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Generalleutnant Laubenthal in Litauen

Generalleutnant Laubenthal in Litauen

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Litauen
Lesedauer:
3 MIN

Generalleutnant Markus Laubenthal hat die 10. Panzerdivision bei ihrer computergestützten Übung Schneller Degen 21 in Litauen besucht. Der stellvertretende Generalinspekteur informierte sich dabei über die Arbeitsweise des Divisionsstabes und der Stäbe der unterstellten Brigaden in Nemenčinė nordostwärts von Vilnius.

Zwei Soldaten stehen auf einem Feld in Litauen und blicken in die Ferne. Ein Soldat zeigt in eine Richtung.

„Der Blick ins Gelände ist durch nichts zu ersetzen“, lautet das Credo von Generalleutnant Markus Laubenthal, hier zusammen mit dem Kommandeur des Panzerbataillons 104, Oberstleutnant Peer Papenbroock (l.).

Bundeswehr/Oliver Schmidt

Die Panzerbrigade 12, die Panzergrenadierbrigade 37 und die mechanisierte Brigade Iron Wolf des litauischen Heeres trainieren gemeinsam auf dem Übungsplatz Pabradė. Divisionskommandeur Generalmajor Ruprecht von Butler empfängt den hohen Gast bei gutem Wetter. Die Wochen zuvor fühlten sich für die rund 470 Soldatinnen und Soldaten bei über 35 Grad Celsius sowie hoher Luftfeuchtigkeit an wie in einer Sauna, die übrigens jeder echte Litauer sein Eigen nennt.

Laubenthal besichtigt den vorgeschobenen Gefechtsstand, den Dreh- und Angelpunkt für die Operationsführung der Division. Im Anschluss fährt er mit von Butler zu den Stäben und Gefechtsständen der Brigaden. Mit dem Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 sowie dem Transporthubschrauber Mi-8 verschaffen sie sich einen Überblick über das Gelände, in dem die Brigade- und Bataillonskommandeure agieren werden.

Zum ersten Mal auf dem Gebiet eines NATO-Partners

Zwei Soldaten begrüßen sich freundlich.

Herzlich willkommen, oder auf Litauisch Šiltas sutikimas: Generalmajor Ruprecht von Butler (r.) begrüßt den stellvertretenden Generalinspekteur, Generalleutnant Markus Laubenthal, am Gefechtsstand der 10. Panzerdivision in Nemenčinė nahe Vilnius.

Bundeswehr/Oliver Schmidt

Die 10. Panzerdivision führt im zweijährigen Rhythmus eine computergestützte Übung des Stabes – genannt Schneller Degen – durch. Das Training in diesem Jahr musste durch die Pandemie vom Winter auf den Sommer verlegt werden. Schneller Degen 21 ist die erste Übung dieser Art auf dem Gebiet eines NATO-Partners. Damit unterstreicht die Division ihre enge Verbundenheit mit Litauen und der Iron Wolf-Brigade.

Mit der Übung kann die Soldaten der 10. Panzerdivision mit Gefechtsständen unterschiedlicher Ebenen die Verlegung und Anbindung der Truppe über weite Entfernungen realistisch planen und in die Tat umsetzen. Sie werden dabei vom Gastland, dem rückwärtigen Gefechtsstand, verantwortlich für Personal- und Versorgungsführung, und vom Gefechtssimulationszentrum in Wildflecken unterstützt. Dies ist insbesondere für die Soldaten der Panzergrenadierbrigade 37 und ihre Vorbereitung auf den Auftrag als Very High Readiness Joint Task Force, also als Schnelle Eingreiftruppe der NATO, von Bedeutung und verspricht daher einen großen Gewinn an Erfahrungen und Erkenntnissen.

Gute Kooperation mit der Brigade Iron Wolf

Laubenthal trifft sich auch mit den litauischen Chief of Defence, dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Generalleutnant Valdemaras Rupšys. Beide unterstreichen dabei das hohe Niveau der militärischen Zusammenarbeit zwischen Litauen und Deutschland. „Deshalb interessiert mich insbesondere, wie der litauische Brigadestab funktioniert“, so Laubenthal. Und das Fazit seines Besuches bei der Zehnten in der Phase der Erkundung? „Der Blick ins Gelände ist durch nichts zu ersetzen. Das habe ich in Litauen erneut festgestellt. Das bewahrheitet sich immer wieder.“ Jedes Gelände habe seine eigene Charakteristik, die könne man nicht am Computer simulieren, so der General. „Das rechtfertigt jeden Aufwand, auch wenn es sich um eine Übung wie diese handelt, die so eine Erkundung einschließt.“

Hohe sicherheitspolitische Bedeutung

Zwei Soldaten stehen in einem Raum auf dessen Boden eine überdimensionale Karte liegt. Ein Soldat hält einen Zeigestab.

Einweisung in die computergestützte Übung Schneller Degen durch den Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Ruprecht von Butler (r.): Die überdimensionale begehbare Lagekarte am Boden stellt die eingesetzten Einheiten plastisch dar.

Bundeswehr/Rebecca Schneider

Auf die Frage, warum diese Übung wichtig sei, militärisch und sicherheitspolitisch, sagt Laubenthal: „Militärisch in vielerlei Hinsicht. So sind wir in der Lage, mit unseren Alliierten und Freunden zusammen zu operieren. Und das in einer Größenordnung, wie wir das seit Langem nicht mehr gemacht haben und auch nicht machen mussten. Dafür müssen wir wieder investieren. Das tun wir!“ Das Eckpunktepapier, das die Verteidigungsministerin und der Generalinspekteur gerade verabschiedet hätten, weise in diese Richtung. Die Übung Schneller Degen in Litauen sei auf sicherheitspolitischer Ebene zudem „ein starkes Zeichen der Freundschaft zu Litauen, der Verbundenheit und der Verpflichtung zur NATO“. Es sei ein Zeichen der Ernsthaftigkeit, wenn Deutschland ein Divisionshauptquartier und die Brigadehauptquartiere nach Litauen schicke und mit seinen Partnern trainiere, so Laubenthal abschließend.

Im Interview: Generalleutnant Markus Laubenthal bei der 10. Panzerdivision bei ihrer computergestützten Übung Schneller Degen 21 in Litauen.
von Rainer Wenning

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