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Erster digitaler Girls' Day der Bundeswehr

Erster digitaler Girls' Day der Bundeswehr

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Datum:
Ort:
Flensburg
Lesedauer:
6 MIN

Die Bundeswehr stellt sich seit Jahren am Girls‘ Day als attraktiver Arbeitgeber für Mädchen und Frauen an verschiedenen Standorten vor. Aufgrund der Corona-Pandemie sendete die Bundeswehr ihren Zukunftstag in diesem Jahr live über den YouTube-Kanal „Bundeswehr Exclusive“. Vorn mit dabei: Das Deutsche Heer.

Eine Soldatin steht vor einem Zelt. Vor ihr liegen Ausrüstungsgegenstände auf dem Boden. Ein Kamerateam filmt.

Während der Live-Sendung zum Girls‘ Day stellt Oberleutnant Laura Ebel die persönliche Ausrüstung eines Gebirgssoldaten vor.

Bundeswehr/Christian Kunerl

Der Girls’ Day ist ein Aktionstag für Arbeitgeber aller Branchen, der einmal im Jahr bundesweit stattfindet. Er soll Mädchen und Frauen motivieren, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen. Seit dem Jahr 2000 veranstaltet die Bundeswehr jährlich einen bundesweiten Girls‘ Day, bei dem sich junge Frauen ab dem 15. Lebensjahr, die Einwilligung der Sorgeberechtigten vorausgesetzt, über die verschiedenen Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten in den Streitkräften informieren können.

Ministerin leitet den Aktionstag ein

Eine Soldatin in dunklem Dienstanzug steht hinter einer Studiopult mit Flechtarnmuster und einer Aufschrift.

Kapitänleutnant Nana Ehlers moderiert den Girls‘ Day aus dem gläsernen Studio in Flensburg. Live-Schaltungen und eingespielte Beiträge wechseln sich ab.

Bundeswehr/Christian Kunerl

Für den Mädchen-Zukunftstag 2021 wurde auf der Admiralswiese in der Marineschule Mürwik in Flensburg aus einem gläsernen Studio 90 Minuten live über die modernen Beschäftigungsfelder innerhalb der Bundeswehr berichtet. Aus zehn verschiedenen Bereichen der Streitkräfte stellten Soldatinnen und Angestellte ihre Berufe und Tätigkeiten den interessierten jungen Mädchen vor, die sich auf dem YouTube-Kanal der Bundeswehr angemeldet hatten.

Die Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, wurde als ganz besonderer Gast zu Beginn der Veranstaltung zugeschaltet. In einem im Vorfeld aufgezeichneten Interview erklärte die Chefin aller Soldatinnen und Soldaten: „Manchmal bedarf es Vorbilder, um neue Wege einzuschlagen und der Girls' Day ist genau dafür gemacht. Dieses Jahr beteiligt sich die Bundeswehr bereits zum 20. Mal und bietet Schülerinnen intensive Einblicke in den Alltag unserer über 23.000 Soldatinnen.“ Sie fügte hinzu: „Die Bundeswehr bietet als eine der größten Arbeitgeberinnen unseres Landes sehr viel an – eine erstklassige Ausbildung, einen sinnhaften Auftrag und auch eine stete Entwicklung in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Dienst. Gleichzeitig fordern wir viel. Ich freue mich auch sehr, dass sich viele junge Frauen für den neuen Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz interessieren.“

Einsatz auf dem Meer und im Gebirge

Ein Marineschiff liegt an einer Pier, im Vordergrund kleine, weiße Segelboote.

Das Minenjagdboot „Siegburg“ im Bootshafen der Marineschule Mürwik in der Flesnburger Förde: Von dort berichtet Korvettenkapitän Tanja Merkl.

Bundeswehr/Christian Kunerl

Das überaus interessante und kurzweilige Programm startete mit der Vorstellung einer Kommandantin eines Minenjagdboots der Deutschen Marine. Die „Siegburg“ – Schiffs- und Bootsnamen sind immer weiblich – war extra für diesen Tag aus ihrem Heimathafen Kiel nach Flensburg verlegt worden und machte am Bootshafen der Marineschule fest. Korvettenkapitän Tanja Merkl berichtete über die Seefahrt allgemein und über die Minenjagd im Speziellen. Ein Einspielfilm veranschaulichte beispielsweise die Sprengung einer Seemine in der westlichen Ostsee.

Oberleutnant Laura Ebel von der 4. Kompanie des Gebirgsversorgungsbataillons 8 aus Mittenwald hatte mit über 1.000 Kilometern die mit Abstand weiteste Anreise aller Protagonistinnen. Anhand der persönlichen, bergspezifischen Ausrüstung erklärte Ebel den Auftrag und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Gebirgstruppe. Aus dem Gebirgsversorgungsbataillon 8 mit Hauptstandort in Füssen – die 4. Kompanie ist in Mittenwald und die 2. Kompanie in Bad Reichenhall stationiert – wurde ein versorgertypisches Szenario, die Instandsetzung eines liegengebliebenen Fahrzeuges, als Filmbeitrag eingespielt. Auf dem Instagram-Kanal „Bundeswehr Exclusive“ konnten die interessierten jungen Frauen im Anschluss noch näheres über die Gebirgstruppe – im Speziellen über die Tragtierkompanie – erfahren.

Vielfältige Berufschancen

Eine Soldatin nimmt etwas entgegen und wird dabei gefilmt.

Während der Live-Sendung wurden auch Beiträge eingespielt, die vorher in den Verbänden gedreht worden waren. Hier wird gerade der Film über eine Soldatin des Gebirgsversorgungsbataillons 8 des Heeres in Füssen produziert.

Bundeswehr/Tim Cornau

Die ehemalige Weltmeisterin im Zweierbob und im Rodeln, Gabi Kohlisch, ist seit dem Ende ihrer Sportlerkarriere als Sportlehrerin bei der Bundeswehr beschäftigt. Sie trainiert seit 2006 die Offizieranwärter an der Marineschule Mürwik und trägt dazu bei, dass die körperliche Fitness gewährleistet ist. Ferner bildet sie auch Sportleiter aus, die ihr Wissen dann an die Soldatinnen und Soldaten in den verschiedenen Standorten der Bundeswehr weitergeben können.

Zwei Studentinnen und eine Professorin der Universität der Bundeswehr in München gaben einen Einblick über den Studienalltag bei der Bundeswehr, speziell in den technischen Studiengängen. Sie erläuterten die Unterschiede zu einem Studium an einer zivilen Universität. „Das Studium ist in Trimester eingeteilt und man ist somit schneller fertig. Es ist in die militärische Laufbahn eingegliedert, das heißt, es wird voll bezahlt“, so eine der Studentinnen.

Und plötzlich ertönen Feuerwehrsirenen

Das es auch andere Möglichkeiten als ein Studium bei der Bundeswehr gibt, zeigte die folgende Live-Schaltung nach Faßberg in der Lüneburger Heide in die Ausbildungswerkstatt der Luftwaffe. Jana Tewes erklärte an einem ausrangierten Kampfjet vom Typ F-4 Phantom die Inhalte ihrer Ausbildung als Fluggerätemechanikerin, Fachrichtung Triebwerktechnik. Die junge Auszubildende im dritten Lehrjahr schilderte die Vorzüge und Möglichkeiten einer zivilen Ausbildung bei der Bundeswehr.

Während die Auszubildende noch in der Flugzeughalle der Moderatorin Rede und Antwort stand, ertönten Sirenen vor dem Hallentor und ein Löschzug der Flughafenfeuerwehr Faßberg fuhr mit Blaulicht vor. Nach einer eindrucksvollen Feuerlöschübung erklärte Michelle, eine Zivilangestellte der Flughafenfeuerwehr Faßberg, dass es in der Bundeswehr an allen Standorten mit Flugverkehr, an Truppenübungsplätzen und an den Marinestützpunkten eine Feuerwehr der Bundeswehr gäbe und beschrieb anschließend die Besonderheiten ihres Jobs.

Attraktiver Arbeitgeber für Frauen

Zwei Soldatinnen und ein Soldat stehen vor einem Hubschrauber. Ein Filmteam interviewt sie.

Kapitänleutnant Nadja Flemming (v.l.), Obermaat Christiane Möhrke und der Pilot „Mitch“ erläutern vor dem Marinehubschrauber vom Typ SeaLynx. ihre Aufgaben auf verschiedenen Luftfahrzeugen.

Bundeswehr/Christian Kunerl

Nach den Eindrücken vom Fliegerhorst Faßberg ging die Schaltung zurück an die „Burg“, wie die Offizierschule der Marine in Flensburg aufgrund ihrer Architektur auch genannt wird. Auf der Admiralswiese stand ein Marinehubschrauber vom Typ SeaLynx (Seeluchs). Michel, ein Pilot des SeaLynx-Helikopters, Mechanikerin Obermaat Christiane Möhrke und Kapitänleutnant Nadja Flemming, Navigations- und Kommunikationsoffizier auf einem Seefernaufklärungsflugzeug vom Typ P3C-Orion erklärten ihre Tätigkeiten und die Aufgaben und Fähigkeiten ihres jeweiligen Luftfahrzeuges.

Kapitänleutnant Flemming beschrieb ihre Ausbildung in Deutschland und den USAUnited States of America und erläuterte die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber für Frauen. „Das Miteinander im Flugzeug ist total cool und würde ich auf jeden Fall jedem empfehlen“, antwortete sie auf die Frage, ob sie zu diesem Beruf raten würde.

Major Diana wurde live aus dem Einsatzgebiet im westafrikanischen Mali zugeschaltet. Sie gab einen Einblick in die Situation im Einsatzland und beschrieb ihre und die Aufgaben ihrer Kameradinnen und Kameraden bei dieser Mission. Unter anderem fahren einige von ihnen auf Patrouille und halten Kontakt zur Bevölkerung. Sie schilderte, wie sie im Camp nahe der Stadt Gao untergebracht sind und was den Einsatzsoldaten an Einrichtungen zur Verfügung stehen.

Wie funktioniert Fast-Roping?

Ein Soldatin steht vor einem Transportfahrzeug und spricht mit einer Reporterin. Ein Kameramann filmt die Szene.

Kapitänleutnant Lisa Harenberg steht mit ihrem Gewehr vor einem Patrouillenfahrzeug Dingo. Sie erklärt, wie Soldaten von einem Hubschrauber aus auf ein Schiff abgesetzt werden können.

Bundeswehr/Christian Kunerl

Das Seebataillon aus Eckernförde präsentierte Kapitänleutnant Lisa Harenberg. Die Zugführerin eines Bordeinsatzzuges stellte die verschiedenen Kompanien wie Aufklärungskompanie, Minentaucherkompanie, Küsteneinsatzkompanie, Unterstützungskompanie und eben die Kompanie der Bordeinsatzzüge vor. Vor einem Patrouillenfahrzeug vom Typ Dingo stehend erläuterte sie, wie Soldaten eines Bordeinsatzzuges von einem Hubschrauber auf ein Schiff mithilfe eines Roping-Seils abgesetzt werden – genannt Fast Roping.

Im letzten Teil der Vorstellung präsentierte sich ein ganz besonderes Duo. Oberfeldwebel Daniela Herder hatte ihren Diensthund Arci mitgebracht. Die Soldatin ist als Feldjäger in Hamburg eingesetzt und hat eine Ausbildung zur Diensthundeführerin absolviert. Ihr Arci ist als Schutzdienst- und Rauschgiftspürhund ausgebildet. Das eingespielte Team zeigte eine typische Situation für den Schutzdienst: Das Stellen und Verbellen eines vermutlichen Straftäters um eine Flucht zu verhindern.

Im Chat Fragen beantwortet

Zwei Soldaten beladen ein Maultier, eine Soldatin filmt die Szene mit ihrer Handykamera.

Filmaufnahmen für einen Beitrag über das Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen in Bad Reichenhall, das zur Gebirgsjägerbrigade 23 des Heeres gehört.

Bundeswehr/Achim Kessler

Eine letzte Live-Schaltung ging an die Schule für Feldjäger in Hannover und brachte einen Einblick in die Ausbildung zum Feldjägeroffizier. Personenschutz, Tatortabsicherung und Fahrertraining waren dabei nur einige Aspekte, die am Girls‘ Day vorgestellt wurden. Die Teilnehmerinnen konnten sich während der 90-minütigen Live-Veranstaltung zu jedem Thema zusätzlich auf den Instagram-Kanal der Bundeswehr aufschalten, um so noch mehr Informationen über die einzelnen Themengebiete zu erhalten. In sogenannten „Info Sessions“ wurden im Anschluss an die Live-Sendung auf dem YouTube-Kanal den jungen Mädchen und Frauen die Möglichkeit geboten, live Fragen im Chat zu den verschiedenen Berufsbildern zu stellen.

2022 vor Ort und digital

Mehrere Soldatinnen und Zivilistinnen stehen vor einem alten roten Backsteingebäude.

Die Teilnehmerinnen vom Girls‘ Day 2021 haben sich vor der tollen Kulisse der Marineschule Mürwik, der Offizierschule der Deutschen Marine, versammelt.

Bundeswehr/Christian Kunerl

Dieser erstmals digital durchgeführte Girls‘ Day der Bundeswehr, bei dem mehr als 900 junge Mädchen und Frauen online teilnahmen, war eine sehr gelungene Veranstaltung. Zwei Stunden nach der Übertragung gab es bereits etwa 15.000 Interessierte, die sich auf die Youtube-Seite aufschalteten. Für das nächste Jahr ist eine kombinierte Version des Girls‘ Day geplant. Zu den dann hoffentlich wieder stattfindenden Informationsveranstaltungen an verschiedenen Standorten der Bundeswehr wird es parallel wieder eine Live-Berichterstattung auf dem YouTube-Kanal „Bundeswehr Exclusive“ geben.

von Christian Kunerl

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