Heer
Reduzierte Präsenz

ARRCAllied Rapid Reaction Corps in Innsworth ist einsatzbereit in der Coronakrise

ARRCAllied Rapid Reaction Corps in Innsworth ist einsatzbereit in der Coronakrise

Datum:
Ort:
Innsworth
Lesedauer:
3 MIN

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Die Corona-Pandemie betrifft auch die deutschen Soldaten in den multinationalen Hauptquartieren der NATONorth Atlantic Treaty Organization. So werden im britischen Innsworth, dem Standort des Hauptquartiers des Allied Rapid Reaction Corps (HQHeadquarters ARRCAllied Rapid Reaction Corps), alle Vorgaben zum Schutz vor Covid-19 umgesetzt und trotzdem wird die Einsatzbereitschaft durchgehend gewährleistet – mit besonderen Mitteln. 

Eine asphaltierte Straße führt auf ein flaches Backsteingebäude zu, seitlich Nationalflaggen.

Das Hauptquartier des Allied Rapid Reaction Corps der NATONorth Atlantic Treaty Organization in Innsworth ist befähigt, Operationen verschiedener Größenordnung zu führen

Bundeswehr/Paul Shaw

Als das Ausmaß der Coronakrise in Europa zunehmend deutlich wurde, schränkte die britische Regierung zunächst nur allmählich das öffentliche Leben ein. Seit dem 23. März entsprechen die getroffenen Maßnahmen in etwa denjenigen Bayerns.
Wie sich das Leben im öffentlichen Raum änderte so auch im HQHeadquarters: Zunächst ordnete der Kommandierende General des ARRCAllied Rapid Reaction Corps, Generalleutnant Sir Edward Smyth-Osbourne, eine drastische Reduzierung der Präsenz des Personals an. Alle Übungs- und Ausbildungsvorhaben der nächsten Monate wurden ebenso abgesagt wie alle externen Besprechungen und Dienstreisen. Neben dem wenigen Personal, das die verschiedenen Abteilungen noch vor Ort vorhalten, ist nun die Operationszentrale das wesentliche Element des HQHeadquarters. Hier erstellen Soldatinnen, Soldaten und Zivilbeschäftigte an sieben Tagen in der Woche ein Lagebild. Hier gehen die Lagemeldungen der einzelnen Abteilungen ein, die interne Befehlsgebung wird hier erlassen und das britische ebenso wie das NATONorth Atlantic Treaty Organization-Meldewesen werden bedient. 

Täglicher Informationsaustausch

Soldaten und zivile Mitarbeiter versammelt in einem Besprechungsraum, im Hintergrund Bildschirme.

Jeden Tag treffen sich Soldaten und Zivilbeschäftigte der Operationszentrale in Innsworth zu ihrer täglichen Lagebesprechung während der Coronakrise. Auch hier halten alle den notwendigen Abstand ein.

Bundeswehr/Mark Nesbit

Dabei geht es vor allem um die Lage des eigenen Personals sowie der Soldaten, die zur Hilfeleistung der britischen Regionalkommandos und des Gesundheitssystems entsandt wurden. Tägliche Besprechungen gehören zum Tagesablauf und erfolgen entweder per Videokonferenz oder in direktem Kontakt, dann aber natürlich mit dem ausreichenden persönlichen Abstand. Nur so kann der Informationsaustausch zwischen dem HQHeadquarters ARRCAllied Rapid Reaction Corps und allen anderen vorgesetzten und unterstellten Stellen gewährleistet und sinnvoll koordiniert werden. Die große Mehrheit der Angehörigen des HQHeadquarters arbeitet allerdings im Homeoffice. Gleiches gilt natürlich auch für die Angehörigen des deutschen Anteils.

Moderne Verfahren eingeführt

Ein deutscher Soldat sitzt in Uniform zu Hause an einem Rechner im Homeoffice.

Das Wohnzimmer wird zum Arbeitszimmer – Heimarbeit mit dienstlichem Rechner

Bundeswehr/Brigitte Butz

Mit der Verlagerung des Arbeitsplatzes in die eigenen vier Wände kommt der Verfügbarkeit der richtigen ITInformationstechnik eine ganz besondere Rolle zu. In den vergangenen Jahren haben sich die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner viele Gedanken über die Verzahnung der Führungsinformationssysteme innerhalb der NATONorth Atlantic Treaty Organization gemacht. Schnittstellen zwischen den Ländern wurden etabliert, technische Lösungen entwickelt, getestet und teilweise eingeführt – alles, damit die NATONorth Atlantic Treaty Organization im Falle eines bewaffneten Einsatzes führungsfähig ist. Im Bereich der Bundeswehr wurden darüber hinaus moderne Systeme und Verfahren für die unterschiedlichsten Anforderungen etabliert, wie die Sichere Mobile Kommunikation oder das ortsunabhängige Arbeiten mit den sogenannten Remote-Access-System-Ausstattungen. Doch die aktuelle Lage zeigt nun Grenzen in Bezug auf diese Kommunikation auf. 

Datenschutz ist zu beachten

Das HQHeadquarters ARRCAllied Rapid Reaction Corps arbeitet im täglichen Dienst hinsichtlich der Sicherheit in einer sehr hoch eingestuften Domäne. Die Rahmennation Großbritannien verfügt zudem über das britische Militärnetz, das für britisches Schlüsselpersonal auch von zu Hause aus genutzt werden kann – aber eben nur durch das britische Personal. Dass dies in einem multinationalen Stab eine Herausforderung darstellt, ist selbstredend. 
Die Arbeitssituation der Heimarbeit klingt zunächst bequem, doch in der Praxis hat sie ihre Tücken, da weder die NATONorth Atlantic Treaty Organization als Organisation noch die britischen Gastgeber oder die Bundeswehr auf die aktuelle Lage vorbereitet sein konnten. Aktuell erstellen die Soldaten beispielsweise Ausbildungsunterlagen für Vorhaben des Korpsstabes oder überarbeiten Grundsatzdokumente von zu Hause aus – dies alles aber nur soweit es die Grenzen des Datenschutzes zulassen.

Messenger und Videochat

Helle Feldsteingebäude bilden einen Hof, der mit einem blauen Metalltor versperrt ist.

Die Schulen in Großbritannien sind seit Mitte März geschlossen, hier ein Eingang einer Grundschule in Churchdown. Das liegt zwischen den Städten Gloucester und Cheltenham.

Bundeswehr/Stefan Krasenbrink

Noch wird viel experimentiert. Um die Bearbeitung komplexerer Aufträge und Aufgaben einer Planungsabteilung zu gewährleisten, müssen die richtigen Möglichkeiten der Kommunikation gefunden werden. Für manchen Austausch eignen sich E-Mails, für andere Messengerdienste, mitunter sind Sprachchats oder Projektmanagement-Apps besser. Bei anderen Absprachen, insbesondere in einem internationalen HQHeadquarters, ist aber auch die Mimik der Gesprächspartner wichtig, sodass sich Videochats anbieten.

Die Möglichkeit, zu Hause produktiv und zielgerichtet zu arbeiten, ist nicht einfach umzusetzen, wenn nebenbei noch Kinder betreut werden müssen, die gerade nicht zur Schule gehen dürfen. Die Erfahrung aber zeigt bereits nach kurzer Zeit, dass sich alle in ihrer neuen Arbeitsumgebung eingewöhnt haben. Und was das Wichtigste ist: Auch unter diesen schwierigen Bedingungen werden alle Aufträge des HQHeadquarters ARRCAllied Rapid Reaction Corps erfüllt.

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Erklärt

Das Allied Rapid Reaction Corps (ARRCAllied Rapid Reaction Corps) ist ein schnell verlegbares multinationales Hauptquartier (Headquarter) der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Seinen Sitz hat es im britischen Innsworth zwischen Birmingham und Bristol im Südwesten Großbritanniens. 24 Nationen beteiligen sich mit rund 450 Soldaten an diesem Hauptquartier. Darunter sind auch 15 Deutsche. Als Corps-Level-Headquarter kann das ARRCAllied Rapid Reaction Corps Operationen verschiedener Größenordnungen führen – von der Brigade mit mehreren Tausend Soldaten bis hin zur Korpsebene mit zehntausenden Soldaten. Die dazugehörige Truppe wird, abhängig vom Auftrag, dem ARRCAllied Rapid Reaction Corps zugeteilt.

  • Schild mit Goldrand darin steht Audentis Fortuna Iuvat (Wer wagt, gewinnt), mittig eine Lanzenspitze
    Multinationaler NATONorth Atlantic Treaty Organization-Stab

    Allied Rapid Reaction Corps

    Das multinationale Hauptquartier der NATONorth Atlantic Treaty Organization im Innsworth, Großbritannien, ist in der Lage, bis zu 120.000 Soldaten weltweit zu führen.