Heer
Dienstgradreform

Inspekteur befördert erste Korporale in Augustdorf

Inspekteur befördert erste Korporale in Augustdorf

  • Karriere
  • Heer
Datum:
Ort:
Augustdorf
Lesedauer:
2 MIN

Für sechs erfahrene Mannschaftssoldaten des Panzergrenadierbataillons 212 aus Augustdorf steht ein besonderer Termin auf dem Programm. Sie sollen zum Korporal befördert werden, dem neuen Dienstgrad auf Mannschaftsebene. Die Besonderheit: Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, nimmt die Beförderungen persönlich vor. 

Ein Soldat mit Mund-Nasenschutz bekommt von zwei anderen Soldaten die neuen Schulterschlaufen aufgesteckt.

Scharfschütze, Spezialist und jetzt Korporal: Christoph Koch von der 2. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 212 ist einer der ersten Mannschaftssoldaten, die den neuen Dienstgrad im Heer tragen.

Bundeswehr/Martin Waltemathe

Die sechs einsatzerfahrenen Scharfschützen des Augustdorfer Kampftruppenbataillons wurden in einem Auswahlverfahren beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr für würdig befunden und sie sind die ersten Soldaten mit Mannschaftsdienstgraden im Heer, die diesen neuen Dienstgrad erreichen. Gemeinsam mit ihren Kompaniechefs und Kompaniefeldwebeln treten die Männer im „Lippischen Saal“ der Gemeinsamen Heimgesellschaft in der Augustdorfer Rommel-Kaserne an. Die Fahnenabordnung des Bataillons sorgt für einen festlichen Rahmen. Bevor die offizielle Beförderung ansteht, wendet sich der ranghöchste Heeressoldat direkt an die angetretenen Soldaten: „Es war ein langer und schwieriger Weg bis hierher“, so der Inspekteur. „Umso mehr freut es mich, dass ich heute Ihre Beförderung vornehmen darf.“ Dann ist es endlich so weit. Mais verliest die Ernennungsurkunden zum Korporal. Nach dem Tausch der Dienstgradabzeichen und dem obligatorischen Schulterschlag durch die Kompaniechefs und Spieße ist es offiziell: Auch im Deutschen Heer tragen die besten Mannschaftssoldaten den Dienstgrad eines Korporals.

3.500 Dienstposten im Heer

Mehrere Soldaten stehen in einem hellen Raum. In der zweiten Reihe präsentieren die Soldaten ihre Beförderungsurkunden.

Bestenauswahl: Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais (vorn, l.), befördert in Augustdorf die ersten Mannschaftssoldaten zum Korporal.

Bundeswehr/Martin Waltemathe

Als Bestandteil der „Umsetzung der Maßnahmen zur Modernisierung der militärischen Laufbahnen“ hat die Bundeswehr den Werdegang der Mannschaften des Truppendienstes neu ausgerichtet. Die Mannschaftslaufbahn wurde um zwei neue Dienstgrade erweitert: den Korporal und den Stabskorporal.
Dazu erfolgte im Vorfeld die Identifizierung von besonders herausgehobenen Dienstposten anhand von sechs abgestimmten Kriterien, die sich an „unteroffizierwertigen“ Tätigkeiten orientieren. Insgesamt konnten circa 3.500 Dienstposten im Heer identifiziert werden. Die Besetzung dieser Dienstposten wird sich bis in das Jahr 2031 erstrecken. Dem Heer steht ein Umfang von etwa 1.000 Dienstposten, die umgewandelt werden, für die ersten beiden Jahre zur Verfügung. Alle Bataillone und Regimenter werden mit Beginn der Einführung die entsprechenden Dienstposten für Korporale und Stabskorporale erhalten. Dabei hat das Heer darauf geachtet, Dienstposten auszuwählen, die bislang gleiche oder vergleichbare Aufgaben enthalten. In den folgenden Auswahljahren werden die übrigen Dienstposten schrittweise im gesamten Heer besetzt werden. Mit dem Korporal-Modell betritt das Heer Neuland. Mit der Erweiterung der Mannschaftslaufbahn um die beiden neuen Spitzendienstgrade will das Militär die Wertschätzung dieser wichtigen Dienstgradgruppe zum Ausdruck bringen.

von Martin Waltemathe

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