Heer

Die Fernmeldetruppe wird reformiert

Die Fernmeldetruppe wird reformiert

  • Modernisierung
  • Heer
Datum:
Ort:
Strausberg
Lesedauer:
3 MIN

In der Fernmeldetruppe der Bundeswehr gibt es in den nächsten vier Jahren wesentliche Neuerungen: Der Fernmeldegefechtsstandfeldwebel wird als neuer Werdegang geschaffen und ist als eine feste Größe bei den Einsatz- und Führungsunterstützern geplant. Gleichzeitig wandelt das Heer Offizierdienstposten des Fachdienstes in den Allgemeinen Truppendienst um.

Zwei Soldaten sitzen und einer steht vor einem Bildschirm, auf dem taktische Zeichen zu sehen sind.

Auf der Übung Combined Endeavor trainieren Soldaten verschiedener Nationen die technische Kommunikation untereinander.

Bundeswehr/Dana Kazda

Das Deutsche Heer ist verantwortlich für die Dimension Land und stellt einsatzbereite Landstreitkräfte bereit. Ziel des Deutschen Heeres ist es, wieder flexibel, schnell verfügbar und vor allem durchsetzungsfähig zu werden. Die umfangreiche Kriegstauglichkeit ist dabei der Maßstab und resultiert aus der Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung. In diesem Zusammenhang sollen auch die Fernmeldetruppe und die Besetzungslage bei ITInformationstechnik-Feldwebeln im Heer gestärkt und verbessert werden. In den nächsten vier Jahren führt die Bundeswehr den „Fernmeldegefechtsstandfeldwebel“, kurz: Fm-/GefStdFw, für Unteroffiziere mit Portepee des Allgemeinen Truppendienstes ein.

Ein Soldat steht vor einem Serverschrank und steckt Kabel um.

Ein Fernmeldesoldat nimmt für die Sicherstellung der Datenverbindungen einen Serverschrank in Betrieb.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Mit dem neuen Werdegang werden künftig die erforderlichen Führungs- und Fachaufgaben auf den Gefechtsständen des Heeres noch besser erfüllt. Die Fm-/GefStdFw verantworten unter anderem den Aufbau, die Abnahme und den Betrieb des Gefechtsstandes. Gleichzeitig sind sie unmittelbare Berater für den Einsatz und die Nutzung der Führungsmittel auf den Gefechtsständen. Der Fm-/GefStdFw ist weiterhin für die betriebliche Überwachung der Kommunikations- und Informationssysteme verantwortlich. Das Heer setzt diese Neuerung durch eine Umwandlung von 320 ITInformationstechnik-Feldwebel-Dienstposten zu Fm-/GefStdFw-Dienstposten um.

Der Vier-Phasen-Plan

Ein Soldat steht vor einer Richtfunkanlage auf einer Freifläche.

Bataillonsübung des Führungsunterstützungsbataillons 381 in Storkow: Ein Soldat bedient die Fernsteuerung, um eine Richtfunkanlage aufzubauen und auszurichten.

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Derzeit wird die lehrgangsgestützte Ausbildung zum Fm-/GefStdFw zwischen den zuständigen Stellen im Heer und im Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum abgestimmt. Der fachliche Ausbildungsbeginn für die zum 1. Oktober 2020 eingestellten Fm-/GefStdFw ist für 2022 an der ITInformationstechnik-Schule der Bundeswehr vorgesehen. Die Ausbildung beträgt nach jetzigem Planungsstand circa vier Ausbildungsmonate.

Die Umsetzung erfolgt über die nächsten vier Jahre, in vier Phasen – jeweils zum Beginn des III. Quartals.

Phase 1: Ab dem 1. Oktober 2020 beginnt die Umwandlung der identifizierten Dienstposten in allen Panzerbataillonen, im Fernmeldebataillon 610 und in den Truppenteilen der Division Schnelle Kräfte.

Phase 2: Für 2021 sind die identifizierten Dienstposten in allen multinationalen Korps mit deutschen Anteilen und die Dienstposten in der Stabs- und Führungsunterstützungskompanie des Special Operation Component Command vorgesehen.

Phase 3: 2022 folgen die Dienstposten in allen Panzergrenadierbataillonen, den Stäben der 1. Panzerdivision, der 10. Panzerdivision und in den jeweiligen Stabs- und Fernmeldekompanien dieser Divisionen.

Phase 4: 2023 sind die Umwandlungen der Dienstposten im Stab der Brigaden im Heer, in den Aufklärungsbataillonen, den Versorgungsbataillonen, den Jägerbataillonen und in den Pionierbataillonen der Heeresbrigaden vorgesehen.

Blick in die Zukunft

Ein Soldat zieht an einer Kabeltrommel ein Kabel zwischen den Zelten des Gefechtsstandes.

Ein Soldat verlegt Lichtwellenleiterkabel und Kupferkabel für die Daten- und Telefonverbindungen des Gefechtsstandes.

Bundeswehr/Marco Dorow

Deutschland hat sich gegenüber der NATONorth Atlantic Treaty Organization verpflichtet, eine vollausgestattete Division als Framework Nation, also eine hauptverantwortliche Nation, bis 2027 bereitzustellen. Diese Division ist befähigt, drei mechanisierte deutsche Brigaden und zusätzlich bis zu zwei multinationale Brigaden zu führen. Die Etablierung der neuen Laufbahn und die Ausbildung des Personals zum Fm-/GefStdFw muss bis dahin weitestgehend abgeschlossen sein.

Neben dem Heer beabsichtigt auch die Streitkräftebasis, in den Truppenteilen und Verbänden der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr, im Feldjägerwesen und in der Logistik den Dienstposten des Fm-/GefStdFw zu implementieren. Die dienstpostenbezogene Umsetzung soll für die Soldatinnen und Soldaten sozialverträglich erfolgen. Während der Reform sollen möglichst wenige Soldaten den Dienstort wechseln müssen. Die Vereinbarkeit von Familie und Dienst soll, wo immer möglich, im Zentrum stehen.

Offiziere des Truppendienstes

Ein Soldat steht in einem Unterrichtsraum vor zwei Bildschirmen.

Die Personalstruktur der Fernmeldetruppe wird angepasst, um einen gezielten Personalaufwuchs der Offiziere des Allgemeinen Truppendienstes und die Chancengerechtigkeit bei den Fachdienstoffizieren zu verbessern.

Bundeswehr/Martina Pump

Neben der Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung schreitet auch die Digitalisierung landgestützter Operationen weiter fort. Dies bedingt ebenfalls eine Anpassung der derzeitigen Personalstruktur der Fernmeldetruppe. Bis 2025 sollen insgesamt 81 Offizierdienstposten des Militärfachlichen Dienstes in Offizierdiensposten des Allgemeinen Truppendienstes umgewandelt werden. Betroffen davon sind 31 Dienstposten „Zugführer ITInformationstechnik-Offizier“ auf Bataillonsebene in verschiedenen Truppengattungen.

Dazu zählen die Panzertruppe, die Panzergrenadiertruppe, die Jägertruppe, die Heeresaufklärungstruppe, die Pioniere und 50 nationale und multinationale Dienstposten auf allen Ebenen der Ämter, Stäbe und Kommandobehörden im Heer. Der genaue Zeitpunkt, ab wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen, steht noch nicht fest. In jedem Fall ist auch hier das Ziel eine sozialverträgliche Realisierung mit zugleich möglichst geringem Versetzungsaufkommen.

von Kommando Heer

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