Landes- und Bündnisverteidigung
Durch Abschreckung und die Fähigkeit zum Kampf schützt die Bundeswehr Deutschland und seine Alliierten.
Durch Abschreckung und die Fähigkeit zum Kampf schützt die Bundeswehr Deutschland und seine Alliierten.
Die Verteidigung Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger ist die Kernaufgabe der Bundeswehr. Dies wird auch durch die Einbindung der Bundesrepublik in die NATO und die Europäische Union sichergestellt. Dadurch kann sich die Bundeswehr im Verteidigungsfall auf die Unterstützung der verbündeten Streitkräfte verlassen. Genauso steht sie auch fest an der Seite der Alliierten, sollten diese angegriffen werden.
Da während des Kalten Krieges die Grenze zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt mitten durch Deutschland verlief, stand hier die Landesverteidigung im Fokus der Bundeswehr. Nachdem der Eiserne Vorhang fiel und ein Krieg in Europa undenkbar schien, wechselte der Schwerpunkt hin zum internationalen Krisen- und Konfliktmanagement.
Doch spätestens die völkerrechtswidrige russische Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 hat die europäische Friedensordnung erschüttert. Deutschland und seine NATO-Partner können einen Angriff auf ihre Souveränität, ihre territoriale Unversehrtheit und ihre Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ausschließen. Die russische Aggression zwingt die Bundeswehr, wieder ihren verfassungsmäßigen Kernauftrag wahrzunehmen: die Landes- und Bündnisverteidigung.
Mit dem russischen Angriffskrieg hat sich die sicherheitspolitische Lage verschärft. Um wirksam abzuschrecken, sichert die Bundeswehr nicht nur NATO-Luftraum, sondern stellt auch PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Systeme auf und verstärkt ihre nukleare Teilhabe mit der F-35.
Das Ende des Ost-West-Konflikts bedeutete tiefgreifende Veränderungen – auch für die Bundeswehr. Sie wandelte sich im Vertrauen auf eine stabile Friedensordnung in Europa von der Verteidigungs- und Abschreckungsarmee zur Einsatzarmee. Internationale Friedenssicherung, Konfliktbewältigung und Krisenvorsorge wurden zu ihren wichtigsten Aufträgen. Zugleich schrumpfte die Bundeswehr massiv. Personal wurde abgebaut, Kasernen geschlossen und große Mengen an Material ausgemustert und verschrottet.
Doch die Bedrohungslage hat sich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie Moskaus hybride Kriegsführung gegen Deutschland und seine Verbündeten grundsätzlich geändert. Das Ergebnis: Die Landes- und Bündnisverteidigung erhält ihren ursprünglichen Stellenwert zurück. Die Bundeswehr bekommt wieder mehr Personal und Material, um gemeinsam mit den Verbündeten Russland von einem Angriff abzuschrecken.
Die Rückbesinnung auf die Landes- und Bündnisverteidigung prägt den Dienstalltag der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Ob im europäischen Ausland als Teilnehmende an anerkannten Missionen der NATO oder auf dem heimischen Truppenübungsplatz, ob auf dem Fahrersitz eines Panzers oder am Schreibtisch, ob als Gebirgsjägerin, Logistiker oder Sanitäter: Sie geben ihr Bestes, um ihren persönlichen Teil zum Schutz Deutschlands und seiner Bündnispartner beizutragen. Sie bereiten sich auf den Ernstfall vor – und sind entschlossen, Deutschland und das Bündnis zu verteidigen.
Als Land in der Mitte Europas und umgeben von Bündnispartnern spielt Deutschland in der Bündnisverteidigung eine andere Rolle als noch im Kalten Krieg. Deutschland ist nicht mehr Frontstaat, sondern vor allem eine militärische Logistikdrehscheibe, über die Truppen und Material der NATO schnellstmöglich in Richtung Ostflanke transportiert werden. Zusätzlich müssen die deutschen Streitkräfte auch in der Lage sein, den NATO-Partnern im Bündnisfall beistehen zu können. Deshalb stationiert die Bundeswehr beispielsweise eine Panzerbrigade in Litauen oder übt die schnelle Verlegung von Truppen, um ein Signal der Abschreckung zu senden. Umfassende Einsatzbereitschaft und Verteidigungsfähigkeit sind oberstes Gebot.
Die Bundeswehr ist Teil der NATO. Die kollektive Verteidigung garantiert auch Deutschlands Sicherheit.
Die Landesverteidigung ist der verfassungsmäßige Auftrag der Bundeswehr. Als Mitglied der nordatlantischen Allianz ist Deutschland gegenüber den weiteren Mitgliedern der NATO zum Beistand verpflichtet, wenn sie angegriffen werden. Gleichzeitig kann Deutschland im Fall eines Angriffs auf die Hilfe seiner Alliierten zählen. Das ist der Kerngedanke der kollektiven Verteidigung.
Die hier abgelegten Grundlagendokumente geben einen tieferen Einblick in das Thema Landes- und Bündnisverteidigung. Sie stellen dar, welche Rahmenbedingungen und Herausforderungen sich durch die Refokussierung auf den Verteidigungsauftrag für die deutsche Sicherheitspolitik und die Bundeswehr ergeben. Gleichzeitig zeigen sie auf, wie diesen in Zukunft begegnet wird.
Die Landes- und Bündnisverteidigung ist wieder Kernauftrag der Bundeswehr. Dabei greifen die Fähigkeiten aller Teilstreitkräfte ineinander, denn wirksame Abschreckung gelingt nur gemeinsam. Ob Heer, Luftwaffe, Marine oder andere Bereiche der Bundeswehr: Sie gewährleisten mit ihrem Beitrag die Sicherheit und die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und seiner Bündnispartner. Dabei ist die Bundeswehr im Dauereinsatz – im In- und Ausland, rein national oder eingebunden in Truppenkontingente der NATO und Europäischen Union. Denn nur mit einer hohen Verteidigungsbereitschaft gelingt wirksame Abschreckung. Bundeswehrangehörige sind aus diesem Grund 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr im Dienst.
Heute kaum vorstellbar, aber bis Ende der 80er Jahre eine reale Bedrohung: ein Krieg in Deutschland. Doch die Bundesrepublik stand unter dem Schutz der NATO. Hätte der Warschauer Pakt – wie vom Westen befürchtet – wirklich angegriffen, hätten die Partner Deutschland zur Seite gestanden und das Bündnisgebiet gemeinsam verteidigt. Das ist der Kern der Beistandsklausel im NATO-Vertrag.
Die Bundeswehr war damals etwa zweieinhalbmal so groß wie heute. Zum Höhepunkt des Kalten Krieges umfasste sie rund 500.000 aktive Soldaten, über 7.000 Panzer und 1.000 Kampfflugzeuge. Zusätzlich waren über 410.000 Soldaten anderer NATO-Staaten in Westdeutschland stationiert.
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