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Letzte Stellung für einen Panzer-Dino

Letzte Stellung für einen Panzer-Dino

  • Technik
  • Heer
Datum:
Ort:
Augustdorf
Lesedauer:
2 MIN

Ein echter Kraftakt war an diesem Morgen in der Augustdorfer Kaserne notwendig, um einen Kampfpanzer vom Typ M48 in seine letzte Gefechtsposition zu bringen. Zukünftig erinnert der 48-Tonnen-Koloss an der Nordzufahrt an die frühen Jahre der Panzerbrigade 21.

Ein olivgrüner Panzer wird an Stahlketten hängend durch einen Schwerlastkran in seine Position gehoben.

Ein Schwerlastkran hebt den Kampfpanzer M48 in seine letzte „Gefechtsposition“.

Bundeswehr/Jens Wander

Im Sommer 1957 trafen die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Panzerbataillons 1 aus Dedelstorf bei Gifhorn in der Sennerandgemeinde ein. Dieser Verband, der zunächst aus Personal des Bundesgrenzschutzes bestand, bildete in den folgenden Jahren den Grundstock für die Kampfpanzerverbände der 21er. Mit dem neuen Personal kamen die ersten Kampfpanzer des Vorgängermodells M47 an den Sennerand. Wenige Monate später erfolgte bereits die Auslieferung der weiterentwickelten Version an die Truppe in Augustdorf. Wie in den Gründungsjahren der noch jungen Bundeswehr üblich stammten auch diese Panzer aus amerikanischer Produktion. Benannt wurde der M48 nach dem USUnited States-Weltkriegsgeneral George S. Patton. Ausgerüstet mit einer 90-Millimeter-Kanone und einer verbesserten Panzerung, betrug die Höchstgeschwindigkeit 45 Kilometer pro Stunde. Damit war er seinen Vorgängermodellen deutlich überlegen. Der M48 sollte bis 1966 das Hauptwaffensystem der Augustdorfer Panzerbataillone 213 und 214 bleiben.

Dauerleihgabe des Panzermuseums

Ein Soldat richtet den olivgrünen Panzer beim Absetzen durch den Kran aus.

Oberstabsfeldwebel Günter Schlüter hat die lange Reise des Gefechtsoldtimers aus Lüneburg nach Augustdorf organisiert.

Bundeswehr/Jens Wander

Oberstabsfeldwebel Günter Schlüter hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eines der letzten Modelle des M48 in die Rommel-Kaserne zu holen. „Ich erhielt einen Tipp, dass in Lüneburg noch einige Kampfpanzer dieses Typs stehen“, erzählt der pensionierte Berufssoldat. Kurzerhand machte sich Schlüter auf den Weg und organisierte den Transport. „Offiziell gehört der Panzer dem Deutschen Panzermuseum in Munster. Als Dauerleihgabe kann er aber hier seinen Platz finden“, berichtet Schlüter. Ein Spezialunternehmen aus Bielefeld rückte am frühen Donnerstagmorgen mit einem Schwerlastkran an, um den Panzer-Dino in die richtige Position zu heben. Vorher war der Gefechtsoldtimer mit einem Bergepanzer vom Panzerbataillon 203 ans Nordtor gezogen worden.

So detailgetreu wie möglich

Ein olivgrüner Panzer steht auf einem gepflasterten Stellplatz, die Kanone zeigt nach vorn.

Der M48 hat seine Endposition erreicht. Zukünftig erinnert der Kampfpanzer als Ausstellungsstück an die frühen Tage der Panzertruppe der Bundeswehr am Sennerand.

Bundeswehr/Jens Wander

Nach rund zwei Stunden und viel Millimeterarbeit war es dann so weit: Der M48 hat seine letzte Stellung erreicht. In stundenlanger Handarbeit hat Günther Schlüter den Panzer-Oldie auf die Rückkehr nach Augustdorf vorbereitet. Mit Pinsel und Schablone brachte er die Turmnummer, das Eiserne Kreuz, die taktischen Zeichen und das Nummernschild neu auf. Dabei soll alles so detailgetreu wie möglich sein. „Die taktischen Zeichen waren damals ganz andere als heute“, erklärt Schlüter. Wenn auch diese Arbeiten abgeschlossen sind, erinnert der M48 an der Nordzufahrt der Rommel-Kaserne in Zukunft an die längst vergangenen ersten Jahre der Panzertruppe in Augustdorf.

von Martin Waltemathe

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