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Erster Schuss des Panzerbataillons 363: „Treffer-Blitz!“

Erster Schuss des Panzerbataillons 363: „Treffer-Blitz!“

  • Panzertruppe
  • Heer
Datum:
Ort:
Bergen
Lesedauer:
3 MIN

Oberstleutnant Pascal Pane ist seit 3. April 2020 Kommandeur des jüngsten Verbandes der Bundeswehr, des Panzerbataillons 363 in Hardheim. Mit dem ersten Schuss eines Leopard 2 A6 auf dem Übungsplatz in Bergen ist das Bataillon nun dem Ziel „combat ready“, also gefechtsbereit zu sein, ein Stück nähergekommen. Wir sprechen mit Oberstleutnant Pane über die kommenden Aufgaben für die Soldatinnen und Soldaten seiner Truppe und das großartige Gefühl, den ersten Schuss abgeben zu dürfen.

Ein Panzer steht im Gelände und schießt, ein Feuerball an der Kanonenmündung entsteht.

Erster Schuss eines Kampfpanzers Leopard 2 A6 – ausgeführt vom Kommandeur des Panzerbataillons 363, Oberstleutnant Pascal Pane.

Bundeswehr/Julia Dahlmann

Herr Oberstleutnant, seit 14 Monaten ist Ihr Bataillon in Dienst gestellt. Wie weit ist der Aufbau des Bataillons gediehen und mit welchen Herausforderungen mussten Sie bisher kämpfen?

Oberstleutnant Pane: Der Aufbau findet seit Oktober 2019 schrittweise statt. Zunächst sind der Stab und die Unterstützungskompanie komplett neu aufgestellt worden. Die ersten Soldatinnen und Soldaten mussten schnell Tritt fassen, um die Voraussetzungen für den weiteren Aufbau zu schaffen. Dann haben wir zwei Kampfkompanien hintereinander aufgestellt. Das war zum 1. Oktober 2020 die 4. Kompanie aus Bad Frankenhausen und jetzt im April kam die 3. Kompanie aus Pfreimd nach Hardheim dazu. Im Oktober wird dieser Vorgang abgeschlossen sein und dann müssen wir die letzte Kampfkompanie von Null an aufbauen. Das ist zunächst der rein organisatorische Aufbau. Darauf folgen die Ausbildungen, um auf den Standard anderer vergleichbarer Bataillone zu kommen. Herausfordernd ist natürlich, dass wir alles zusammenbekommen – Material, Personal und beides wird dann in der Ausbildung zusammengeführt. Und dass Corona da keine Hilfe ist, das ist, glaube ich, kein Geheimnis.

Wie groß wird Ihr Bataillon personell und materiell sein, wenn der Aufbau abgeschlossen ist und wann ist damit zu rechnen?

Die personelle Stärke liegt bei knapp 500 Soldatinnen und Soldaten. Wenn wir das Großgerät nehmen, sind es 44 Kampfpanzer Leopard 2 A6 und drei Bergepanzer Büffel. Zusätzlich gibt es natürlich eine Vielzahl an Radfahrzeugen. Denn das Panzerbataillon besteht nicht nur aus Panzern. Es ist wie bei einem Organismus: Wenn nicht alles da ist, funktioniert es auch nicht. Die Gesamtzahl der Kampfpanzer werden wir bis Anfang 2023 erreichen, dann ist das Bataillon komplett aufgestellt und auch das entsprechende Personal wird vor Ort verfügbar sein.

Ein Soldat mit schwarzem Barett spricht mit einem Soldaten mit rotem Barett.

Oberstleutnant Pascal Pane ist zuversichtlich, dass sein Bataillon bis Anfang 2023 komplett aufgestellt sein wird - personell und materiell.

Bundeswehr/Julia Dahlmann

Der erste Schuss ist gefallen. Was symbolisiert er und warum haben Sie ihn ausgeführt?

Der erste Schuss ist etwas Besonderes. Am 3. April 2019 ist das Bataillon zwar in Dienst gestellt worden, aber es stand nur Panzerbataillon drauf, es war aber noch kein Panzerbataillon drin. Nun kommen nach und nach die Kampfpanzer und die Kampfkompanien dazu, das heißt die „Box“ Panzerbataillon füllt sich langsam. Und jetzt mit dem ersten Schuss haben wir uns quasi als schießende Abteilung der Panzertruppe angemeldet, denn das macht natürlich ein Panzerbataillon aus. Der allererste Schuss von einem Bataillon ist der Startschuss, damit es mit der Panzerei losgeht und den habe ich mir als Kommandeur vorbehalten. Hier schließt sich für mich auch ein persönlicher Kreis, da ich im Panzerbataillon 363 in Külsheim Zugführer war. Dass ich den ersten Schuss des Panzerbataillons 363 Hardheim machen durfte, ist für mich einfach großartig.

Ein mit grünen Zweigen getarnter Panzer fährt einen asphaltierten Weg entlang. Zwei Soldaten schauen aus den Luken.

Oberstleutnant Pascal Pane und sein S3-Feldwebel, Oberstabsfeldwebel Volker Schmidt, verbindet mehr als der erste Schuss. Schmidt bildete einst Pane aus.

Bundeswehr/Julia Dahlmann

Wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Zunächst einmal gibt es für mich nichts Besseres in den Streitkräften als Panzerschießen. Also alle die etwas Interessantes machen wollen, sollen zu uns kommen – zur Panzertruppe. Und das zweite ist, dass ich mit meinem S3-Feldwebel, Oberstabsfeldwebel Volker Schmidt als Ladeschütze, den ersten Schuss abgeben konnte. Er hat mich in Munster als Offizieranwärter schon ausgebildet. Da schließt sich quasi der zweite persönliche Kreis für mich. Kurz gesagt: Es war ein großer Tag!

Was wünschen Sie sich für die Truppe und das Bataillon?

Das eine ist natürlich, dass wir die Übungsvorhaben und die Meilensteine, die jetzt vor uns liegen, meistern. Dazu gehören die Trainings im Schießübungszentrum in Munster im Mai 2022 und dann final Ende 2022 im Gefechtsübungszentrum in der Letzlinger Heide. Das heißt natürlich, dass wir alle Ausbildungen rechtzeitig abschließen und dann auch das Bataillon zusammenführen. Am Ende des Tages hoffe ich natürlich, dass uns kurzfristig die Coronapandemie nicht mehr im Wege steht. Zusammenhalt schaffen, ohne sich unter den Schutzauflagen wirklich kennenlernen zu können – eine Riesenaufgabe. Ich denke, dass die Masken diese Herausforderung gut symbolisieren.

Das Interview im Video

Der neu aufgestellte Verband in Hardheim nähert sich seinem Ziel, gefechtsbereit zu sein. Ein Interview mit Kommandeur Oberstleutnant Pascal Pane.
von Anica Kuyumdjan

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