Heer

Jäger halten sich einsatzbereit

Jäger halten sich einsatzbereit

  • Einsatzvorbereitung
  • Heer
Datum:
Ort:
Stetten am kalten Markt
Lesedauer:
2 MIN

Oberste Priorität der Bundeswehr sind die Einsätze – auch in Zeiten der Corona-Pandemie. So bereiten sich die Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 292 unter erschwerten Bedingungen auf ihren Einsatz bei der Stabilisierungsmission MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali in Mali 2022 vor.

Ein Soldat mit Sprechhaube blickt durch den Sucher. Links ist die Zieloptik der Panzerabwehrwaffe.

Ein Schütze zielt durch die Optik der Panzerabwehrwaffe TOW.

Bundeswehr/Oliver Mattner

Die Wolken hängen tief über dem Truppenübungsplatz Heuberg auf der schwäbischen Alb. Es regnet immer wieder. Ein Zug der 3. Kompanie des Jägerbataillons 292 aus Donaueschingen liegt in der Sturmausgangsstellung. Der Zugführer hat das Angriffsziel im Blick. Seine schweren Waffen in der Deckungsgruppe hat er kurz vorher eingewiesen. Über Funk gibt er den Befehl für das Deckungsfeuer: „3,2,1, Hammer, Hammer, Hammer!“ Gefechtslärm durchbricht die Stille als das schwere Maschinengewehr und die Granatmaschinenwaffe den Gegner in Deckung zwingen. „Sichel, Sichel, Sichel!“, tönt es aus den Funkgeräten. Daraufhin verlegt die Deckungsgruppe ihr Feuer so, dass die Sturmtrupps ohne Gefahr angreifen können.

Training in kleinen Gruppen und Einzelzimmer

Ein Soldat liegt im Anschlag mit einem Gewehr, vor ihm ein Gurt mit Munition.

Ein Soldat des Jägerbataillons 292 schießt mit dem Maschinengewehr MG5.

Bundeswehr/Martin Arnold

Dieses Mal gefährdet die Truppe nicht nur das Feuer des Gegners, sondern auch die Corona-Pandemie. Strenge Hygieneauflagen zum Schutz der Soldaten sind die Folge. Trotzdem müssen Einsatzvorbereitung, Dienstpostenausbildung und die Schießübungen der Scharfschützen sowie des Panzerabwehrzuges der 5. Kompanie stattfinden. „Wir haben mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr und vorgesetzten Dienststellen ein Hygienekonzept erarbeitet, das allen Vorgaben gerecht wird“, sagt Oberstleutnant Jörn Deigner, stellvertretender Kommandeur des Bataillons. So werden die einzelnen Ausbildungsabschnitte über den gesamten Übungsplatz verteilt und die Soldaten in geschlossenen Gruppen für 14 Tage isoliert. Das bedeutet kein Kontakt zu anderen Soldaten außerhalb der Einheiten. „Am Ende des zweiwöchigen Aufenthaltes auf dem Übungsplatz sollen alle Soldaten getestet werden, um Infektionen mit Covid-19 zu erkennen“, so Deigner weiter. Das Hygienekonzept verändert auch den Alltag der Soldaten. Waren sie sonst zu sechst oder gar zu zehnt auf einer Stube, dürfen sie sich dieses Mal über Einzelstuben freuen.

Auf der sechzehn Kilometer entfernten Schießanlage in Sigmaringen schießt die 1. Kompanie mit dem Maschinengewehr 5, dem Gewehr G36 und der Pistole. Dadurch besteht kein Kontakt zur Gruppe auf dem Übungsplatz in Stetten am kalten Markt. Dazu reisen die Soldaten mit zwei Bussen aus Donaueschingen an. „Durch das Desinfizieren der Waffen, Abstände und Maskenpflicht können wir auch im Grundbetrieb das Infektionsrisiko minimieren“, sagt Deigner. So könne man beide Aufträge unter einen Hut bringen – den Schutz der Soldaten und die Einsatzbereitschaft des Verbandes. „Denn unser Kernauftrag hat sich trotz Corona nicht geändert.“


von Philipp Riedl

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