Heer

Führen durch Vorbild will gelernt sein

Führen durch Vorbild will gelernt sein

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Sondershausen
Lesedauer:
2 MIN

Das Feldwebel-/Unteroffizieranwärter-Bataillon 1 im thüringischen Sondershausen verlangt den Lehrgangsteilnehmern der 2. Kompanie am Ende des Unteroffizieranwärter-/Feldwebelanwärterlehrgangs körperlich und geistig einiges an Leistung ab. Die Landes- und Bündnisverteidigung steht während des gesamten Lehrgangs im Vordergrund.

Ein Hund mit Weste hängt in einem Geschirr an einem Seilsteg. Ein Soldat zieht ihn mit sich.

Der Hundeführer und sein Vierbeiner überwinden das Hindernis mittels eines doppelten Seilsteges. Das als Minenspür- und Personenschutzhund eingesetzte Tier nimmt vom Anfang bis zum Ende an der Abschlussübung teil.

Bundeswehr/Steffen Gesemann

Unmittelbar nach den bestandenen Theorieprüfungen müssen über 100 Soldaten und Soldatinnen ihre erlernten Fähigkeiten bei der Abschlussübung unter Beweis stellen. Vor allem ihr Verhalten als militärischer Führer wird dabei unter die Lupe genommen. Zu Fuß muss ein 30 Kilometer entferntes Ziel erreicht werden - der sogenannte Verfügungsraum. Es geht durch schwieriges und ihnen unbekanntes Gelände. Dabei müssen sich die Soldaten ständig neu orientieren, immer wachsam vor Feindkräften sein und flexibel auf Lageentwicklungen reagieren. Geistige Beweglichkeit in Gefechtssituationen zu zeigen und einen kühlen Kopf in der Hektik des Geschehens zu bewahren, ist eine der Anforderungen an einen zukünftigen militärischen Führer. Neben dem Führungsanspruch gehören Durchhaltevermögen, Robustheit, Mut und aufrichtige Kameradschaft zu einem Vorgesetzten. „Führen durch Vorbild“ heißt das bei den Soldaten der Bundeswehr.

Mit Seilsteg und Schlauchboot

Vier Soldaten mit Waffen und Kampfausrüstung überqueren bei Nacht in einem Schlauchboot ein Gewässer.

Bei völliger Dunkelheit werden die Bebraer Teiche mit Schlauchbooten überquert. Hier kommt es auf das besonnene Verhalten jedes Einzelnen an, denn Unachtsamkeit kann mit einem unfreiwilligen Bad enden.

Bundeswehr/Steffen Gesemann

Bereits nach wenigen Kilometern kommt es zu einem Angriff durch irreguläre Feindkräfte. Nachdem diese erfolgreich und ohne eigene Verluste abgewehrt worden sind, geht es für den künftigen Führungsnachwuchs weiter. Das Gelände hält im weiteren Verlauf einige Herausforderungen bereit, denn gleich zweimal muss ein Gewässer überquert werden. Zunächst gilt es einen Teich nur mittels doppeltem Seilsteg zu überwinden. Auch für den treuen Vierbeiner, der als Minenspür- und Personenschutzhund an der Übung teilnimmt, gibt es nur diesen Weg. Im Anschluss können die Soldaten ihren Marsch nur unter Zuhilfenahme einer Seilrutsche fortsetzen, bevor sie wieder festen Boden unter ihren Füßen haben. Die große Höhe kostet ein paar Kameraden einiges an Überwindung, doch alle schaffen es.

Kein Hindernis hält sie auf

Ein Soldat mit Gefechtshelm hängt an einer Seilrutsche, mit der er gleich ein fiktives Hindernis überwinden wird.

Bei der Abschlussübung überwinden die Soldaten schwierige Geländeabschnitte mit einer Seilrutsche. Konzentration, Kraft und Ausdauer sind vom Führungsnachwuchs während des letzten praktischen Ausbildungsabschnittes stets gefordert.

Bundeswehr/Steffen Gesemann

Jetzt ist es an der Zeit, sich nach einem geeigneten Biwakplatz umzusehen und eine Mütze voll Schlaf zu erwischen. Die Nacht ist kurz und in der Morgendämmerung geht es weiter. An einem Steinbruch müssen sich die Soldaten abseilen, um ihren Auftrag fortsetzen zu können. Dann geht es zum Endspurt,  sichtlich erschöpft erreichen sie das ersehnte Ziel. Die Männer und Frauen der 2. Kompanie sind glücklich und stolz auf die von ihnen erbrachte Leistung. Der Führungsnachwuchs hat einen wichtigen Meilenstein in seiner Laufbahn passiert und ist bereit für die kommenden Aufgaben. Für einige Soldaten des beendeten Lehrganges geht es direkt weiter nach Delitzsch an die Unteroffizierschule des Heeres. Dort werden sie bei ihrer weiteren Ausbildung zum Feldwebel noch viele fordernde Ausbildungsabschnitte hinter sich bringen.

von René Brömmer

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