Heer
Starke Reserve im Heer

Gemeinsam kämpfen, miteinander lernen

Gemeinsam kämpfen, miteinander lernen

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  • Heer
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

Auf die Reserve ist Verlass – auch an der Schule gepanzerte Kampftruppen in Munster. So unterstützen aktuell 28 Reservistendienstleistende des Gebirgspanzerbataillons 8 aus dem bayerischen Pfreimd die Ausbildung im Offizierlehrgang 3. Von dieser Zusammenarbeit profitieren alle Beteiligten.

Mehrere Soldaten beladen einen Panzer mit Munition auf einer grauen Betonfläche.

Bei der gemeinsamen Ausbildung in Munster wird klar: Nur im Zusammenspiel der gesamten Besatzung kann der Panzer mit Munition beladen werden.

Bundeswehr/Thomas Rotter

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Reservistendienstleistende aktiv in der Truppe unterstützen. Das folgende Beispiel aus Munster ist bisher jedoch außergewöhnlich. Wir blicken zurück in das vergangene Jahr. Ein Stabsunteroffizier der 2. Kompanie des Gebirgspanzerbataillons 8 wird als Ausbilder am Mutterhaus der Panzertruppe eingesetzt. Das Bataillon besteht ausschließlich aus Reservistendienstleistenden. Bei der Dienstaufsicht tauschen sich der Hörsaalleiter und der Kompaniechef zu einer möglichen Unterstützung des Bataillons aus. Dabei stellt der Hörsaalleiter fest, dass für bestimmte Trainings die Besatzungen der Kampfpanzer vonseiten der Schule nur schwierig gestellt werden können. Der Grund: Die Anzahl der Lehrgangsteilnehmenden reicht zum Besetzen aller Funktionen auf den Kampfpanzern nicht aus. Zudem wird auch das Leitungs- und Funktionspersonal auf den Schießbahnen durch die Hörsäle selbst gestellt. Stabsunteroffizier Markus M., der regelmäßig als Reservistendienstleistender in Pfreimd an Ausbildungsvorhaben teilnimmt, kennt das Problem bei der Ausbildung von Reservisten. Diese haben im Gegensatz zwar ausreichend Personal. Es fehlt dann aber an Großgerät oder Ausbildungsmöglichkeiten. Nach einigen Gesprächen zwischen der Einheit und der Schule gepanzerte Kampftruppen wurde eine Möglichkeit entwickelt, von der nun beide, sowohl die Schule als auch das Bataillon, profitieren.

Wissen weitergeben

„Wir können uns in Munster im scharfen Schuss ausbilden lassen und uns am Großgerät, dass wir in Pfreimd nicht haben, in Übung halten. Dabei belasten wir die Truppe nicht zusätzlich mit unseren Ausbildungsvorhaben. Gleichzeitig können die Lehrgangsteilnehmenden unsere Soldaten ausbilden“, so der Kommandeur des Gebirgspanzerbataillons 8, Oberstleutnant Danny Steinbach. Für ihn ist die Kooperation eine absolute Win-win-Situation.
Leutnant Jonas S. ist Lehrgangsteilnehmer im Hörsaal 16 und bestätigt diesen Gedanken aus der Perspektive der regulären Truppe: „Für uns ist es schon ein Unterschied, ob wir Lehrgangsteilnehmende aus dem eigenen Hörsaal, die wir kennen, ausbilden oder Soldaten fremder Truppenteile. Das ist eine gute Möglichkeit, das bislang erworbene Wissen an andere Soldaten weiterzugeben. Das Zusammenspiel ist hervorragend.“ Der Offizier wird ab Februar 2023 in ein Panzerbataillon versetzt.

Ein großes Potenzial

„Bei uns sagt der Dienstgrad nicht immer etwas über die tatsächlichen Qualifikationen aus. Hier kann der Oberstabsgefreite in seinem eigenen Betrieb im Zivilleben auch mal 90 Menschen führen“, beschreibt der Kompaniechef der 2. Kompanie, Major Stefan N., sein Personal. Damit skizziert er recht anschaulich, über welches Potenzial seine Reservistendienstleistenden verfügen. In der Kompanie dienen Soldaten, die vor rund dreißig Jahren als Mannschaftssoldaten die Bundeswehr verlassen haben und jetzt leitende Funktionen haben oder ihre eigenen Firmen führen. „Ich arbeite für einen sehr großen Konzern im Bereich der Produktion und Inbetriebsetzung. Über meinen Schreibtisch laufen Planungen und Abstimmungen für den neuesten ICE – da geht es um einen dreistelligen Millionenbetrag“, so Stabsfeldwebel Christoph K. im Gespräch. Dieses Potenzial der Reservistendienstleistenden kommt den Streitkräften zugute.

Die Zeit in der Truppe effektiv nutzen

Ein Kampfpanzer mit einer roten Flagge steht schießend auf einer grünen Waldlichtung im Staub.

Im Feuerkampf signalisiert die rote Flagge, dass die Waffenanlage auf dem Panzer geladen ist – ein wichtiges Sicherheitssignal bei jedem Schießen. Sind alle Waffen frei von Munition und gesichert, wird grün beflaggt.

Bundeswehr/Thomas Rotter

Die Oberpfälzer Soldatinnen und Soldaten nutzen die Zeit auch für eigene Zwecke. So werden parallel zum Schießen eigene Ausbildungen angeboten. An diesen Ausbildungen kann auch das Personal der Schule gepanzerte Kampftruppen teilnehmen und angebotene Qualifikationen erhalten. Einer der Reservistendienstleistenden ist beispielsweise Militärkraftfahrlehrer. Dieser ist dazu qualifiziert, die Soldaten auf dem Kampfpanzer Leopard 2 auszubilden und unterrichtet auch Themen, wie Ladungssicherheit. „Auch für Reservisten gelten die gleichen strengen Bestimmungen und Auflagen, wie für aktive Soldaten. Das macht Übungsvorhaben nicht gerade einfacher. Bevor wir mit Ausbildungen beginnen, müssen auch wir erst einmal zum ärztlichen Checkup“, so der Kommandeur.
„Wir, als Gebirgspanzerbataillon 8 und vergleichbare Einheiten schätzen das hohe Engagement ausscheidender Soldaten“, betont der Kommandeur abschließend.

Aktuell werden weitere Stellen angeboten. Sie haben Interesse und wollen als Reservistendienstleistender regelmäßig in der Oberpfälzer Einheit dienen? Schreiben Sie uns gern eine E-Mail an folgende Adresse: GebPzBtl8@bundeswehr.org

von Thomas Rotter

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