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Einsatz am Corona-Testzelt

Einsatz am Corona-Testzelt

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Datum:
Ort:
Bayern
Lesedauer:
2 MIN

Soldaten des Gebirgspionierbataillons 8 aus Ingolstadt unterstützen das Deutsche Rote Kreuz und das Gesundheitsamt Aichach-Friedberg beim Betrieb einer Drive-in-Station zur Testung möglicher infizierter Bürger mit dem Coronavirus.

Ein Soldat steht vor einem geöffneten Testzelt. Im Zelt steht ein roter Pkw, daneben ein Sanitäter in Vollschutzkleidung.

Oberfeldwebel Thorsten Reinke weist eine zu untersuchende Person mit ihrem Pkw in das Testzelt ein.

Bundeswehr/Steve Schlick

„Bleiben Sie bitte im Fahrzeug sitzen. Ich kümmere mich um den Rest“, sagt Oberfeldwebel Thorsten Reinke einer älteren Frau im Auto mit freundlicher Stimme. Die Rentnerin ist sichtlich nervös, während sie Reinke durch den kleinen Spalt ihres geöffneten Autofensters die erforderlichen Unterlagen gibt. Schließlich ist sie mit den für eine Coronainfektion typischen Symptomen zur ärztlichen Untersuchung gekommen und fürchtet, daran erkrankt zu sein.

Neben der Gewährleistung des reibungslosen Ablaufs der Untersuchung sieht Reinke als seine Hauptaufgabe, die Patienten, so gut es geht, zu beruhigen. Seit dem 14. April sind er und drei seiner Kameraden aus der 3. Kompanie des Gebirgspionierbataillons 8 zur Unterstützung des medizinischen Personals im Testzentrum Aichach auf dem Gelände der Aichacher Jugendverkehrsschule eingesetzt.

Mobile Untersuchung

Zwei Soldaten weisen eine Person in einem roten Auto ein. Dahinter steht ein weißes Zelt.

Die Untersuchung der Bürger auf das Coronavirus erfolgt strukturiert und in Form eines Testkreislaufes.

Bundeswehr/Steve Schlick

Die Ingolstädter Gebirgspioniere setzen alles daran, einen ruhigen und geordneten Ablauf zu ermöglichen. Nachdem die Patienten zum Eingang der Jugendfahrschule eingebogen sind, werden sie durch zwei Soldaten des Gebirgspionierbataillons 8 empfangen. Die Soldaten gleichen die zu Testenden mit der aktuellen Patientenliste ab, teilen Fragebögen aus und leiten die Autos anschließend an Reinke weiter.

Er lotst die Patienten persönlich zum Testzelt, das auf der anderen Seite des Fahrschulgeländes errichtet wurde. An dieser Stelle nimmt das medizinische Fachpersonal die Testkandidaten entgegen und führt unter Vollschutz die Abstriche in Rachen und Nase durch. Während des gesamten Prozesses dürfen die Patienten das Fahrzeug nicht verlassen. Zum Schutz der Helfer läuft jede Tätigkeit – vom Abgeben des Fragebogens bis hin zur Durchführung des Tests – durch das nur leicht geöffnete Fahrzeugfenster.

Uneingeschränkte Hilfeleistung

Täglich werden so etwa 50 Personen durch den Kreislauf gelotst. Die zu Testenden kommen dabei aus verschiedensten Gründen auf das Fahrschulgelände: Sie arbeiten zum Beispiel in systemwichtigen Berufen in Alten- und Pflegeheimen oder sind engagierte Bürger, die später als freiwillige Helfer mit dazu beitragen wollen, die Coronakrise zu bewältigen. Viele von ihnen kommen jedoch auch aus der häuslichen Quarantäne. Allen gemeinsam ist, dass sie hier auf ein negatives Testergebnis hoffen.

Der Kommandeur des Gebirgspionierbataillons 8, Oberstleutnant Sebastian Klink, versichert: „Von den 700 mir unterstellten Soldatinnen und Soldaten wird jeder weiterhin einen verlässlichen Beitrag zu Bewältigung der Krise leisten, egal wie lange es dauert.“ Im Falle eines Einsatzes der Bundeswehr im Rahmen der Amtshilfe wird Klink alle militärischen Kräfte in den Regierungsbezirken Schwaben und Oberbayern nördlich der A94 und A96 koordinieren.

von Michael Lorke

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