Heer

#jungführen – Grundausbildung geschafft!

#jungführen – Grundausbildung geschafft!

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bischofswiesen
Lesedauer:
3 MIN

Mit der Rekrutenbesichtigung, dem Höhepunkt der Grundausbildung, endet die Zeit als Rekrut. Auch unsere Offizieranwärter Franziska und Sebastian von #jungführen schließen jetzt ihre Grundausbildung bei den Gebirgsjägern mit dieser praktischen Prüfung erfolgreich ab. Zeit für ein Fazit.

Mehrere Soldaten laufen mit Waffe auf einem Waldweg durch das Gelände.

Auf 1.600 Meter Höhe in den Alpen haben die Rekruten von #jungführen gemeinsam mit ihren Kameraden die fordernde Rekrutenbesichtigung gemeistert.

Bundeswehr/Marco Dorow

Vor Monaten begann ihr täglicher Dienst morgens daheim am Rechner. Der Dienstplan hängt nicht an der Pinnwand auf dem Flur des Kasernengebäudes, sondern er und die Lerninhalte liegen als Dateien im Mailfach. Grundlagen der Sanitätsausbildung, Dienstgrade und Befehlsrecht – die Theorieausbildung erfolgt im heimatlichen Wohnzimmer. Die Coronazeit stellt die Rekruten und ihre Ausbilder gleichermaßen vor Herausforderungen.

Körper und Geist vorbereiten

Eine Soldatin mit Tarnfarbe im Gesicht, Helm und Waffe schaut lächelnd in die Kamera.

„Tarnung anlegen!“ Nach dem Gebirgsmarsch auf das Hochplateau der Reiteralpe geht es für die Rekruten erst richtig los. Auch Franziska hat den Marsch gut gemeistert und durchläuft jetzt in der Gruppe die taktische Phase.

Bundeswehr/Marco Dorow

Um sich für die kurze, aber anstrengende spätere Präsenzphase fitzumachen, müssen Franziska und Sebastian neben dem theoretischen Training jeden Tag zu Hause Sport treiben. Für beide war dies kein Problem. Sie ist seit Jahren Leistungssportlerin und er Extremkletterer. „Ich mache einfach den Trainingsplan von meinem alten Ruderstützpunkt weiter“, sagt sie. Sebastian ist in seiner Freizeit im Gebirge unterwegs. Für ihn ist die „Herausforderung sehr reizvoll“ und er fühlt sich durch sein Hobby gut vorbereitet. Vor allem für die Gebirgsjäger aus Bischofswiesen ist das wichtig. Ihr Einsatzgebiet ist extremes Gelände. Körperliche und geistige Fitness sind bei den leichten Infanteristen Grundvoraussetzung.

Wie werden sich die jungen Soldaten nachher in der Präsenzphase und bei der anstrengenden Rekrutenbesichtigung im Gelände schlagen? Nach acht Wochen zeigen Franziska, Sebastian und ihre Kameraden, dass man die Grundausbildung bei den Gebirgsjägern gemeinsam meistern kann.

Der Gipfel der Grundausbildung

Drei Soldaten marschieren mit Waffe einen grün bewachsenen Bergweg hoch.

Die Grundausbildung ist für viele Rekruten nicht nur eine physische Herausforderung. Sie bietet für viele junge Menschen auch eine Möglichkeit, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln und daran zu wachsen.

Bundeswehr/Marco Dorow

Bei der Rekrutenbesichtigung geht es dann hoch ins Gebirge auf die Reiteralpe, bis auf 1.600 Meter. Hier müssen die jungen Soldaten noch einmal alles geben und alle Inhalte, sowohl die theoretischen als auch die praktischen Grundlagen aus der Präsenzphase kombiniert im Gefechtsdienst anwenden, ahnt Sebastian am Abend zuvor.

In der Früh geht es los. Waffenempfang, Aufsitzen auf den Bus. Unten am Fuße der Reiteralpe beginnt der Marsch für die rund 150 Soldaten Richtung Hochplateau. Kondition zahlt sich jetzt aus. Wie der Marsch für den Einzelnen abläuft, ist aber auch tagesformabhängig. Viel trinken gehört dazu. Franziska und Sebastian sind in der gleichen Gruppe, durchlaufen die nächsten Tage zusammen unter Führung ihrer Ausbilder, ein abwechslungsreiches Prüfungsprogramm.

Per Fußbus zur Endstation

Soldaten laufen mit Waffe, Gepäck und Helm auf einem Waldweg in Schützenreihe im Gebirge.

Der Fußbus fährt immer, auch im Gebirge.

Bundeswehr/Marco Dorow

Keiner der Rekruten weiß, wann für sie die Rekrutenbesichtigung wirklich endet. So ist auch nach dem Abstieg vom Berg der Eilmarsch durch die Kaserne in Strub einem Ortsteil von Bischofswiesen und die anschließende Überwindung der Hindernisbahn noch eine Überraschung. Die Hindernisbahn zu überwinden, ist eine Teamleistung. Hier kommt es besonders auf das Zusammenspiel der Rekruten, aber auch auf saubere Technik trotz Belastung an. Damit es zügig über die Wand geht, pushen sich die Rekruten gegenseitig regelrecht drüber. Wie halte ich mein Gewehr dabei richtig oder wie lande ich am besten beim Sprung mit beiden Beinen aus der Höhe? Noch ein wenig außer Atem, aber mit fokussiertem Blick liegen sie in der Rundumsicherung mit ihrem Gewehr im Anschlag, als Kompaniechefin Hauptmann Sandra Muth plötzlich die Prüfung abschließt: „Rekrutenbesichtigung bestanden.“

Mehrere Soldaten überwinden die Hindernisbahn mit Ausrüstung.

Wer noch Kraft hat, unterstützt die Kameraden beim Überwinden der Hindernisbahn im bayerischen Bischofswiesen, damit am Ende alle sauber im Ziel landen. Balance, Kraft, Technik und Teamgeist sind gefragt.

Bundeswehr/Marco Dorow

Sebastian resümiert seine Zeit in der Grundausbildung noch mit der Hindernisbahn im Rücken: „Man musste definitiv sehr aufmerksam sein, jederzeit. Für mich war die Zeit sehr lehrreich, sowohl in Bezug auf die persönliche Einstellung als auch von den Inhalten her.“ Auch Franziska zieht ein erstes Fazit: „Was ich am besten fand, war, dass die Kameradschaft immer mehr gewachsen ist, von Tag zu Tag. Zu Hause hat man dann gemerkt, dass man mehr auf die Familie aufpasst, sich mehr gegenseitig hilft. Gerade das ist sehr wichtig bei der Bundeswehr.“ Für die Offizieranwärter geht es jetzt im Anschluss in die Spezialgrundausbildung. Hier werden sie insbesondere auf ihren Dienst als Gebirgsjäger vorbereitet.

Das Highlight am Ende einer jeden Grundausbildung im Deutschen Heer ist die Rekrutenbesichtigung. In zwei Tagen müssen die jungen Soldaten nochmal alles Erlernte unter intensiven Rahmenbedingungen anwenden.


von Peter Müller

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