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Inspekteur besucht Tiger-Piloten

Inspekteur besucht Tiger-Piloten

  • Heeresflieger
  • Heer
Datum:
Ort:
Fritzlar
Lesedauer:
3 MIN

Das Kampfhubschrauberregiment 36 „Kurhessen“ in Fritzlar ist ein Unikatverband. Nur hier verfügt das Heer über den Kampfhubschrauber Tiger. Seine Besatzungen stellen die Feuerunterstützung aus der Luft sicher. Jetzt hat der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, die Soldatinnen und Soldaten besucht.

Zwei Soldaten in Fliegerkombi und einer in Flecktarnuniform stehen vor einem Hubschrauber, im Vordergrund liegt Munition.

Oberstleutnant S. (l.) erläutert dem Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais (r.), die Bewaffnung des Kampfhubschraubers Tiger.

Bundeswehr/Guido Ritter

Eine knappe Stunde vor dem geplanten Eintreffen des Besuchers sitzt Oberst Sönke Schmück, Kommandeur des Kampfhubschrauberregiments 36, entspannt und gutgelaunt in seinem Büro. „Diesen Verband zu führen, ist eine Freude und eine Ehre“, sagt er aus tiefster Überzeugung. „In seltenen Momenten wünscht man sich vielleicht, einen Schwesterverband zu haben, alleine für den Austausch. Aber die Frauen und Männern des Verbands sind doch stolz darauf, ein Unikat zu sein.“

Eingreiftruppe von 2022 bis 2024

Man sieht und spürt diesen Stolz tatsächlich überall in Fritzlar. Die Wände des Stabsgebäudes sind mit liebevollen Handgemälden über die Historie des Regiments geschmückt. Der Ton ist freundlich, aber stets energisch und militärisch. Wenn man die Zahlen sieht, dann sind die vielfältigen Aufträge der „Kurhessen“ mehr als beeindruckend. Die Landes- und Bündnisverteidigung rückt angesichts der verändernden Weltlage wieder in den Mittelpunkt. Allein dies stellt einen Kraftakt für das einzige Kampfhubschrauberregiment des Heeres dar. Für das nationale Risikomanagement der Bundesrepublik halten die Fritzlarer ständig Kräfte zur eventuellen Unterstützung militärischer Evakuierungen oder Geiselbefreiungen vor. Für die NATONorth Atlantic Treaty Organization Response Force (NRFNATO Response Force), eine Eingreiftruppe bestehend aus Land-, Luft -, See- und Spezialkräften für weltweite Einsätze, ist das Regiment 2022 bis 2024 Leitverband und bringt vier Kampfhubschrauber Tiger ein. Derzeit läuft zudem die Einsatzvorbereitung für die Schnelle Eingreiftruppe der NATONorth Atlantic Treaty Organization, die Very High Readiness Joint Task Force, für das Jahr 2023.

Ein technisch anspruchsvolles System

Zwei Soldaten stehen sich gegenüber und grüßen sich militärisch.

Der Leiter der Luftfahrttechnik, Oberstleutnant Dr. Gero Wilhelm (l.), begrüßt Generalleutnant Alfons Mais.

Bundeswehr/Guido Ritter

Oberstleutnant Dr. Gero Wilhelm, Leiter des Bereichs Luftfahrzeugtechnik im Regiment, steht hier mit seinem gesamten Personal im Zentrum. „Der Tiger ist ein technisch sehr komplexes und herausforderndes System“, erläutert er dem Inspekteur des Heeres auf dessen erster Runde durch die Stationen. Auf expliziten Wunsch von Mais sind die Luftfahrzeugtechnik und die Bewaffnung der Tiger Schwerpunkt seines Besuches. „Fliegerisch ist das ein herausragender Hubschrauber. Das sagen alle Piloten“, so Wilhelm. Bei den Aufklärungsmitteln und der Bewaffnung stehen auf dem Markt modernere Systeme zur Verfügung. Eine deutliche Herausforderung sind jedoch die Wartungsintervalle der Helikopter. „Eine ausreichende Anzahl an Maschinen klar zu halten – das ist das alles überstrahlende Ziel unserer Arbeit“, sagt der Ingenieur.

Dass dies aus vielen Gründen nicht einfach ist, ist bekannt und Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Auch der Inspekteur des Heeres, selbst Heeresflieger und erfahrener Pilot, weiß darum und zeigt sich stark interessiert an den Ausführungen zweier Staffelchefs der Technik und der von ihnen ausgesuchten Dockchefs, beide erfahrene Hauptfeldwebel. Kenntnisreich und engagiert sind die Gespräche. Die Techniker sind aus Sicht des Generals zweifelsfrei hochspezialisierte Vollprofis, denen er gerne und mit Gewinn zuhört.

Klarstand der Flotte hat Priorität

Ein Soldat in Fliegerkombi und einer in Flecktarnuniform unterhalten sich, hinter ihnen steht ein Hubschrauber.

Zwei Heeresflieger im Gespräch: Oberst Sönke Schmuck (l.) und Generalleutnant Alfons Mais tauschen sich aus.

Bundeswehr/Guido Ritter

Für den Kommandeur der Kampfhubschrauber ist der Klarstand der Flotte nicht nur in Bezug auf die Auftragserfüllung von höchster Bedeutung. „Das ist natürlich auch der unschlagbare Anreiz, bei uns Pilot sein zu wollen – den Tiger zu fliegen. Wenn wir nicht genug Flugstunden zur Verfügung haben, mindert das am Ende auch die Attraktivität des Dienstes für Pilotinnen und Piloten.“ Auch deswegen ist der Oberst gerade seinen technischen Staffeln enorm dankbar für ihre unaufhörlichen Bemühungen und ihren ungebrochenen Einsatzwillen. Was im Übrigen auch den Inspekteur beeindruckt. Trotz der teils sehr kritischen Schilderungen der „Schrauber“ ist dieser Wille jede Sekunde spürbar. Sichtlich beeindruckt verabschiedet sich der Inspekteur von den Männern: „Bleiben Sie bitte alle so optimistisch und engagiert, wie ich Sie heute hier erlebt habe.“ Oberst Schmuck macht sich über Letzteres keine Sorgen: „Das ist das Einzigartige in diesem Regiment: der Stolz, Teil eines unvergleichbaren Verbands des Heeres zu sein und die daraus erwachsende hohe Motivation. Das habe ich so noch nirgends gesehen. Unser Schlachtruf ist deshalb zugleich auch unser tägliches Motto: Wir sind Tiger!“

von Gregor Weber

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