands und seiner Bündnispartner beizutragen. Sie bereiten sich auf den Ernstfall vor – und sind entschlossen, Deutschland und das Bündnis zu verteidigen.

Abschreckung und Verteidigung im Bündnis: Drehscheibe Deutschland

Als Land in der Mitte Europas und umgeben von Bündnispartnern spielt Deutschland in der Bündnisverteidigung eine andere Rolle als noch im Kalten Krieg. Deutschland ist nicht mehr Frontstaat, sondern vor allem eine militärische Logistikdrehscheibe, über die Truppen und Material der NATONorth Atlantic Treaty Organization schnellstmöglich in Richtung Ostflanke transportiert werden. Zusätzlich müssen die deutschen Streitkräfte auch in der Lage sein, den NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partnern im Bündnisfall beistehen zu können. Deshalb stationiert die Bundeswehr beispielsweise eine Panzerbrigade in Litauen oder übt die schnelle Verlegung von Truppen, um ein Signal der Abschreckung zu senden. Umfassende Einsatzbereitschaft und Verteidigungsfähigkeit sind oberstes Gebot.

Deutsche und niederländische Soldaten gehen auf dem Flugplatz
Gemeinsam stark

Aufgaben und Fähigkeiten

Die Bundeswehr ist Teil der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Die kollektive Verteidigung garantiert auch Deutschlands Sicherheit.

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Gemeinsam stark: Kollektive Verteidigung

Die Landesverteidigung ist der verfassungsmäßige Auftrag der Bundeswehr. Als Mitglied der nordatlantischen Allianz ist Deutschland gegenüber den weiteren Mitgliedern der NATONorth Atlantic Treaty Organization zum Beistand verpflichtet, wenn sie angegriffen werden. Gleichzeitig kann Deutschland im Fall eines Angriffs auf die Hilfe seiner Alliierten zählen. Das ist der Kerngedanke der kollektiven Verteidigung.

Rechtliche Grundlagen

Die hier abgelegten Grundlagendokumente geben einen tieferen Einblick in das Thema Landes- und Bündnisverteidigung. Sie stellen dar, welche Rahmenbedingungen und Herausforderungen sich durch die Refokussierung auf den Verteidigungsauftrag für die deutsche Sicherheitspolitik und die Bundeswehr ergeben. Gleichzeitig zeigen sie auf, wie diesen in Zukunft begegnet wird.

Verantwortung der Bundeswehr im In- und Ausland

Die Landes- und Bündnisverteidigung ist wieder Kernauftrag der Bundeswehr. Dabei greifen die Fähigkeiten aller Teilstreitkräfte ineinander, denn wirksame Abschreckung gelingt nur gemeinsam. Ob Heer, Luftwaffe, Marine oder andere Bereiche der Bundeswehr: Sie gewährleisten mit ihrem Beitrag die Sicherheit und die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und seiner Bündnispartner. Dabei ist die Bundeswehr im Dauereinsatz – im In- und Ausland, rein national oder eingebunden in Truppenkontingente der NATONorth Atlantic Treaty Organization und Europäischen Union. Denn nur mit einer hohen Verteidigungsbereitschaft gelingt wirksame Abschreckung. Bundeswehrangehörige sind aus diesem Grund 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr im Dienst.

Eine Karte zeigt die Einsätze der Bundeswehr ohne Mandat weltweit

Bundeswehr | Kartenbasis: Mapcreator/OSM

  • Soldaten an Deck bereiten das Auswerfen einer Übungsmine vor

    Soldaten der Minenabwehreinheit bereiten auf dem Achterdeck das Auswerfen einer Übungsmine vor

    Bundeswehr/Marcel Kröncke

    Nordatlantik, Nord- und Ostsee

    Hauptoperationsgebiet des Ständigen Minenabwehrverbandes SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 1 ist der Nordatlantik und da besonders Nord- und Ostsee.

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  • Ein Schiff im Wasser

    Der Einsatzverband für den Nordatlantik, Nord- und Ostsee - die SNMGStanding NATO Maritime Group 1

    Bundeswehr/Daniel Angres

    Nordatlantik, Nord- und Ostsee

    Der Ständige Marineverband SNMGStanding NATO Maritime Group 1 ist vor allem für Kontrolle und Schutz strategischer Seewege im Nordatlantik, Nord- und Ostsee zuständig.

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  • Ein Soldat mit einem NATO-Ärmelabzeichen steht vor dem Waffensystem Patriot

    Die Bundeswehr schützt bei der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission NSATUNATO-Stab für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung für die Ukraine in Polen die Logistikkette für die Ukraine

    Bundeswehr/Jane Schmidt

    NSATUNATO-Stab für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung für die Ukraine: NATONorth Atlantic Treaty Organization-Unterstützungsmission für die Ukraine

    Die Bundeswehr tut viel, um dem angegriffenen Land im Abwehrkampf beizustehen. Etwa mit Personal im NSATUNATO-Stab für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung für die Ukraine-Hauptquartier in Wiesbaden.

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  • Das Minenjagdboot Bad Bevensen vor dem Stromboli in Italien

    Das Minenjagdboot Bad Bevensen, während der Teilnahme an der SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 2. Im Hintergrund der Stromboli in Italien

    Bundeswehr/Marine

    Mittelmeer

    Der Ständige Minenabwehrverband SNMCMGStanding NATO Mine Countermeasures Group 2 ist vor allem im Mittelmeer, aber auch in den angrenzenden Seegebieten unterwegs.

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  • Nahaufnahme von einem Patch der European Union mit der Aufschrift „EUMAM Ukraine“
    Bundeswehr/Sebastian Wilke

    Deutschland – EUMAM UAEuropean Union Military Assistance Mission Ukraine

    Die europäische Ausbildungsmission EUMAM UAEuropean Union Military Assistance Mission Ukraine ist Teil des Unterstützungspakets für die Ukraine in ihrem Kampf gegen den Aggressor Russland.

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  • Enhanced Air Policing North

    Zur Sicherung des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Luftraums an der Ostflanke des Bündnisses sind deutsche Eurofighter in Malbork stationiert.

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  • Northern Coasts 2024

    Ein Soldat der Besatzung beobachtet den Horizont vom Tender A 513 Rhein aus während der Übung Northern Coasts 2024 in der Kieler Förde, am 16.09.2024.

    Bundeswehr/Nico Theska

    Ostsee – Schutz kritischer Unterwasser-Infrastruktur

    Mit der Mission Baltic Sentry verstärkt die NATONorth Atlantic Treaty Organization ihre Präsenz in der Ostsee, um potenzielle Akteure und Saboteure abzuschrecken.

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  • Soldaten stehen im Wald und unterhalten sich

    Bundeswehr/Marc Tessensohn

    Multinational Battlegroup Lithuania

    Seit 2017 verstärkt die NATONorth Atlantic Treaty Organization die Abschreckungs- und Rückversicherungsaktivitäten an der Ostflanke des Bündnisses. Deutschland hat die Führung der multinationalen Battlegroup in Litauen übernommen.

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  • Hochseeschlepper Rügen

    Der Hochseeschlepper A 1453 Rügen testet zur Vorbereitung für die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Unterstützungsmission in der Ägäis Schleppvorhaben in der Nordsee, am 03.04.2025.

    Bundeswehr/Julia Kelm

    Ägäis

    Ziel der Mission in der Ägäis ist es, den Informationsaustausch zu verbessern, um gegen Schlepper und ihre Netzwerke vorgehen zu können.

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  • Ein Düsenjet vor einer Halle darüber blauer Himmel.

    Die Aufgabe der deutschen Eurofighter am Schwarzen Meer ist klar definiert: Sie klären auf, identifizieren, überwachen und beobachten jede verdächtige Flugbewegung

    Bundeswehr/Saskia Meike

    enhanced Air Policing South

    Zur Sicherung des südöstlichen Luftraums des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebiets zeigt die Bundeswehr an der rumänischen Schwarzmeerküste Präsenz.

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  • Minenjagdboot Grömitz in voller Fahrt

    Minenjagdboot Grömitz in voller Fahrt.

    Bundeswehr/Marine

    Mittelmeer

    Gerade vor den Küsten der Krisengebiete in Nordafrika und Nahost sorgt der Ständige Marineverband SNMGStanding NATO Maritime Group 2 für Sicherheit.

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  • Zwei Eurofighter stehen in einem Shelter in Ämari. Im Vordergrund sind zwei Pilotenhelme auf dem Boden zu sehen.

    „Heimat“ der deutschen Eurofighter für die nächsten 8 Monate: Die Hallen für die Maschinen der Alarmrotte auf der estnischen Airbase Ämari.

    Bundeswehr/Michael Scheller

    Baltikum

    Die Bundeswehr beteiligt sich regelmäßig an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission Verstärkung Air Policing Baltikum.

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Anerkannte Missionen

Rückblick: Die Bundeswehr im Ost-West-Konflikt

Heute kaum vorstellbar, aber bis Ende der 80er Jahre eine reale Bedrohung: ein Krieg in Deutschland. Doch die Bundesrepublik stand unter dem Schutz der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Hätte der Warschauer Pakt – wie vom Westen befürchtet – wirklich angegriffen, hätten die Partner Deutschland zur Seite gestanden und das Bündnisgebiet gemeinsam verteidigt. Das ist der Kern der Beistandsklausel im NATONorth Atlantic Treaty Organization-Vertrag.

Die Bundeswehr war damals etwa zweieinhalbmal so groß wie heute. Zum Höhepunkt des Kalten Krieges umfasste sie rund 500.000 aktive Soldaten, über 7.000 Panzer und 1.000 Kampfflugzeuge. Zusätzlich waren über 410.000 Soldaten anderer NATONorth Atlantic Treaty Organization-Staaten in Westdeutschland stationiert.

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