Heer

JTAC – Auge am Feind und in der Luft

JTAC – Auge am Feind und in der Luft

  • Artillerie
  • Heer
Datum:
Ort:
Altengrabow
Lesedauer:
3 MIN

„Du musst dich in die Sicht des Piloten reinversetzen“, schwört Major Tim Ermisch seinen Trainee ein. Er ist der Verbindungsoffizier zur Luftwaffe. Sein Auftrag: die Weiterbildung und Prüfung von Joint Terminal Attack Controllern (JTAC). Zum Ende des Trainings führen die JTAC die Jets mit ihren Waffen sicher und effizient ins Ziel.

Drei Soldaten knien im Wald, einer spricht in ein Funkgerät.

Würde man ihn nur hören, würde man meinen, es spricht ein echter Pilot. Ein Joint Terminal Attack Controller weist die Jets mit ihren Waffen auf die Bodenziele der Kampftruppe zu.

Bundeswehr/Marco Dorow

Bei der Übung White Eagle in Altengrabow werden Joint Fire Support Teams (JFST) für Litauen ausgebildet. Diese JFST setzen sich zusammen aus einem Boden-Boden-Team und einem Luft-Boden-Team. Die JTAC wiederum kennzeichnen den höchsten Einsatzwert der Luft-Boden-Teams. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wird diese Aufgabe durch Offiziere im Luft-Boden-Team wahrgenommen.

Übersicht behalten in allen Dimensionen

Drei Soldaten stehen rund um eine Motorhaube und sprechen miteinander.

Ausbilder Caveman erhöht den Druck. Die JTAC fügen dem Gefecht am Boden eine Komponente hinzu – den Schlag aus der Luft.

Bundeswehr/Marco Dorow

„Das Stresspotenzial, wenn man während laufender Gefechte am Boden Luftfahrzeuge führt und deren Waffeneinsatz steuert, ist enorm“, erklärt Ermisch. Sein offizieller Rufname (engl.:call sign) ist Caveman. Das Arbeiten mit Rufnamen ist Standard bei der Arbeit mit Luftfahrzeugen und erleichtert die eindeutige Ansprache. Caveman gehört dem Verbindungskommando der Luftwaffe zur Panzerlehrbrigade 9 an. Aus der Ausbildung der JFST-Soldaten ist dieses Verbindungskommando nicht wegzudenken. „Während der Übung White Eagle machen wir neben den Übungsdurchgängen auf der Schießbahn einzelne Übungseinheiten, losgelöst vom Übungsplatz.“ Für die jungen Offiziere, die JTAC, sei die größte Schwierigkeit, das Gefecht am Boden in allen Dimensionen zu denken.

Zahlendreher undenkbar

Mit einem optischen Gerät vermisst ein Soldat, der an einem Baum kniet, Ziele für den Jet.

Für den Angriff aus der Luft werden die Ziele am Boden erfasst. Fehler beim Übermitteln von Koordinaten oder Richtungen müssen ausgeschlossen werden.

Bundeswehr/Marco Dorow

Sie müssen die kreisenden Flugzeuge oder Hubschrauber schnell abrufen, ihnen Ziele zuweisen, die Waffen einsetzen und den Luftraum, etwa für Artilleriefeuer, ohne Verzögerungen wieder freimachen. Genau damit unterstützen die JTAC die Kampftruppe am Boden.

Der Auftrag klingt einfach, kurz und knapp weist Caveman den jungen Hauptmann in die Lage ein. „Fahrzeugpatrouille auf der zugewiesenen Strecke … vorbei an den Ortschaften ... Die Gegend ist vermutlich feindfrei. Wenn Fahrzeuge im Raum, sind diese als Feind zu werten und nach Rücksprache zu vernichten.“ Weit am Horizont sind die Turbinen eines Learjets zu hören, der für die Luftunterstützung bereitsteht und am Himmel in der Warteposition kreist. Das JFST steht mit der Kampftruppe in den Gefechtsstreifen stetig in Verbindung und ist Teil der taktischen Lage. Schon jetzt setzt Caveman das Team unter Druck und erhöht den Takt auf den Funkkreisen merklich. Wird Unterstützung aus der Luft angefordert, dürfen keine Fehler passieren.

Cool bleiben, unter Zeitdruck präzise Handeln

Durch eine Frontscheibe fotografiert. Ein Soldat notiert sich etwas auf einem Schreibblock.

Die Kampftruppe wartet auf die Jets. Trotz Stress müssen die Absprachen mit dem Piloten absolut fehlerfrei sein.

Bundeswehr/Marco Dorow

„Die JTAC müssen sprichwörtlich das Lagebild vom Boden und das Ziel in die Köpfe der Piloten hineinbekommen“, beschreibt Caveman die Herausforderung. Die Ausbildung bis hin zum JTAC ist natürlich genau darauf abgestimmt. Einen großen Teil mache natürlich die Sprache aus. Englisch sei das eine, aber die Kommunikation mit einem Kampfpiloten ist etwas völlig anderes. Und überhaupt sei diese Aufgabe nichts für schwache Nerven. Schon vom Boden aus sei das genaue Ansprechen, etwa eines einzelnen Pkw inmitten einer Ortschaft schwierig. Diesen Vorgang dann noch aus der Sicht eines Jets zu denken, erfordere viel Übung und Erfahrung, beschreibt Ausbilder Caveman. Eine Feueranforderung nach der anderen lässt Caveman einspielen. Für ihn gibt es keinen besseren „Job“. Die Unterstützung aus der Luft steigere die sowieso schon große Kampfkraft der Bodentruppen ungemein. Wenn die JTAC schnell und präzise zuschlagen und die Piloten ihre Ziele treffen, sei das Ausbildungsziel der am Boden kämpfenden Truppe erreicht.

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Befehlsausgabe auf einer Motorhaube mit drei Soldaten

Am Boden sind die Joint Fire Support Teams, also auch die JTAC, Teil der Kampftruppe und stehen mit ihr Schulter an Schulter im Gefechtsstreifen.

Bundeswehr/Marco Dorow
Drei Soldaten knien am Waldrand und beobachten ein freies Feld.

JTAC sind die Luft-Boden-Komponente des Joint Fire Support Teams. Der Offizier ist der ausgebildete JTAC und führt den Jet zum Ziel.

Bundeswehr/Marco Dorow
Zwei Soldaten knien zwischen Geländewagen, einer von ihnen nimmt mit einem optischen Gerät Zieldaten auf.

Koordinaten, Entfernungen und Richtungen: Ziele am Boden machen die JTAC aus der Luft für den Piloten greifbar.

Bundeswehr/Marco Dorow
Großaufnahme: Der Hinterkopf eines JTAC mit Kopfhörer und Funkgerät.

JTAC führen die Kampfkraft aus der Luft zu den richtigen Zielen am Boden. Mit speziellen Funkgeräten sprechen sie direkt mit dem Piloten.

Bundeswehr/Marco Dorow

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von René Hinz

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