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Mali-Einsatz: Jäger trainieren mit Hubschraubern

Mali-Einsatz: Jäger trainieren mit Hubschraubern

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Celle-Wietzenbruch
Lesedauer:
3 MIN

Im Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit Celle sind 40 Führungskräfte auf ihren Einsatz für die UNUnited Nations-Mission MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali in Mali vorbereitet worden. Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 292 trainierten mit verschiedenen Hubschraubertypen Grundsätze luftbeweglicher Operationen.

Zwei Hubschrauber stehen hintereinander auf einer Freifläche umgeben von Wald. Soldaten verlassen einen Hubschrauber.

Kurze Landung, schnelles Absitzen: Die Übungstruppe verlässt den Hubschrauber.

Bundeswehr/Michael Küster

Ab April 2020 übernimmt das Jägerbataillon 292 in Mali als Leitverband die Verantwortung für die Intelligence Surveillance and Reconnaissance Task Force (ISRIntelligence, Surveillance and Reconnaissance TF, dt.: Einsatzverband für nachrichtendienstliche Überwachung und Aufklärung) im Rahmen von MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali. Der Kernauftrag dieser UNUnited Nations-Mission ist die Einhaltung und Umsetzung des Friedensabkommens in Mali. Dafür entsendet die Bundeswehr eine verstärkte gemischte Aufklärungskompanie, bestehend aus Objektschutzkräften der Bundeswehr und Soldaten der Nachschubtruppe und der Fernmeldetruppe.

Große Entfernungen

Der Verantwortungsbereich ist weitläufig, die Soldaten müssen entsprechend beweglich und präsent sein. Ein herkömmlicher Transport allein mit Landfahrzeugen reicht nicht, um auf wechselnde Lagen und Bedrohungen vor Ort schnell reagieren zu können. Daher muss auch der Transport und Einsatz mit Hubschraubern trainiert werden.

Ein Hubschrauber schwebt in einem Waldstück knapp über dem Boden, links und rechts davon hocken Soldaten im Gras.

Der Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 hebt gleich wieder ab, nachdem die Übungstruppe ihn verlassen hat.

Bundeswehr/Michael Küster

„Luftbewegliche Einsätze sind ein hervorragendes Instrument für schnelles Handeln. Bei allen planerisch notwendigen Abläufen ist es die Truppe, die auf unvorhergesehene Krisen reagieren muss und den Kampf vorne aufnimmt. Es ist unsere Aufgabe, sie dazu zu befähigen“, erläutert der Kommandeur des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit, Oberst Jörn Rohmann.

In diesem Falle galt es während einer fordernden Ausbildungswoche im August, die 40 künftigen Führer des Stabes, der Objektschutzkompanie sowie der Aufklärungskompanie des Jägerbataillons 292 umfassend zum Thema Luftbeweglichkeit zu unterrichten und zu trainieren.

Multiplikatoren geben Wissen weiter

Zwei Hubschrauber schweben hintereinander knapp über dem Boden und setzen auf einer freien Waldfläche zur Landung an.)

Die Führungskräfte des Jägerbataillons üben mit dem Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 und dem Hubschrauber AS 332 Super Puma.

Bundeswehr/Michael Küster

„Die einsatzvorbereitende Ausbildung der Soldaten ist zeitintensiv und aufwändig. Zudem haben wir in Deutschland nicht sämtliche international eingesetzte Luftfahrzeuge zur Verfügung. Wir haben uns entschieden, mit einer Multiplikatorenausbildung alle notwendigen Fähigkeiten und Grundsätze zur Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen zu vermitteln. Die Umsetzung selbst kann nur vor Ort erfolgen“, erläutert Major Sven Schuster das Konzept. Er koordiniert als Leiter des Teams sämtliche Unterstützung und Zusammenarbeit mit der Übungstruppe und der Ausbildungseinrichtung.

Konkrete Themen des Übungsdurchganges waren unter anderem das Erkunden verschiedener Landezonen, die taktischen Grundlagen innerhalb der Landezone und die Abläufe für den Lufttransport Verwundeter.

Vom Simulator auf den Übungsplatz

Nach der Vermittlung theoretischer Grundlagen am ersten Ausbildungstag folgte die Praxis. Sie begann mit einer Ausbildung am Simulator Virtual Battle Space 3. Im Anschluss galt es, die Verfahren aus der Simulation in das Gelände zu projizieren und auf dem benachbarten Standortübungsplatz Celle-Scheuen bei einer Patrouillenausbildung praktisch umzusetzen.

Ein blauer Hubschrauber ist an einem Waldrand gelandet, Soldaten steigen aus.

Der Hubschrauber Aérospatiale AS 332 der Bundespolizei ist auch in Mali in Einsatz.

Bundeswehr/Michael Küster

Am dritten Ausbildungstag stand erstmals der Kontakt mit realen Luftfahrzeugen auf dem Fliegerhorst Faßberg auf dem Programm. Hier erfolgte eine Einweisung in den Transporthubschrauber NHNATO-Helicopter-90 und den Aèrospatiale AS 332 Super Puma der Bundespolizei. Diese Typen wird die Truppe auch im Einsatzland vorfinden.

Auf- und Absitzen bei laufendem Triebwerk

Darüber hinaus wurde die Übungstruppe geschult im Auf- und Absitzen und im taktischen Verhalten nach einer Landung. Der Nachmittag des dritten Tages war den Einsatzmöglichkeiten des Kampfhubschraubers Tiger, auch im scharfen Schuss, auf dem Truppenübungsplatz Bergen gewidmet.

Der letzte Ausbildungstag gab noch einmal die Gelegenheit, bei der Hot-Load Ausbildung im Verbund mit kleineren taktischen Aufträgen die gelernten Ausbildungsinhalte miteinander zu verknüpfen. Was beim Cold-Load – dem Üben mit stehendem Triebwerk und ohne Flugbetrieb – schon ein hohes Maß an Konzentration und Koordination erfordert, wird im Hot-Load schlagartig schwieriger. Denn für die kurzen Flüge zwischen den Landezonen muss die Übungstruppe häufig auf- und absitzen. Das Erlernte muss nun zügig abgerufen werden, denn Hubschrauber halten sich in taktischen Lagen nur so kurz wie möglich am Boden auf.

von Sven Schuster und Andrea Neuer

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