Heer

Lernen, Soldat zu sein: Grundausbildung beginnt

Lernen, Soldat zu sein: Grundausbildung beginnt

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bischofswiesen
Lesedauer:
3 MIN

Gebirgsjäger sind die Spezialisten für den Kampf unter extremen Wetterbedingungen in schwierigem Gelände. Verlässlichkeit, Robustheit und hohe Motivation zeichnen die Soldaten aus. Auch Gebirgsprofis müssen zum Beginn ihrer Dienstzeit erste Schritte gehen. Die fordernde Ausbildung wartet bereits.

Elf Soldaten treten in der Dämmerung auf einer Straße in einer Reihe an, im Hintergrund ein modernes, erleuchtetes Gebäude.

Morgens halb sechs in Deutschland: Die angehenden Gebirgsjäger starten heute ihre fordernde Ausbildung zum Gebirgsspezialisten.

Bundeswehr/Marco Dorow

Die frische Luft aus dem Gebirge steigt in die Nase. Es hat geregnet und der Nebel zieht über die frischen Wiesen, unterhalb des Watzmanns. Der erste Blick aus dem Fahrzeug reicht weit hoch, wenn man als Rekrut der Gebirgsjäger beginnt. Dort oben werden sie bald gemeinsam die Ausbildung durchlaufen, werden gemeinsam die Strapazen meistern und lernen, ein Teil der Gebirgsjägertruppe zu sein.

Seit gut einem Monat sind Franziska und Sebastian frischgebackene Soldaten. Die beiden beginnen ihren Dienst wegen Corona daheim. Die Zwischenzeit haben sie, wie auch alle anderen 159 Rekruten dieses Durchgangs für die Vorbereitung genutzt. Sie haben am PC Lernprogramme durchgearbeitet und in der Zeit viel für ihre Fitness getan. Bald wird sich zeigen, ob die Vorbereitung erfolgreich war, denn die Ausbildung der Gebirgsjäger führt viele junge Menschen an ihre Grenzen.

Ordnung muss sein

Eine junge Rekrutin in Zivilkleidung macht auf ihrer Stube ihr Bett.

Das Bett ist gemacht, geschlafen wird noch lange nicht.

Bundeswehr/Marco Dorow

„Zeigen Sie Motivation, Disziplin und Kameradschaft. Unterstützen Sie sich gegenseitig, nicht nur im Gebirge. So werden Sie Ihre Grundausbildung meistern.“ Kompaniechefin, Hauptmann Sandra Muth, macht von Beginn an deutlich, was sie von den jungen Soldaten erwartet. Jeder Rekrut lernt am Anfang die Grundlagen des Soldatseins. Dazu gehört auch das Einräumen des Spinds und das richtige Beziehen des Bettes. Auch Franziska bemüht sich um ein glattes Laken und weiß, dass die Ansprüche der Ausbilder hoch sind. Sie sagt lächelnd: „Ich würde ja sagen: Es ist fertig. Aber ich weiß, dass es noch nicht fertig ist.“ Das Konzept dahinter ist klar. Bei einem Alarm muss der Soldat, auch bei Dunkelheit und unter Zeitdruck, wissen, wo er seine Ausrüstung findet. Eine saubere, aufgeräumte Stube, wie die Unterkunft in der Soldatensprache heißt, ist dafür unerlässlich. Dazu zählt der aufgeräumte Schlafplatz. Mit der Zeit findet jeder Soldat seine Routine, auch beim Bettenmachen.

Gemeinsam aufstehen und Zähne putzen

Ein Soldat in grüner Uniform schaut als Ausbilder auf die Uhr.

Wenig Zeit bleibt den Rekruten für ihre Morgentoilette. Danach geht es gemeinsam zum Frühstück.

Bundeswehr/Marco Dorow

Zu einem Soldaten gehört ein gepflegtes und gesundes Auftreten. Bei der Ausbildung wird daher besonders auf Körperpflege geachtet. Um den engen Zeitplan der Ausbildung einzuhalten und Routine zu trainieren, muss es nach dem Wecken ganz schnell gehen. Zähneputzen und Rasieren sollten die Soldaten in fünf Minuten schaffen. Unter Zeitdruck zu arbeiten, ist eine wesentliche Erfahrung des Soldatenberufs. Die Rekruten lernen bereits bei ihren ersten Schritten, diese Anforderung zu meistern.

Richtig bewegen

Rekruten in ziviler Kleidung stehen in der Dämmerung angetreten in Formation vor einem Gebäude.

Bereits vor der Einkleidung wird schon der Formaldienst geübt.

Bundeswehr/Marco Dorow


Schon vor dem „Guten Morgen!“ wird der Formaldienst geübt. Soldaten haben festgelegte Bewegungsabläufe, wie beispielsweise der militärische Gruß oder das gemeinsame Marschieren in Formation. Sauber in der Gruppe zu laufen und in Reih und Glied zu stehen, soll nicht nur die hohe Disziplin der Soldaten ausdrücken. Es geht auch darum, dass das Führungspersonal den Überblick über seine Soldaten bewahrt und sie sicher und platzsparend von A nach B führt. Das Gehen in Formation ist für die meisten Rekruten aber eine völlig neue Erfahrung.

Mehr als nur ein Anzug

Ein Soldat mit Mund-Nasenschutz probiert eine Flecktarn-Uniform an.

Bevor es in die Ausbildung geht, erhalten alle Rekruten ihre Uniform.

Bundeswehr/Marco Dorow

Optisch als Soldat erkennbar wird man erst, wenn man eine Uniform trägt. Auch Franziska und Sebastian erhalten ein vielseitiges Paket an Ausstattung, vom Kampfstiefel über Kälteschutzjacke bis zur Kopfbedeckung. Zusätzlich bekommen die angehenden Gebirgsjäger eine Zusatzausstattung, wie zum Beispiel eine Schneetarnuniform oder die für Gebirgsjäger typische Gebirgsmütze mit Edelweißabzeichen. Die Ausstatter haben bei der Einkleidung ein Ziel: Die Rekruten sollen zufrieden mit der passenden Uniform die Kleiderkammer verlassen. Ganze 45 Minuten dauert es im Schnitt, bis ein Rekrut vollständig eingekleidet ist. Genug Zeit, um sich neunmal zu rasieren und die Zähne zu putzen.


von Peter Müller

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