Heer

Kommandeur Seebataillon besucht die Infanterie

Kommandeur Seebataillon besucht die Infanterie

  • Führung
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Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
2 MIN

Auf den Besuch des Stellvertreters des Inspekteurs der Luftwaffe folgt einen Tag später an der Infanterieschule in Hammelburg der des Kommandeurs des Seebataillons, Fregattenkapitän Norman Bronsch. Er besuchte seine Soldatinnen und Soldaten in der Ausbildung. Den infanteristischen Anteil ihrer Ausbildung erleben die Marinesoldaten an der bayerischen Infanterieschule.

Zwei Soldaten stehen links und rechts neben einem Stein, auf dem „Der Infanterie“ steht.

Guter Brauch: Brigadegeneral Michael Matz (r.) begrüßt Fregattenkapitän Norman Bronsch am Stein der Infanterie.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

„Ich freue mich, Sie hier begrüßen zu dürfen“, kommt Gastgeber Brigadegeneral Michael Matz, General der Infanterie und Kommandeur der Infanterieschule, dem Fregattenkapitän entgegen. „Sie wollen erst einmal etwas Theorie machen, habe ich gehört“, scherzt Matz. Mit Briefings rund um die Infanterieschule und der Lehrgruppe B beginnt der Besuch. In der Lehrgruppe B absolvieren die Marinesoldaten ihre derzeitige infanteristische Ausbildung. Die nächste Station ist die Nahkampf-Halle: kein unbekannter Ort für den Fregattenkapitän.

Tagesgeschäft Nahkampf

Zwei Soldaten stehen sich in einer Sporthalle gegenüber und sprechen miteinander. Der eine trägt eine Nahkampfausrüstung.

Soldaten des Seebataillons lernen in Hammelburg den Nahkampf. Ihr Kommandeur, Fregattenkapitän Norman Bronsch (l.), besucht die Soldaten bei dieser Ausbildung.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Bronsch selbst war vor 14 Jahren auf dem Einzelkämpferlehrgang und hat den militärischen Nahkampf kennengelernt. In einer seiner folgenden Verwendungen war er Kompaniechef der Boarding-Kompanie: „Da war der Nahkampf das Tagesgeschäft“, erinnert er sich. Zusammen mit dem Inspektionschef der V. Inspektion, Oberstleutnant David Thomas, sieht der Fregattenkapitän bei der Nahkampfausbildung zu, fachsimpelt und stellt Unterschiede fest zwischen dem, was die Anforderungen des Seebataillons sind und dem, was das Heer klassisch unter Nahkampf versteht. „Wir haben in der Marine natürlich nicht den klassischen Kombattanten vor uns, sondern vielmehr den Zivilisten auf einem Frachter, der vielleicht einen schlechten Tag hat“, erläutert er. Der Grundgedanke sei jedoch der gleiche: Genauso wie die Basiselemente, die hier ausgebildet würden, ziele alles darauf ab, Distanz zwischen sich und dem Gegenüber zu schaffen, sodass man nötigenfalls die Waffe einsetzen könne. Auch ein Lehrgangsteilnehmer bestätigte: „Hier kann ich viel für mich mitnehmen, auch wenn sich gewisse Unterschiede auftun.“

Mehr Selbstständigkeit

Drei ranghohe Soldaten stehen und sprechen miteinander.

Neue Herausforderungen im Einzelkämpferlehrgang: Die kompetenzorientierte Ausbildung verlangt auch ein Abwägen der Entscheidungen und ein nachhaltiges Handeln der Soldaten.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Die zweite Station des Tages ist das Einzelkämpfer-Außenlager. Dort werden Soldaten aus dem Seebataillon ausgebildet. Auch hier verlangt die kompetenzorientierte Ausbildung nach mehr individueller Leistung als noch vor einigen Jahren. „Heute entscheiden die Gruppenführer selbst, welcher Weg genommen, wo ein Handstreich durchgeführt und wie das Ziel erreicht wird. Früher waren hierbei bestimmte Punkte vorgegeben“, so der Lehrgruppenkommandeur, Oberstleutnant Andreas Wiechert. So wie der Lehrgang jetzt aufgebaut sei, entstehe der Druck von ganz allein, denn es sei nur von den Lehrgangsteilnehmern abhängig, was als Nächstes passiere und wie sich die militärische Lage entwickle, so Wiechert. „Damit wird neben dem körperlichen Training auch das Bewusstsein gestärkt, dass Entscheidungen mit allen daraus resultierenden Konsequenzen getroffen werden müssen.“

Scharfer Schuss

Drei Soldaten stehen beisammen und sprechen miteinander, im Hintergrund eine Schießausbildung.

Die Schießausbildung ist die letzte Station von Fregattenkapitän Norman Bronsch (2.v.l.). Auch hier zeigt sich, wo die Gemeinsamkeiten zwischen Heer und Marine liegen.

Bundeswehr/Andrea Rippstein

Mit einem Besuch der Schießausbildung beendet Bronsch seinen Rundgang an der Infanterieschule in Hammelburg. Marine und Infanterie ergänzen sich in der Ausbildung rund um die Themen der Infanterie. Den zu Fuß kämpfenden Soldaten mit seiner Handwaffe oder auch nur mit seinen Händen gibt es auch an Bord eines Schiffes oder rund um Hafenanlagen im täglichen Dienst. So ist die Marinesicherung mit Sicherungssoldaten ein vollwertiges Mitglied der Familie der Infanterie.

von Thomas Heinl

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